The latest news, top headlines

Wuhlheide, Plötzensee, Spreepark : Diese Orte will Berlin im Sommer für Open-Air-Partys freigeben

Diesen Sommer soll dort getanzt werden, wo es sonst nicht erlaubt war. Mit den Draußen-Veranstaltungen sollen die Clubs einen Teil ihrer Ausfälle wettmachen. 

Wuhlheide, Plötzensee, Spreepark : Diese Orte will Berlin im Sommer für Open-Air-Partys freigeben

Zahlreiche Menschen tanzen in Berlin in der Strandbar am Rande des Monbijou-Parks (Archiv).Foto: Paul Zinken/dpa

Die Stadt Berlin will angesichts der weiter geschlossenen Diskotheken verstärkt Flächen für Open-Air-Partys erschließen. Das sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit der Berliner Clubcommission. 

Mit den Draußen-Veranstaltungen sollen die Clubs einen Teil ihrer Ausfälle wettmachen. Diesen Sommer soll dort getanzt werden, wo es sonst nicht erlaubt war, beispielsweise an der Wuhlheide, im Strandbad Plötzensee, im Spreepark im Treptower Plänterwald, an der Brommystraße oder in den Tamara-Danz-Höfen am Spreeufer in Friedrichshain. 

Gut 20 weitere Flächen könnten dazukommen, sagte Lederer. Auf der Internetseite „draussenstadt.berlin“ gebe es Infos und Hilfe für Veranstalter:innen. Hilfe für geschlossene Clubs leistet auch der „Sage Beach“ am Spreeufer in Kreuzberg. 

Auf dem Außengelände traten schon Künstler:innen auf, die coronabedingt nicht touren können. Auch andere Clubs könnten dort Veranstaltungen machen, sagte der Betreiber, Sascha Disselkamp. „Diese Freiräume sind das, was Berlin so lebenswert macht.“

Die Clubs bieten nicht nur Einheimischen eine Auszeit vom Alltag. Sie sind auch Aushängeschild der Hauptstadt – und Wirtschaftsfaktor. Touristinnen und Touristen aus aller Welt zieht Berlin gerade wegen seiner Clubszene an.

Die Clubcommission, die sich in der Pandemie für die Belange der Clubs einsetzt, sieht in ihnen mehr als Party und tanzen. „Clubs sind mittlerweile als Kultur anerkannt“, sagte Lewamm „Lu“ Ghebremariam vom Vorstand der Clubcommission. Das hätten viele vor Corona noch anders gesehen. Nur brauche diese Kultur auch Schutz.

[Wenn Sie alle aktuellen Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

„Unverwechselbare Orte verschwinden ohne Engagement“, fügte Lederer hinzu. Gerade kündigte der Vermieter dem „Nuke Club“ in Friedrichshain. Dort, wo vorher Menschen tanzten, sagte Lederer, entstehen nun teure Büros und Co-Working-Spaces. „Ich finde das unfassbar. Den Coworking-Spaces wünschen wir möglichst wenig Publikum.“

Wuhlheide, Plötzensee, Spreepark : Diese Orte will Berlin im Sommer für Open-Air-Partys freigeben

Zahlreiche Menschen tanzen am 13.07.2017 in Berlin in der Strandbar am Rande des Monbijou-Parks.Foto: Paul Zinken/dpa

Die Clubs, die übrig bleiben, stehen am 3. Oktober im Mittelpunkt. Am zweiten „Tag der Clubkultur“ sollen Häuser und Kollektive ausgezeichnet werden, die besonders zum kulturellen und künstlerischen Erscheinungsbild Berlins beitragen. Vergangenes Jahr bekamen die Gewinner:innen 10.000 Euro – gefördert wurden die Preise vom Land Berlin.

Ob die Clubs auch künftig auf Gelder der Stadt hoffen können, entscheidet das neu gewählte Abgeordnetenhaus. Im jüngst beschlossenen Haushaltsentwurf für 2022 und 2023 seien Gelder enthalten, mit denen der Kulturszene durch die Pandemie geholfen werden soll, sagte Lederer. „Ich rechne aber damit, dass nach der Wahl alle diese Ansätze nochmal zur Debatte stehen.“

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.