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Wirksamkeit der Impfstoffe nach unten korrigiert : Lauterbach besorgt über mögliche Impfresistenz von Delta-Variante

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach warnt wegen Berichten aus Israel vor Lockerungen. Beunruhigend sei, dass auch Geimpfte schwer erkranken.

Wirksamkeit der Impfstoffe nach unten korrigiert : Lauterbach besorgt über mögliche Impfresistenz von Delta-Variante

Karl Lauterbach (SPD), GesundheitsexperteFoto: dpa/Michael Kappeler

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Israel liegt derzeit bei 26. Die Zahl der Neuinfektionen beläuft sich auf 496 pro 100.000 Einwohner. So hoch waren die Zahlen zuletzt im Frühjahr, als die zweite Infektionswelle abklang. Erst am Montag teilte das Gesundheitsministerium mit, dass der größte Teil der Neuinfektionen mit der Deltavariante des Coronavirus im Zusammenhang stehe.

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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sorgt sich wegen der Berichten über eine möglicherweise verminderte Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe gegen die Delta-Variante, die dieser Tage aus Israel kommen. „Wenn sich die Daten bestätigen, ist das Grund zur Sorge“, sagte Lauterbach der „Augsburger Allgemeinen“.

Hintergrund sind Vermutungen israelischer Pandemie-Experten, welche den Anstieg der Ansteckungszahlen in Israel trotz schneller Impfkampagne auf die Delta-Mutation zurückführen. In Israel sind rund 56 Prozent der Bevölkerung vollständig mit dem mRNA- Impfstoff von Biontech und Pfizer geimpft, über als 60 Prozent haben zudem zumindest eine Dosis erhalten.

Die steigende Zahl von Corona-Neuinfektionen in Israel könnte jetzt jedoch ein „erstes Signal“ für eine verminderte Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe sein, sagte der Vorsitzende des israelischen Expertengremiums zu Covid-19, Ran Balicer, am Montag. Allerdings sei es noch „zu früh, um präzise Aussagen über die Impfstoff-Wirksamkeit gegen die Variante zu machen“.

Obwohl der Großteil der Erwachsenen in Israel mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer immunisiert wurde, nahmen die Fallzahlen zuletzt wieder zu. Durch eine der schnellsten Impfkampagnen weltweit hatte Israel die Zahl der Neuansteckungen zuletzt auf rund fünf pro Tag reduziert. Mit der Ausbreitung der Delta-Variante stieg die Zahl wieder auf zuletzt rund 300 neue Fälle pro Tag.

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In der Folge korrigierte das israelische Gesundheitsministerium daher die zuvor angenommenen Werte für die Schutzwirkung des mRNA-Impfstoffs nach unten: Seit dem 6. Juni betragen sie für eine Verhinderung der Ansteckung und für Erkrankungen mit Symptomen jeweils nur noch etwa 64 Prozent.

Zuvor hieß es noch, der Impfstoff verhindere Corona-Erkrankungen zu 95,8 Prozent und das Auftreten von Symptomen wie Fieber und Atembeschwerden zu 98 Prozent. Krankenhausaufenthalte, schwere Erkrankungen und Todesfälle würden fast vollständig zu rund 99 Prozent verhindert.

„Was mich an der Studie eher noch beunruhigt hat, ist die Tatsache, dass sieben Prozent der Geimpften schwer erkranken konnten“, sagte SPD-Mann Lauterbach der „Augsburger Allgemeinen“. Möglicherweise sei nicht die Delta-Variante allein für die geringere Wirksamkeit verantwortlich, sondern auch weitgehende Lockerungen. Gefährlich sei jedenfalls die Mischung aus Verbreitung der mutierten Corona-Variante und gleichzeitigen Lockerungen, warnte Lauterbach.

Lockerungen plant auch die britische Regierung. Ab dem 19. Juli sollen die meisten verbleibenden Corona-Beschränkungen für England aufgehoben werden. Auch auf der Insel grassiert jedoch die Delta-Variante und lässt die Inzidenzzahl in die Höhe schnellen. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 227. (Tsp mit AFP)

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