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Russen-Fahnen und laute MusikAuto-Korso der Schande in Berlin

An dem Tag, an dem die Welt vom Massaker in Butscha erfuhr

Russen-Fahnen und laute MusikAuto-Korso der Schande 
in Berlin

Der Autokorso nahe Treptower Park in Berlin. Rund 900 Personen nahmen daran teil

Foto: Florian Boillot Teilen Twittern Senden 03.04.2022 – 20:59 Uhr

Berlin – Etwa 900 Menschen haben am Sonntag in Berlin an einem Pro-Russland-Autokorso teilgenommen – nur wenige Stunden, nachdem das Massaker von Butscha bekannt geworden war. Ein Auto-Korso der Schande, quer durch die deutsche Hauptstadt!

Der Umzug mit mehreren hundert Fahrzeugen wurde als Veranstaltung mit dem Titel „Keine Propaganda in der Schule – Schutz für russischsprechende Leute, keine Diskriminierung“ angemeldet, wie die Berliner Polizei mitteilte.

Auf einem Schild hieß es: „Stop hating Russians“ (Hört auf, Russen zu hassen). Etliche Autos führten Fahnen in den russischen Nationalfarben Weiß-Blau-Rot mit.

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Ein Video, das auf Twitter geteilt wurde, zeigt zahlreiche Wagen, dazu wird laut Musik gespielt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Korso auf der Märkischen Allee Höhe in Höhe S-Bahnhof Ahrensfelde.

Der Korso zog von der Stadtgrenze im nordöstlichen Berlin zum Olympischen Platz im Stadtteil Charlottenburg. Anmelder war nach Angaben der Polizei eine Einzelperson. Zwischenfälle habe es nicht gegeben, sagte ein Sprecher.

Unfassbar: Nur wenige Stunden, bevor der Korso durch die Stadt fuhr, war das Massaker von Butscha bekannt geworden.

► Die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur (48) twitterte: „Ich bin fassungslos. Rechtfertigen diese Menschen also Gräueltaten und Kriegsverbrechen? Nutzen sie hier das Demonstrationsrecht, das Menschen in Russland verwehrt wird, um sich solidarisch mit einem menschenverachtenden Diktator zu zeigen? Mir ist schlecht.“

► Der Berliner CDU-Generalsekretär, Stefan Evers (42), kommentierte die Bilder vom Russen-Konvoi auf Twitter so: „Widerwärtig. Und das in der Stadt der Freiheit.“ 

Das Massaker von Butscha

Nach dem Rückzug russischer Truppen aus dem Gebiet rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew hatten Fotos von getöteten Menschen in der zurückeroberten Stadt Butscha am Sonntag für Entsetzen gesorgt.

Im Vorort Butscha wurden nach dem Abzug der russischen Armee zahlreiche Leichen auf den Straßen entdeckt – erschossene Zivilisten, verscharrte Leichen, Frauen, die vor ihrer Ermordung vergewaltigt worden waren. Kriegsverbrechen!

Bilder, die auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) tief treffen. Er will jetzt die Sanktionen gegen Russland verschärfen. „Dieses furchtbare Kriegsverbrechen kann nicht unbeantwortet bleiben“, so Habeck gegenüber BILD. „Ich halte eine Verschärfung der Sanktionen für angezeigt. Das bereiten wir mit unseren Partnern in der EU vor.“

Russen-Fahnen und laute MusikAuto-Korso der Schande 
in Berlin

Ein toter Zivilist liegt auf einer Straße bei Butscha

Foto: action press

Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) sprach am Sonntag von „furchtbaren und grauen-erregenden Aufnahmen“ aus der Ukraine.

„Diese Verbrechen des russischen Militärs müssen wir schonungslos aufklären. Ich verlange, dass internationale Organisationen wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz Zugang erhalten zu diesen Gebieten, um die Gräueltaten unabhängig zu dokumentieren. Die Täter und ihre Auftraggeber müssen konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.“ Der Krieg in der Ukraine „muss aufhören“, so der Kanzler weiter.

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