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Trotz Corona-Welle : Deutsche Wirtschaft schrumpft zum Jahresende um nur 0,3 Prozent

Die Corona-Pandemie hat weniger geschadet als befürchtet. Das Bruttoinlandsprodukt verringerte sich gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent.

Trotz Corona-Welle : Deutsche Wirtschaft schrumpft zum Jahresende um nur 0,3 Prozent

Roboter von ABB arbeiten an der Karosserie von verschiedenen BMW-Modellen.Foto: dpa/Sven Hoppe

Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft am Jahresende 2021 weniger ausgebremst als ursprünglich angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte zwischen Oktober und Dezember um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte und damit eine frühere Schätzung von minus 0,7 Prozent kräftig revidierte. Im vergangenen Jahr hatte die Wirtschaft um revidiert 2,9 Prozent zugelegt. Sie konnte damit den Einbruch aus dem ersten Corona-Krisenjahr 2020 von 4,6 Prozent aber nicht ausgleichen.

Besonders die Ausgaben der Verbraucher sanken Ende 2021 um 1,8 Prozent, während die staatlichen Konsumausgaben um 1,0 Prozent zunahmen. Die Bauinvestitionen stagnierten zum Sommer.

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Es war der erste Rückgang des BIP seit dem ersten Quartal 2021. Viele Fachleute gehen davon aus, dass die Omikron-Welle die Konjunktur auch im laufenden ersten Quartal belastet. So könnte es zu einer technischen Rezession kommen – wenn die Wirtschaftskraft in zwei Vierteljahren in Folge sinkt. „Omikron und Lieferketten bleiben vorerst hartnäckige Spielverderber“, sagte Chefökonom Alexander Krüger von der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe. „Für das laufende Quartal ist an eine dynamische Wachstumsrückkehr nicht zu denken.“ Auch Volkswirt Jens-Oliver Niklasch von der LBBW rechnet mit einer noch zurückhaltenden Konjunktur zum Jahresstart 2022 – „zumal üblicherweise hohe Inflation eine echte Konsumbremse ist“. Er erwartet ab dem Frühjahr wie die meisten Experten dann eine spürbare Belebung, wenn die Virus-Pandemie abebben dürfte.

Die Bundesregierung rechnet für dieses Jahr insgesamt mit 3,6 Prozent Wirtschaftswachstum und für 2023 mit einem BIP-Plus von 2,3 Prozent, wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck im Bundestag Ende Januar sagte. „Wir haben eine robuste Wirtschaft und einen stabilen Arbeitsmarkt.“ Zu Jahresbeginn sei die Dynamik wegen der anhaltenden Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie aber noch gedämpft, so der Grünen-Politiker.

Auch die Staatsfinanzen stehen besser da als erwartet. Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr weniger tiefe Löcher in den Staatshaushalt gerissen als zunächst angenommen. Das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen lag bezogen auf die Wirtschaftsleistung bei 3,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. In einer ersten Berechnung hatte die Wiesbadener Behörde das Minus auf 4,3 Prozent beziffert. (Reuters, dpa)

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