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Relikte des Krieges auf dem Ku’damm : Zerstörtes Auto aus der Ukraine wird in Berlin ausgestellt

Die Ausstellung „Testament of Bucha“ will die Schrecken des Kriegs in der Ukraine zeigen. Ab Montag ist sie am Kurfürstendamm zu sehen.

Relikte des Krieges auf dem Ku'damm : Zerstörtes Auto aus der Ukraine wird in Berlin ausgestellt

Dieses Auto wird in der Ausstellung zu sehen sein.Foto: Testament of Bucha

Ein zerschossenes und ausgebranntes Auto aus dem ukrainischem Bucha wird von Montag, 22. August, bis Mitte September auf dem George-Grosz-Platz am Kurfürstendamm stehen. Die deutsch-ukrainische Ausstellung „Testament of Bucha“ warnt vor den Schrecken des Kriegs.

Russische Soldaten hatten im vergangenen Frühjahr ein Massaker an Zivilisten in der ukrainischen Stadt verübt. In dem Auto waren eine 53-Jährige, ihre 14-jährige Tochter und zwei weitere Frauen bei einem Angriff gestorben.

Das Autowrack stehe „im Kontrast zur geordneten Umgebung“ des Ku’damms und „konfrontiert so die Besucher:innen mit der Realität des Krieges und dem täglichen Kampf der Ukrainer:innen“, heißt es in einer Ankündigung der Veranstalter und des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf.

Die Geschichte der Opfer erzählen unabhängige Medien und Journalist:innen aus der Ukraine in Videos, die  gezeigt werden. Die Gründer der Ausstellung, Andriy Radnyuk und Roman Semenyshyn-Braescu, sind Ukrainer und waren beim Kriegsbeginn in die Territorialverteidigung ihrer Heimat eingetreten.

Andrij Melnyk ist Schirmherr der Ausstellung

Zu den Berliner Unterstützer:innen des Bildungs- und Kulturprojekts gehören Oleksandr Shpak (Balletttänzer am Staatsballett Berlin und Produzent der Benefiz-Gala „Ballet for Life by Iana Salenko“), das gemeinnützige Unternehmen Regnum Legis und das bezirkliche Ordnungsamt. Der scheidende Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, hat die Schirmherrschaft übernommen.

An der Vernissage am Montag um 11 Uhr wollen Melnyk, Mitinitiator Radnyuk, ein Vertreter von Regnum Legis sowie Ordnungsstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) teilnehmen.

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„Diese Ausstellung wird Diskussionen auslösen“, sagt Schruoffeneger voraus. „Müssen wir uns solche Bilder, solche direkte Konfrontation mit Krieg und Gewalt zumuten?“ Er bejaht dies. „Nur wenn wir auch sinnlich verstehen, was der Krieg in der Ukraine für die Menschen bedeutet, werden Diskussionen zum Beispiel darüber, ob es nicht besser für uns sei, die Gaspipeline Nordstream 2 doch in Betrieb zu nehmen oder insgesamt kompromissbereiter zu sein, verstummen.“

Eine ähnliche Ausstellung war erst kürzlich vom Bezirk Mitte abgelehnt worden. Vor der russischen Botschaft sollte ein zerschossener Panzer ausgestellt werden. Ein solches Objekt zu zeigen, sei nicht angemessen, argumentierte der Bezirk.

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