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Seit drei Monaten erfolglosWohnungssuche in Berlin ist ein Vollzeitjob

Seit drei Monaten erfolglosWohnungssuche in Berlin ist ein Vollzeitjob

Die alleinerziehende Mutter hat Angst, mit ihrem Sohn Daymon (1) bald auf der Straße zu sitzen

Foto: Parwez Teilen Twittern SendenVon: Alina Gröning 19.10.2021 – 16:36 Uhr

Wenn die Wohnungssuche zur Ganztagsbeschäftigung wird…

Berlin – Zum 30. September hätte Desiree S. (28) aus ihrer Neuköllner Zwei-Zimmer-Wohnung raus gemusst. Seit über drei Monaten sucht die gelernte Verkäuferin verzweifelt nach einer neuen Bleibe – bislang vergeblich.

Seit 2017 lebt S. zur Untermiete mit Sohn Daymon (1) in der Parterre-Wohnung, die vorher als Ferienwohnung genutzt wurde. „Vor etwa fünf Monaten hat es regelmäßig nach Gülle gestunken, eines Abends ist das Waschbecken übergelaufen“, so die Alleinerziehende.

Sie kontaktierte Hausmeister und Vermieter: „Der hat mir versichert, die Handwerker-Kosten zu übernehmen.“ Ein paar Wochen später flatterte die Rechnung über 400 Euro ins Haus – und kurz darauf die Kündigung wegen Eigenbedarfs.

Seit drei Monaten erfolglosWohnungssuche in Berlin ist ein Vollzeitjob

BILD-Reporterin Alina Gröning bei Desiree S. (28) in ihrer Neuköllner Wohnung

Foto: Parwez

Jetzt dreht sich ihr ganzes Leben nur noch darum, ein neues Zuhause zu finden. „Ich habe über 400 Bewerbungen verschickt, mache fast jeden Tag halbe Weltreisen für Besichtigungen.“

Mietschulden hat sie nicht, trotzdem bekommt sie nur Absagen. „Ich habe einen Schufa-Eintrag wegen einer nicht bezahlten Handy-Rechnung vor Jahren. So eine Jugendsünde kann mir doch jetzt nicht zum Verhängnis werden“, so S.

Seit 1. Oktober lässt sie es auf die Räumungsklage ankommen. „Meine Ansprüche gehen langsam gegen null. Ich mache überall Abstriche, bin bereit bis zu 900 Euro für zwei Zimmer zu zahlen.“

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