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Von tief betrübt zu himmelhoch jauchzend in Minuten : Schweizer Fan wird zum Internethit

Das wechselvolle Achtelfinale gegen Frankreich stürzte die Schweizer Fans in ein Gefühlschaos. Fotos von einem Anhänger gehen um die Welt.

Von tief betrübt zu himmelhoch jauchzend in Minuten : Schweizer Fan wird zum Internethit

Fans der Schweiz während des Achtelfinalspiels gegen FrankreichFoto: dpa/AP/EPA/Robert Ghement

Für die Schweiz war es ein historischer Abend in Bukarest. Durch ein 5:4 (3:3, 3:3, 1:0) nach Elfmeterschießen gegen Weltmeister und Mitfavorit Frankreich erreichte die Nati erstmals ein Viertelfinale einer Fußball-Europameisterschaft. Am Freitag wartet in St. Petersburg Spanien.

Gegen Frankreich hatte die Mannschaft erst 1:0 geführt – und war nach der Pause dann aber 1:3 in Rückstand geraten. Kurz vor Schluss kam die Schweiz auf 2:3 heran, bevor Mario Gavranović buchstäblich in letzter Minute doch noch zum 3:3 ausglich und damit – nach einer torlosen Verlängerung – das Elfmeterschießen mit dem glücklichen Ende erst möglich machte.

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Die Schweizer Fans gingen durch ein Wechselbad der Gefühle – und keiner zeigte das so deutlich wie ein Anhänger, der immer wieder im Fernsehen zu sehen war. Wenige Minuten vor Schluss beim Stand von 2:3 wirkt der Mann am Boden zerstört und nervlich am Ende. Als kurz darauf der späte Ausgleich fällt, ist er völlig aus dem Häuschen und reißt sich das Trikot vom Leib.

Der Kontrast der beiden Bilder verbreitete sich rasch in den sozialen Medien und sorgte für viel Heiterkeit und Freude.

Besonders angetan war auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan. Er teilte das Foto und ernannte den mitfiebernden Schweizer Fan zum „Man of the Match“, zum „Mann des Spiels“.

Die Identität des Fans wurde auch bald geklärt. Es ist ein 28-Jähriger aus dem Kanton Jura mit Namen Luca Loutenbach. „Ich weiß nicht, wie mir geschieht“, sagte Loutenbach der Schweizer Boulevardzeitung „Blick“. „Ich glaube, dass mir alle geschrieben haben, die mich kennen.“

Dem Bericht zufolge versucht Loutenbach, bei jedem Spiel der Schweizer Nati vor Ort zu sein. Bei der EM sei es sein drittes Spiel nach den beiden Partien in Baku gegen Wales und die Türkei gewesen. „Ich versuche alles im Bereich des Möglichen, um kein Spiel zu verpassen. Aber es war logistisch fast unmöglich, von Baku nach Rom und wieder zurück zu reisen“, sagte der Fan.

Der Sieg über Weltmeister Frankreich war für den 28-Jährigen ein großer Moment für das ganze Land. „Es ist der schönste Tag in der Geschichte des Schweizer Fußballs – wir sollten keine Angst vor diesen Worten haben.“

Aus seiner plötzlichen Bekanntheit macht sich der Amateurfußballer des FC Rebeuvelier (5. Liga) der Zeitung zufolge nicht viel, denn er wisse, dass sie nur von kurzer Dauer sei. 

Für die Schweizer war Torwart Yann Sommer, in der Bundesliga in Diensten von Borussia Mönchengladbach, der Held des Abends, weil er den entscheidenden Elfmeter von Frankreichs Starspieler Kylian Mbappé abwehrte.

In der Heimat jubelten die Medien. „Sommer hext die Nati in den EM-Final“, schrieb der „Blick“. Die „Neue Zürcher Zeitung“ nannte die Nacht eine „der denkwürdigsten“ der Schweizer Fußballgeschichte.

In Erinnerung bleiben wird dabei aber auch der Fan, der erst zu Tode betrübt war und dann himmelhoch jauchzte.

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