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Olympische Spiele in Peking : Russischer Politiker bezeichnet Bach-Aussagen zu Walijewa als „unangemessen und falsch“

Deutsche Biathletinnen ohne Medaille + IOC will Diskussion über Mindestalter + Nordische Kombinierer holen Silber + Der Olympia-Newsblog.

Olympische Spiele in Peking : Russischer Politiker bezeichnet Bach-Aussagen zu Walijewa als „unangemessen und falsch“

IOC-Präsident Thomas Bach hat Stellung bezogen zur Zurechtweisungen ausländischer Medienvertreter durch die Sprecherin der…Foto: imago images/SNA

Russlands Vize-Ministerpräsident Dimitri Tschernischenko hat die Äußerungen von IOC-Chef Thomas Bach über die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa und deren Umfeld zurückgewiesen. „Wir sind zutiefst enttäuscht darüber, einen IOC-Präsidenten zu erleben, der sein eigenes fiktives Narrativ zu den Gefühlen unserer Athleten spinnt und diese dann öffentlich als Stimme des IOC präsentiert“ (mehr dazu in unserem Olympia-Blog).

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Olympische Spiele in Peking : Russischer Politiker bezeichnet Bach-Aussagen zu Walijewa als „unangemessen und falsch“

Russland kritisiert Bach-Aussagen zu Walijewa

Russlands Vize-Ministerpräsident Dimitri Tschernischenko hat die Äußerungen von IOC-Chef Thomas Bach über die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa und deren Umfeld zurückgewiesen. „Wir sind zutiefst enttäuscht darüber, einen IOC-Präsidenten zu erleben, der sein eigenes fiktives Narrativ zu den Gefühlen unserer Athleten spinnt und diese dann öffentlich als Stimme des IOC präsentiert“, sagte Tschernischenko am Freitag während der Winterspiele in Peking dem Branchendienst „insidethegames“.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees hatte zuvor sein Mitgefühl für Walijewa nach deren bitterem Olympia-Finale mit Platz vier geäußert und das Umfeld mit Trainerin Eteri Tutberidse kritisiert. „Als ich gesehen habe, wie sie von ihrem Umfeld empfangen wurde, mit etwas, was mir wie eine enorme Kälte vorkam – mir lief es kalt über den Rücken, zu sehen, was da geschah“, sagte Bach. „Statt sie zu trösten, statt ihr zu helfen, nachdem was geschehen war, konnte man spüren, wie eiskalt die Atmosphäre war.“

Tschernischenko, Organisationschef der Spiele von Sotschi 2014, bezeichnete Bachs Worte als „unangemessen und falsch“. Olympische Spiele seien für alle Athleten der „Höhepunkt des Profisports“ verbunden mit „Hoffnungen und Träumen einer gesamten Nation“. Dies sei für die Sportler ein „bekannter Druck, und das ist es auch, was sie mit ihrem Kampfgeist antreibt“, sagte Tschernischenko. (dpa)

Olympische Spiele in Peking : Russischer Politiker bezeichnet Bach-Aussagen zu Walijewa als „unangemessen und falsch“

IOC betont politische Neutralität

Die Zurechtweisungen ausländischer Medienvertreter durch die Sprecherin der chinesischen Olympia-Organisatoren sind von IOC-Chef Thomas Bach mit milden Worten kommentiert worden. „Wir haben das Problem nicht ignoriert“, versicherte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees am Freitag. Das IOC habe umgehend nach der bemerkenswerten Pressekonferenz der Olympia-Macher am Vortag Kontakt zum Organisationskomitee aufgenommen. Dabei habe man „die Einigkeit darüber bekräftigt, dass wir unmissverständlich zur politischen Neutralität verpflichtet sind, wie es in der olympischen Charta festgehalten ist“, versicherte Bach.

Am Donnerstag hatte die chinesische Sprecherin Yan Jiarong mehrfach ungefragt in der Pressekonferenz politische Stellungnahmen im Sinne von Chinas Führung getätigt. So seien Berichte über Umerziehungslager für die muslimische Minderheit der Uiguren in der Provinz Xinjiang nichts als „Lügen“, sagte sie. Bei Fragen an IOC-Sprecher Mark Adams nach der Teilnahme von Taiwan an der Eröffnungsfeier griff sie ebenfalls ein und sagte: „Ich möchte betonen, dass es nur ein China in der Welt gibt. Taiwan nimmt hier als Teil von China teil und ist ein untrennbarer Bestandteil von China.“
Nach Schätzungen von Menschenrechtlern sind Hunderttausende Uiguren in Umerziehungslager gesteckt worden, die Peking als „Fortbildungseinrichtungen“ beschreibt. Taiwan nimmt unter dem Druck Chinas an Olympischen Spielen als „Chinesisch Taipeh“ teil. Auch das IOC umgeht in seinen Stellungnahmen stets das Wort Taiwan. Die kommunistische Führung in China betrachtet Taiwan nur als Teil der Volksrepublik und droht mit einer Eroberung. (dpa)
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Erneut keine Medaille für die deutschen Biathleten

