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Unabhängig vom Alter : Berlin ruft zu Booster-Impfungen für alle auf

Bundesgesundheitsminister Spahn dringt auf Auffrischungsimpfungen unabhängig vom Alter. Berlins Gesundheitssenatorin Kalayci sagt: Die sind schon möglich.

Unabhängig vom Alter : Berlin ruft zu Booster-Impfungen für alle auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekam Ende Oktober eine Auffrischungsimpfung.Foto: Jan Pauls/Bundesgesundheitsministerium/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will allen Bürgern unabhängig von ihrem Alter eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus anbieten. Solche Booster-Impfungen könnten im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten „grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen“, heißt es in einem Entwurf von Spahns Ministerium für die bevorstehende Gesundheitsministerkonferenz Ende der Woche.

Berlin will eine länderübergreifende Abstimmung gar nicht erst abwarten – und ruft bereits zu großflächigen Booster-Impfungen auf. In der Hauptstadt können sich alle Menschen, deren vollständige Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt, ein drittes Mal impfen lassen. Das betonte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung.

Diese Information sei nicht neu; sie sei aber nicht optimal kommuniziert worden, sagte Kalayci. Wichtig sei nur, dass der vollständige Impfschutz seit mindestens einem halben Jahr bestehe. Für die dritte Impfung könne man sowohl in die Impfzentren gehen als auch zum eigenen Arzt oder in einen Impfbus.

Am Nachmittag unterstrich die Gesundheitsverwaltung mit einer Pressemitteilung den Appell der Senatorin. „Grundsätzlich können alle Personen, deren Zweitimpfung mindesten sechs Monate her ist, eine Auffrischungsimpfung erhalten“, hieß es darin. Zwar empfehle die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Auffrischungsimpfung bisher nur für Personen ab 70 Jahren, für Personen mit bestimmten Vorerkrankungen und für besondere Berufsgruppen. Doch könne die Booster-Dosis auch ohne Stiko-Empfehlung verabreicht werden, wenn die Grundimmunisierung ein halbes Jahr oder länger zurückliege „und eine erhöhte Gefährdung für eine Infektion mit Covid-19 bestehen könnte“.

Gilt das dann also doch nicht für jeden unabhängig vom Alter, sondern nur für besondere Risikogruppen? Grundsätzlich, so war aus der Verwaltung zu hören, erlaube das Infektionsschutzgesetz des Bundes schon jetzt den Booster für alle. Sonst hätte Minister Spahn sich nicht Ende Oktober selbst eine Auffrischungsimpfung abholen können – samt öffentlichkeitswirksamem Foto. Besondere Infektionsrisiken seien dann nur noch zwischen Arzt und Patient zu klären. Eine Übersicht über die Impfangebote in Berlin hat die Gesundheitsverwaltung auf ihrer Website veröffentlicht.

Berlin betreibt zwei Impfzentren noch bis Ende Januar

Eine Gruppe muss nicht mal ein halbes Jahr warten: Ausgenommen von der Sechs-Monats-Regel sind die Menschen, die mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson immunisiert wurden. Diese können sich schon nach vier Wochen die Auffrischung holen – ebenfalls in den zwei Berliner Impfzentren.

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Diese sollen zunächst bis Ende Januar weiter betrieben werden, sagte Kalayci. Man müsse dann schauen, wie deren Finanzierung weiter sichergestellt werden könne. Aktuell seien die Impfzentren an der Messe und in Tegel zu rund 35 Prozent ausgelastet.

Berlin liegt bei Booster-Impfungen über dem Bundesschnitt

Dreifach geimpft sind in Berlin bisher 4,4 Prozent der Menschen, wie die Senatorin unter Berufung auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts sagte. Damit liege Berlin über dem Bundesschnitt (2,5 Prozent). Bei den über 60-Jährigen hätten in Berlin 15 Prozent die Auffrischimpfung erhalten (Bund: 6,3 Prozent).

„Wir haben uns auch auf die Impfungen von unter 12-Jährigen vorbereitet“, sagte Kalayci. Auch das könne künftig in den Impfzentren gemacht werden.

Spahns Plan einer Auffrischungsimpfung für alle erntet jedoch Widerspruch. „Die Booster-Impfung wahllos für alle zu empfehlen, macht keinen Sinn“, sagte Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), am Dienstag. Auch Stiko-Chef Thomas Mertens betonte: Wer jung, gesund und zweimal geimpft ist, habe einen ausreichenden Schutz vor einer schweren Erkrankung.

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