The latest news, top headlines

„Wir haben einen Deal“ : Serbien und Kosovo einigen sich im Streit um Einreiseregeln

Der Kosovo wollte seine Einreiseregeln denen von Serbien angleichen. Das hatte zu Spannungen vor allem im Norden des Landes geführt.

„Wir haben einen Deal“ : Serbien und Kosovo einigen sich im Streit um Einreiseregeln

Die Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo haben sich Ende letzten Monats verschärft – vor allem in der Stadt Mitrovica.Foto: AFP/Armend Nimani

Die beiden Balkan-Nachbarn Serbien und Kosovo haben ihren Streit um Einreiseregelungen nach Angaben des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell kurz vor Ende einer neuen Frist beigelegt. „Wir haben einen Deal“, berichtete Borrell am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Serbien habe zugestimmt, Inhaber von Ausweispapieren des Kosovos künftig ohne weitere Dokumente einreisen zu lassen. Im Gegenzug habe das Kosovo den Plan fallengelassen, die Einreise von serbischen Staatsbürgern in Kürze zu erschweren.

Borrell sprach lobend von einer „europäischen Lösung“. Weiter schrieb der spanische Politiker: „Wir beglückwünschen beide Führer (Serbiens Präsident Aleksandar Vucic und Kosovos Regierungschef Albin Kurti) für diese Entscheidung.“ Der serbische Ministerpräsident Kurti antwortete kurz darauf ebenfalls bei Twitter: „Gegenseitigkeit sollte der Geist von grundsätzlichen Lösungen sein.“ Von Vucic kam zunächst keine Reaktion.

Die umstrittenen Einreiseregeln für Serben ins Kosovo sollten am Donnerstag in Kraft treten, dem 1. September. Ursprünglich hätten sie bereits seit dem 1. August gelten sollen. Auf Druck der USA und der EU wurden die Pläne aber um einen Monat verschoben. Ziel der kosovarischen Regierung war, Serben beim Grenzübertritt so zu behandeln wie Kosovaren von Serbien. Serbiens weigert sich seit fast anderthalb Jahrzehnten, die Unabhängigkeitserklärung seiner einstigen Provinz Kosovo anzuerkennen.

Die EU versucht schon seit Jahren, zur Klärung des Verhältnisses beider Seiten beizutragen. Dieses ist äußerst spannungsgeladen, weil sich das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Kosovo 1999 mit Nato-Hilfe von Serbien abgespalten und 2008 für unabhängig erklärt hatte. Mehr als 100 Länder, darunter Deutschland, erkannten die Unabhängigkeit des Kosovos an. Andere – darunter auch Russland, China und fünf EU-Länder – haben das bis heute nicht getan. (dpa)

Der neue Morgenlage-Newsletter: Jetzt gratis anmelden!

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.