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Steigende Nachfrage und überalterte Infrastruktur : Deutsche Bahn kassiert ihr Pünktlichkeitsziel für 2022 ein

Die Bahn sieht sich mit rasant steigenden Passagierzahlen überfordert. Dies treffe auf einen Rückstau an Investitionen ins Netz, sagt der Konzernchef.

Steigende Nachfrage und überalterte Infrastruktur : Deutsche Bahn kassiert ihr Pünktlichkeitsziel für 2022 ein

Zahlreiche Reisende vor einer Anzeigetafel mit An- und Abfahrtszeiten der Züge am Hamburger Hauptbahnhof.Foto: Jonas Walzberg/dpa

Die Bahn wird ihr Pünktlichkeitsziel auch 2022 nicht erreichen. Das sagte Konzernchef Richard Lutz am Montag. Bislang seien in diesem Jahr knapp über 70 Prozent der Fernzüge pünktlich gewesen. Man müsse kein Prophet sein, um zu sehen, dass die angestrebten 80 Prozent im Gesamtjahr nicht erreicht werden. Die Bahn werde „signifikant“ darunter liegen, sagte Lutz. „Das ist nicht schön, das ist alles andere als erfreulich.“ Nach Bahn-Definition gelten Züge als pünktlich, die weniger als sechs Minuten nach Fahrplan ankommen. Im vergangenen Jahr waren 75 Prozent der ICE, Intercity und Eurocity pünktlich gewesen.

Das Dilemma: Gleichzeitig wachsen und modernisieren

Die Deutsche Bahn sieht sich mit den wieder rasant steigenden Passagier- und Frachtzahlen überfordert und bereitet ihre Kunden auf Verspätungen und Ausfälle vor. Die steigende Nachfrage treffen auf einen Rückstau bei den nötigen Investitionen ins Netz, warnte Bahnchef Richard Lutz am Montag in Berlin. „Wir haben ein kurzfristig kaum auflösbares Dilemma: gleichzeitig wachsen und modernisieren.“

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Die Betriebslage sei kritisch, die Verspätungen nähmen zu. „Noch nie gab es auf dem deutschen Streckennetz so viele Baustellen wie heute.“ Der Modernisierungsbedarf werde aber in den nächsten Jahren weiter steigen. „Es braucht ein grundsätzliches, ein radikales Umsteuern. Ein weiter so ist definitiv keine Alternative.“

Überalterte Infrastruktur

Die Passagiere und die Fracht kämen nach der Corona-Flaute schneller wieder als erwartet. Dies treffe auf eine überalterte Infrastruktur, die mit dem jetzigen Baustellen-Management nicht wirklich saniert und die nötige Erweiterung der Kapazität nicht erreicht werden könne. Wegen der zuletzt vom Bund deutlich erhöhten Mittel für das Netz sei Geld nicht das Problem.

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Ab 2024 wolle man nun die hochbelasteten Strecken einer Generalsanierung unterziehen und dann auch für längere Zeit sperren. Diese Sanierung werde für die Kunden schmerzhaft sein. Es werde größere Umleitungen geben. Die Schlüssel-Industrien sollten aber weitere beim Güterverkehr vorrangig versorgt werden. (dpa, Reuters)

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