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Union bleibt nach Europa-Party vorsichtig

Die erste rauschende Europa-Party von Union Berlin machte auch Trainer Urs Fischer richtig Spaß. So ganz konnte der Erfolgscoach der Eisernen dann aber doch nicht aus seiner Haut. «Im Fußball kann vieles schnell schief gehen. Es ist ein tolles Resultat, es gibt aber noch ein Rückspiel», sagte Fischer nach dem recht locker herausgespielten 4:0 (3:0)-Erfolg im Playoff-Hinspiel des Bundesligisten in der neuen Conference League bei Kuopio PS.

Union bleibt nach Europa-Party vorsichtig

© dpa

Henri Toivomäki (l) von Kuopion PS und Taiwo Awoniyi vom 1. FC Union Berlin kämpfen um den Ball.

Fischer musste sich schnell mit Kapitän Christopher Trimmel abgesprochen haben, denn auch der Österreicher fand nach der klaren Dominanzbekundung auf dem Feld die obligatorischen, letztlich aber nur bemüht professionell klingenden Warnungen vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr) gegen den finnischen Pokalsieger im Berliner Olympiastadion. «Die werden alles nach vorne werfen, werden alles riskieren. Daher sind wir gewarnt und werden das Rückspiel hochkonzentriert angehen», sagte Trimmel. Vorsicht und Understatement gehören schon lange zu den Grundtugenden der neuen deutschen Spaß-Fußball-Fraktion aus Berlin-Köpenick. Weder Fischer noch Trimmel werden ihre Vorsicht-Formulierungen aber selbst so ganz geglaubt haben. Gleiches gilt für Doppeltorschütze Taiwo Awoniyi. «Es ist noch nicht geschafft. Wir müssen es in Berlin zu Ende bringen», sagte er. Es müsste aber schon alles erdenkliche schief laufen, damit die Gruppenphase des Europapokal-Wettbewerbs vom 16. September an ohne Union Berlin stattfindet. Die Bilder aus Helsinki demonstrierten auch, welch Möglichkeiten die von vielen skeptisch betrachtete Conference League für die Berliner bieten kann. Ein Stimmungsaufheller immer wieder donnerstags. Die mehreren hundert Fans, obwohl laut UEFA-Regeln gar nicht zugelassen, sorgten im Olympiastadion für eine große Party-Atmosphäre. «Danke, an die Fans. Das war ein gelungener Auftakt», sagte Trimmel. «Das war mal wieder Stadion-Feeling.» Ausgelassen tanzte auch Max Kruse, neben Awoniyi und Andreas Voglsammer Torschütze, vor der Tribüne mit den Kollegen. Noch im Mai hatte er sich spöttisch über die Conference League geäußert. Die nächste Charakterprobe folgt für Union schon am Sonntag. Wenn der Schalter bei der TSG 1899 Hoffenheim wieder auf den Ligamodus umgelegt werden muss. Fischer will auch dann wieder Spaß haben.

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