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Vor Conference-League-Spiel in Berlin : Polizei setzt 20 mutmaßliche Problemfans aus Rotterdam fest

Am Mittwoch trafen mehr als Tausend Rotterdam-Fans in Berlin ein. Die Stimmung war teilweise angespannt. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor.

Vor Conference-League-Spiel in Berlin : Polizei setzt 20 mutmaßliche Problemfans aus Rotterdam fest

Etwa 20 Fans aus Rotterdam wurden von der Berliner Polizei festgesetzt.Foto: Julius Geiler

Vor dem Conference-League-Spiel von Union Berlin gegen Feyenoord Rotterdam sind nach Polizeiangaben am Mittwoch bereits etwa 1100 Fans der Niederländer in Berlin. Die Stimmung war in der Nacht zu Donnerstag bereits angespannt.

Hunderte Feyenoord-Fans versammelten sich am Abend zunächst am Hackeschen Markt in Berlin-Mitte, später gab es einen größeren Polizeieinsatz in Kreuzberg – immer dabei Pyrotechnik und Bengalos. Die Polizei war mit behelmten Hundertschaften im Einsatz.

Später am Abend wurden in der Blücherstraße in Kreuzberg etwa 20 sogenannter Problemfans aus Rotterdam von der Polizei festgesetzt. Nach Angaben der Beamten seien sie zuvor von szenekundigen Kräften aus den Niederlanden identifiziert worden.

Ansonsten blieb es weitgehend ruhig. Von der Polizei hieß es: Fans ziehen durch die Stadt und trinken Bier.

Die Polizei Berlin steht vor dem Rückspiel von Union gegen Feyenoord Rotterdam am Donnerstagabend vor einem Großeinsatz.

Etwa 1900 Beamte werden am Donnerstag rund um das Spiel im Olympiastadion im Einsatz sein, darunter sind auch fünf Unterstützungseinheiten aus anderen Bundesländern sowie die Reiterstaffel der Bundespolizei.

„Es ist bekannt, dass zwischen den gewaltbereiten Fangruppen von Union und Feyenoord Rotterdam eine Fehde vorherrscht. Das hat uns veranlasst, unsere Maßnahmen im Vergleich zu anderen Fußballspielen zu verstärken“, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz.

Das Hinspiel vor zwei Wochen in den Niederlanden wurde schon von Auseinandersetzungen überschattet. Das habe dazu beigetragen, dass „die Emotionen nun noch höher kochen“, sagte Cablitz.

Die Fans beider Clubs sollen schon bei der Anreise streng voneinander getrennt werden. Union-Fans sollen mit der S-Bahn zum Olympiastadion fahren und dort über das Süd- und Osttor hineingehen.

Die Niederländer werden mit der U-Bahn und die Hans-Braun-Straße zum Olympiastadion geleitet. Die Polizei will auch andere Orte in der Stadt im Blick behalten.

Es sei davon auszugehen, dass die verfeindeten Fans die gewaltsame Auseinandersetzung auch an symbolträchtigen Orten suchen werden. „Wir haben auch dezentrale Aktionen im Fokus“, sagte der Polizeisprecher.

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Bereits in der Nacht zu Mittwoch wurden Teile der East Side Gallery mit einem Schriftzug des niederländischen Fußballvereins besprüht. Wie die Berliner Polizei am Mittwoch mitteilte, sollen Dienstagnacht Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma gegen 1.45 Uhr zwei vermummte Männer beobachtet haben, wie sie die Mauterteile großflächig besprühten.

Alarmierte Einsatzkräfte stellten einen 18 mal zwei Meter großen Schriftzug fest – „Feyenoord“ stand in großen Buchstaben auf dem Berliner Wahrzeichen. Beim Absuchen der Umgebung entdeckten die Einsatzkräfte die zwei geflüchteten Tatverdächtigen und nahmen diese fest. Bei den beiden Männern im Alter von 21 und 25 Jahren entdeckten die Beamten Farbreste an den Händen sowie mehrere Farbspraydosen.

Auf Anfrage des Tagesspiegels bestätigte die Berliner Polizei, dass es sich bei den Männern um niederländische Staatsbürger handelt, die nach Berlin gereist seien. Sie sind nicht mehr in Gewahrsam, ein Richter lehnte einen Haftbefehl ab.

Vor Conference-League-Spiel in Berlin : Polizei setzt 20 mutmaßliche Problemfans aus Rotterdam fest

Nachdem Rotterdam Fans den Schriftzug „Feyenoord“ auf die East-Side-Gallery gesprüht hatten, wurde der Schriftzug grau übermalt…Foto: Christophe Gateau/dpa

Mittlerweile wurde das „Feyenoord“-Graffito wieder übersprüht. Brisant: Nachdem vorerst der Schriftzug „Ultras Union“ zu lesen war, wurde auch dieser im Laufe des Tages mit „Hertha BSC“ unkenntlich gemacht. In Fan- und Polizeikreisen war auch die Rede davon, dass Hooligans etwa aus Dresden, Magdeburg, von Hertha BSC und vom BFC die Situation auznutzen könnten, um sich an Ausschreitungen zu beteiligen. 

So viele Gästefans wie seit langem nicht mehr

Bei dem Spiel am Donnerstagabend werden 5200 Unterstützer aus Rotterdam im Berliner Olympiastadion sein. So viele wie seit Beginn der Pandemie nicht mehr. „Die Sicherheitsvorkehrungen sind allein schon wegen der Menge an Gästefans erhöht worden“, sagt Union Berlins Pressesprecher Christian Arbeit. So werden auch im Olympiastadion etwa 800 Ordner im Einsatz sein. Laut Arbeit mehr als je zuvor, seit er bei Union ist.

Anhänger von Union Berlin wollen sich nach Informationen des Tagesspiegels unter anderem in der Fankneipe „Abseitsfalle“ treffen, um Angriffe auf das Stadion und das Vereinsgelände zu verhindern.

Die Anhänger von Feyenoord Rotterdam gelten als gewaltbereit und international berüchtigt. Allein in dieser Saison brachten sie dem Verein Geldstrafen in sechsstelliger Höhe ein. In der Vergangenheit kam es bei Duellen mit Ajax Amsterdam aber auch bei Europapokal-Spielen immer wieder zu schlimmen Szenen. Dafür verantwortlich ist vor allem ein harter Kern von Hooligans. Wie viele davon nach Berlin reisen ist nicht bekannt. (mit dpa)

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