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Rund 50 Wohnungen betroffen : Mindestens drei Verletzte bei Brand in Gebäudekomplex in Essen

Im Westviertel in Essen brennt ein gesamter Wohnkomplex. Die Feuerwehr ist im Großeinsatz. Rund 100 Menschen werden aus dem Gebäude gerettet.

Rund 50 Wohnungen betroffen : Mindestens drei Verletzte bei Brand in Gebäudekomplex in Essen

Brand in einem Wohnkomplex in EssenFoto: Reuters/Christoph Reichwein

Bei dem Brand eines Wohnkomplexes in Essen sind mindestens drei Menschen verletzt worden. Sie seien mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gekommen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Etwa 100 Personen seien aus dem Komplex in Sicherheit gebracht worden. Das entspreche ungefähr der Zahl der dort wohnenden Menschen.

Man habe das zwar noch nicht genau überprüfen können, „aber das kommt ungefähr hin“, sagte der Sprecher. Die Menschen hätten in einem nahegelegenen Hörsaal der Universität Zuflucht gefunden.

Einen Brand von vergleichbaren Ausmaßen habe die Essener Feuerwehr „definitiv“ noch nicht erlebt. Das sei eine völlig unbekannte Größenordnung. Am Montagmorgen schlugen immer noch Flammen aus dem ausgebrannten L-förmigen Gebäudekomplex.

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Etwa 150 Einsatzkräfte seien vor Ort. Der Brand sei noch nicht unter Kontrolle, ein Ende der Löscharbeiten sei noch nicht abzusehen. „Das ist sehr schwierig und teilweise gefährlich für die Einsatzkräfte momentan, da in jede Wohnung reinzugehen“, sagte der Sprecher.

Rund 50 Wohnungen betroffen : Mindestens drei Verletzte bei Brand in Gebäudekomplex in Essen

Löscharbeiten der FeuerwehrFoto: dpa/Roland Weihrauch

Die Ursache für den Brand ist noch nicht geklärt. Man werde so schnell wie möglich Ermittlungen dazu aufnehmen, sagte am Montag eine Polizeisprecherin. Zurzeit werde noch gelöscht und dann müsse man sehen, wie schnell man die Brandruine betreten könne. „Aber danach ermitteln wir natürlich, wie es dazu kommen konnte.“

Die Windböen von Sturm „Antonia“ fachten den Brand zusätzlich an, so dass das Gebäude binnen kürzester Zeit ausbrannte.

Erst kürzlich hatte die „WAZ“ über eine Serie von Bränden in der Stadt berichtet. Dreimal habe es innerhalb einer Woche im Eltingviertel nördlich des Stadtkerns gebrannt.

Augenzeugenbericht: „Es glich einem Inferno“

Der 35 Jahre alte Lennart Diedrich war als direkter Anwohner einer der ersten Augenzeugen des Feuers. „So um zwei Uhr war’s, als ich ins Bett gehen wollte und so die letzten Lichter ausgemacht habe und draußen ‚Feuer! Feuer!‘ geschrien wurde“, berichtet Diedrich der Deutschen Presse-Agentur. „Und dann hab ich aus dem Fenster geschaut, und da kam da, wo die Jalousien so auf Halbmast hängen, Rauch raus. Da hab ich gesagt: ‚Ok, das ist ernster.‘“

Er habe versucht, die Feuerwehr zu rufen, sich angezogen und sei rausgerannt. „Dann kamen schon von der ganzen anderen Gebäudeseite Flammen hochgelodert. Es glich einem Inferno. Der Wind peitschte die Flammen an – Funken.“

Rund 50 Wohnungen betroffen : Mindestens drei Verletzte bei Brand in Gebäudekomplex in Essen

Flammen schlagen aus der gesamten FassadeFoto: dpa/Stephan Witte

Kurz darauf sei der erste Feuerwehrwagen eingetroffen. Die Feuerwehrleute seien ins Haus gelaufen und hätten dann gerufen: „Wir brauchen mal Hilfe!“ Diedrich sei dem Aufruf zusammen mit zwei anderen Personen gefolgt. „Dann sind wir hochgelaufen in dem Treppenhaus da, zu dritt. Und da war ein Rollstuhlfahrer, der den Fahrstuhl natürlich nicht mehr benutzen konnte und nicht runtergekommen ist. Da haben wir den zu dritt runtergetragen. Zwei hinten, ich hab vorne angepackt, haben ihn runtergetragen. Dann kam die Polizei, und es wurde alles evakuiert.“

Es sei dann unheimlich schnell gegangen. „Innerhalb von 20 Minuten stand das ganze Haus komplett in Flammen. Man hat das Gefühl, das ist ein Feuer-Inferno, in dem man sich hier befindet.“

Aufgrund der Löscharbeiten kam es zu Behinderungen im Berufsverkehr. Die Segerothstraße und die Friedrich-Ebert-Straße im Essener Westviertel waren nach Feuerwehr-Angaben voll gesperrt. Das Westviertel grenzt unmittelbar westlich an den Essener Stadtkern an. (dpa)

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