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Rücktrittsdrohung an eigene Genossen : Kühnert will bei neuer Groko kein SPD-Vize mehr sein

Eine neue Koalition der SPD mit der Union ist möglich, für Kevin Kühnert aber tabu. Sollte es doch dazu kommen, will der Berliner den Parteivorstand verlassen.

Rücktrittsdrohung an eigene Genossen : Kühnert will bei neuer Groko kein SPD-Vize mehr sein

SPD-Vize Kühnert hat seine Position zu einer Neuauflage der Groko abermals verdeutlicht.Foto: Tobias Schwarz/AFP

Der sozialdemokratische Politiker Kevin Kühnert will als SPD-Vize zurücktreten, falls es nach der Bundestagswahl zu einer neuen großen Koalition aus SPD und Union kommen sollte. Das kündigte der Berliner Bundestags-Kandidat auf der Internetplattform Reddit an, wo er Nutzerfragen zu diversen Themen beantwortete.

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Zugleich betonte Kühnert allerdings: „Alle in der SPD wollen die Union in die Opposition schicken. Wirklich alle.“ Eine neue Koalition mit der Union halte er für „komplett undenkbar“, sagte der 32-Jährige, der dem eher linken Flügel der SPD angehört.

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In Umfragen wäre eine große Koalition nach derzeitigem Stand knapp möglich – anders als jetzt dann unter Führung der SPD, die in den Umfragen teils deutlich vor der Union rangiert.

Deutlich größere Mehrheiten hätten allerdings Dreierkoalitionen etwa aus SPD, Grünen und FDP oder aus Union, Grünen und FDP. Kühnert hatte sich bereits nach der vergangenen Bundestagswahl 2017 vehement gegen ein Bündnis der SPD mit der Union ausgesprochen.

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Zudem kritisierte Kühnert nun auch den Wahlkampf-Stil von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet. „Armin Laschet führt einen üblen Wahlkampf voller Verleumdungen und ohne eigene Inhalte“, schrieb er. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz habe vor diesem Hintergrund „sicherlich keinen Bock, mit dem Typen auf irgendeiner Bühne zu stehen“.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte Kühnert ausgeschlossen, im Falle eines Wahlsiegs ein Ministeramt zu übernehmen. „Nein. Und damit implodiert schon wieder eine Wahlkampfblase der CDU/CSU“, sagte er dem Nachrichtenportal t-online.

Auch im Parlament strebt der Bundestagskandidat für den Berliner Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg demnach keine Ämter an. „Manche können sich das vielleicht nicht vorstellen, aber ich empfinde ein Bundestagsmandat als eine wirklich große Aufgabe, die keiner weiteren Posten bedarf.“ (dpa)

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