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Proteste gegen Corona-Maßnahmen : Mann stirbt bei Umzug in Wandlitz – Tausend Menschen demonstrieren am Alexanderplatz

In Berlin und Brandenburg gingen am Montagabend wieder Tausende gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße. In Wandlitz brach ein Demo-Teilnehmer zusammen.

Proteste gegen Corona-Maßnahmen : Mann stirbt bei Umzug in Wandlitz – Tausend Menschen demonstrieren am Alexanderplatz

Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen gehen mit Transparenten durch die Stadt.Foto: Paul Zinken/dpa

Mehrere Tausend Menschen haben am Montagabend in Berlin und Brandenburg gegen die Corona-Maßnahmen und die Impfpflicht protestiert. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, versammelten sich die Demonstranten an diversen Orten in Berlin. Es gab mehrere Verstöße gegen die Maskenpflicht, gegen die Abstandsregelungen und auch einige unangemeldete Versammlungen wurden aufgelöst. Größere Ausschreitungen gab es nach Angaben der Polizei aber nicht.

In Wandlitz starb ein Teilnehmer des Umzugs, wie die „MOZ“ berichtete. Der 53-Jährige habe demnach zuvor eine Polizeikette durchbrechen wollen. Beamten hätten ihn angehalten und seine Personalien aufgenommen. Anschließend habe er seinen Weg fortsetzen können, sei jedoch kurz darauf unvermittelt zusammengebrochen. Trotz sofort eingeleiteter Ersthilfemaßnahmen starb der Mann kurz darauf im Krankenhaus, wie die Polizeidirektion des Landkreises Barnim mitteilte.

Am Alexanderplatz versammelten sich am Abend etwa tausend Menschen und zogen von dort durch die Innenstadt, berichtete die „Berliner Zeitung“. Demnach soll der Umzug friedlich geblieben sein.

Mehr Gegenprotest als Corona-Demonstration hingegen findet man inzwischen vor der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg. Die Corona-Leugner um den stadtbekannten „Captain Future“ mussten am Montagabend im Nieselregen davon trotten. 200 Nachbarn hatten sich vor der Revolutionskirche aufgestellt.

Größere Versammlungen gab es unter anderem in Oranienburg, Eberswalde und Neuruppin. In Bernau unterbanden Einsatzkräfte die Versuche von mehreren Gruppen, eine nicht angemeldete Versammlung durchzuführen, wie ein Polizeisprecher berichtete. Nach Angaben eines dpa-Reporters waren dort etwa 200 Demonstranten auf der Straße. Unangemeldete Versammlungen gab es nach Angaben der Polizei auch in der Prignitz, so in Wittstock, Wittenberge und Perleberg.

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In Oranienburg musste der Demonstrationszug geteilt werden, weil die Zahl der Teilnehmer auf mehr als 1000 angewachsen war, wie Polizeisprecher Philipp Mahncke berichtete. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind aktuell nur maximal 1000 Teilnehmer bei Demonstrationen zugelassen.

Auch in der Landeshauptstadt Potsdam gab es am Montagabend wieder zwei angemeldete Proteste, eine kleine Mahnwache vor dem Filmmuseum und einen Demonstrationszug unter dem Motto „Freie Impfentscheidung Potsdam“ mit mehreren hundert Teilnehmern. Es gab auch Gegenkundgebungen vom Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ und der linken Initiative „Solidarisches Potsdam“ mit jeweils mehreren Dutzend Teilnehmern.

„Lichterspaziergang“ in Potsdam verboten

Ein in Sozialen Medien wie in den Vorwochen angekündigter „Lichterspaziergang“ am Platz vor dem Brandenburger Tor in Potsdam wurde von der Polizei verboten. Das Verbot wurde mit starken Kräften, auch unter Einsatz einer Reiterstaffel, durchgesetzt.

Auch in Cottbus gingen nach Angaben von Polizeisprecherin erneut mehrere hundert Menschen gegen die Corona-Politik auf die Straße. Da keine Demonstrationen angemeldet worden waren, wurden Versuche von Versammlungen von der Polizei unterbunden. In Cottbus waren in den vergangenen Wochen regelmäßig jeweils rund 3000 Gegner der Coronamaßnahmen bei nicht angemeldeten Demonstrationen auf die Straße gegangen.

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Brandenburgs Generalstaatsanwalt Andreas Behm hat die Staatsanwaltschaften des Landes aufgefordert, Straftaten im Zusammenhang mit Demonstrationen gegen die Corona-Politik nachdrücklich zu verfolgen. Einen entsprechenden Auftrag habe die Generalstaatsanwaltschaft bereits Ende Dezember an die Behördenleiter verschickt, bestätigte Sprecher Marc Böhme am Montag. Dabei handele es sich um Straftaten wie Angriffe auf Polizeibeamte und Journalisten oder Kundgebungen vor Krankenhäusern.

Dabei habe der Generalstaatsanwalt auch auf die Möglichkeit beschleunigter Verfahren verwiesen – „damit die Strafe auf dem Fuße folgt“, erklärte Böhm. Hier könnten auch Anträge auf Haft bis zur Hauptverhandlung in den Blick genommen werden. (mit jb und dpa)

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