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Wer war die Berliner Familie Salomon? : Erste Stolperstein-Verlegung nach langer Corona-Pause

Fast 80 Jahre nach der Deportation: In Spandau wird an die jüdische Familie Salomon erinnert. Ihr Stolperstein wird am 11. Mai verlegt.

Wer war die Berliner Familie Salomon? : Erste Stolperstein-Verlegung nach langer Corona-Pause

Niemals vergessen.Foto: pa/dpa

In Spandau wird ein Stolperstein verlegt, und zwar der erste nach langer Corona-Pause. Das schrieb mir jetzt Gudrun O’Daniel-Elmen und nennt die erste Details im Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau. Sie ist die ehrenamtliche Erinnerungsbeauftragte der evangelischen Kirche – neulich hatte ich sie Ihnen vorgestellt.

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„Wir erinnern an Familie Salomon, an Recha, Ernst und Johanna“, erzählt mir O’Daniel-Elmen. Wann und wo? Am Mittwoch, 11. Mai, um 15 Uhr am Grünhofer Weg Ecke Brunsbütteler Damm. Das ist die Straßenkreuzung ganz nah am ICE-Bahnhof, nur wenige Schritte entfernt hinterm BSR-Hof bei Kaufland. Dort werden Auszubildende des OSZ Bautechnik aus Spandau drei Stolpersteine im Beisein von Angehörigen verlegen.

„Bis 1956 hieß der Grünhofer Weg noch Stettiner Straße“, schreibt mir O’Daniel-Elmen, als ich sie für den Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel um mehr Hintergründe zur jüdischen Familie Salomon bitte. Mit dem Bau des Gewerbegebietes erhielt die Straße den Namen Grünhofer Weg, um die Mehrfachbenennung von Berliner Straßen zu verringern. So steht es auch im Straßenlexikon Kauperts, in dem ich gleich nachgeschlagen habe. Grünhof ist übrigens ein Stadtteil von Stettin.

Die Salomon lebten im Vorderhaus, 3. Etage. „Leider gibt es das Haus nicht mehr, das Grundstück wird heute anders genutzt. Ein neues Haus wurde bisher dort nicht gebaut“, so Gudrun O’Daniel-Elmen. „Auf der Namensmauer am Mahnmal steht seit 2012 der Name Ernst Salomon, von dem wir so gut wie nichts wussten. Bis mich seine Großnichte, die in Spandau lebt, ansprach und wir uns gemeinsam auf Spurensuche machten.“

[Berlin-Spandau und der verlorene Kontakt nach Israel: „Städtepartnerschaft nach Ashdod wiederbeleben“: Hier das ganze Interview im Tagesspiegel mit Gudrun O’Daniel-Elmen über Erinnerungskultur in Spandau. Außerdem: Die Geschichte des „Spandau-Baums“, der 2006 in Israel gepflanzt wurde]

„Nun wissen wir, dass Ernst Salomon drei Schwestern hatte, dass er mit Johanna Salomon verheiratet war, dass er bis zu seiner Eheschließung 1940 mit zwei seiner Schwestern bis zu deren Eheschließung 1935 und 1937 mit seiner Mutter Recha Salomon (seit 1924 Witwe) zusammen in der Stettiner Str. 58 lebte.“

„Recha Salomon starb 1940 zwei Wochen vor der Eheschließung von Ernst und Johanna Salomon in dieser Wohnung. Möglicherweise war es eine Flucht in den Tod.“

[Das jüdische Theaterschiff „MS Goldberg“ kommt im Mai 2022 nach Spandau: Hier die Geschichte, die Termine, wer dahinter steckt – im Tagesspiegel]

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Wer war die Berliner Familie Salomon? : Erste Stolperstein-Verlegung nach langer Corona-Pause

Die Erinnerungsbeauftragte der Kirche in Spandau wird vor Ort noch mehr erzählen und lädt Sie herzlich ein.Foto: Steinert/Imago

„Ernst und Johanna Salomon mussten in einer Charlottenburger sog. „Judenwohnung“ in einem Zimmer leben und wurden am 1. Juli 1943 zunächst nach Theresienstadt und von dort 1944 ins das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort wurden sie vermutlich sofort nach Ankunft ermordet. Ernst wurde nur 44, seine Frau Johanna 42 Jahre alt.“

„Wir wissen noch einiges mehr über diese Spandauer jüdische Familie“, so Gudrun O’Daniel-Elmen. „Das werde ich dann bei der Stolpersteinverlegung erzählen.“ Sie sind herzlich eingeladen: am 11. Mai um 15 Uhr – in Gedenken an Familie Salomon.

[NS-Helm „schmückte“ Geländer der Zitadelle: Doch im Mai 2022 wurde Nazi-Stahlhelm mit Bolzenschneider gestohlen – hier die Geschichte im Tagesspiegel. Und hier die Geschichte im Tagesspiegel zu „Hitlers Bronzepferden“, die ab Herbst 2022 in Spandau ausgestellt werden]

Und hier nenne ich Ihnen die Themen, die Sie im aktuellen Spandau-Newsletter ebenfalls finden – jetzt kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de

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