Bis zum letzten Schießen lagen Benedikt Doll und Philipp Nawrath gut im Rennen, doch dann machte den beiden Deutschen der Wind einen Strich durch die Rechnung, sodass Doll als bester Deutscher den achten Platz belegte.Gold gewann der Norweger Johannes Thingnes Bö vor dem Schweden Martin Ponsiluoma. Bronze sicherte sich Vetle Sjaastad Christiansen aus Norwegen. Los geht’s für die Biathleten im Massenstart. Die beiden Favoriten Quentin Fillon-Maillet und Johannes Thingnes Bö machen sofort ordentlich Tempo.
Für Deutschland gehen Benedikt Doll, Johannes Kühn, Roman Rees und Philipp Nawrath an den Start. Es ist für sie die letzte Möglichkeit, eine Medaille bei Olympia in Peking zu holen.

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Benedikt Doll kämpft um eine Medaille im Massenstart.   Bild: Xinhua/imago images

Keine Medaille im Biathlon

Die deutsche Biathletinnen sind zum Abschluss der Olympischen Winterspiele in China ohne weitere Medaille geblieben. Zwei Tage nach Bronze für die Frauen-Staffel belegte Franziska Preuß am Freitag im abschließenden Massenstart am Freitag den achten Platz. Die 27-Jährige aus Haag leistete sich vier Schießfehler und hatte im Ziel nach 12,5 Kilometern 1:26,4 Minuten Sekunden Rückstand auf die neue Olympiasiegerin Justine Braisaz-Bouchet aus Frankreich. In den Bergen im Nordwesten von Peking ging Silber an die Norwegerin Tiril Eckhoff, Bronze sicherte sich Eckhoffs Landsfrau Marte Olsbu Roeiseland.

Einzel-Olympiasiegerin Denise Herrmann wurde nach fünf Fehlschüssen 13., Vanessa Hinz kam auf Rang 15, Vanessa Voigt auf Platz 18. Die letzte deutsche Olympiasiegerin im Massenstart war Magdalena Neuner 2010 in Vancouver. (dpa)

Keine Medaille für Skicrosser

Die deutschen Skicrosser haben einen Tag nach der überraschenden Bronzemedaille für Daniela Maier einen weiteren Podestplatz bei den Olympischen Winterspielen klar verpasst. Das Quartett Tobias Müller, Florian Wilmsmann, Daniel Bohnacker und Niklas Bachsleitner musste sich am Freitag in Zhangjiakou bereits vor dem Finaldurchgang der besten Vier geschlagen geben. Als bester DSV-Athlet schied Bohnacker im Viertelfinale aus, für alle anderen war bereits im Achtelfinale Endstation. (dpa)

Finnland erreicht Eishockey-Finale

Finnland hat das Eishockey-Endspiel bei den Olympischen Winterspielen in Peking erreicht. Der WM-Zweite setzte sich am Freitag im ersten Halbfinale gegen Deutschland-Bezwinger Slowakei mit 2:0 (1:0, 0:0, 1:0) durch. Sakari Manninen (16. Minute) und Harri Pesonen (60.) trafen für den Favoriten. Im zweiten Vorschlussrundenspiel treffen am Abend Ortszeit (14.10 Uhr MEZ/ARD und Eurosport) Rekord-Olympiasieger Russland und Schweden aufeinander. Das Finale ist für Sonntag (05.10 Uhr/ZDF und Eurosport) angesetzt. (dpa)

IOC will Diskussion über Mindestalter

Als Konsequenz aus dem Olympia-Skandal um die 15 Jahre alte Eiskunstläuferin Kamila Walijewa drängt das IOC die Weltverbände zur Prüfung eines generellen Mindestalters im Spitzensport. „Diese Fragen müssen angegangen werden“, sagte Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, am Freitag in Peking. Es brauche aber „sorgfältige Überlegungen und Beratungen“. Das IOC werde die Diskussionen mit den Weltverbänden in Gang bringen und diesen „etwas zum Nachdenken geben“, sagte Bach. Entscheiden können aber nur die jeweiligen Fachverbände, nicht das IOC.

Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur müsse den Umgang mit Minderjährigen und ihrem Status der „geschützten Person“ überprüfen, sagte Bach. Er stelle sich grundsätzlich die Frage, wie man mit minderjährigen Athleten zukünftig umgehen werde. Bislang gibt es nur in wenigen olympischen Sportarten wie im Turnen ein Mindestalter für Teilnehmer. (dpa)

Bach zu Corona-Bilanz: Sicherster Ort auf dem Planeten

Die sehr niedrigen Corona-Infektionszahlen bei den Winterspielen in Peking sieht IOC-Präsident Thomas Bach als „großartige Leistung“. Die geschlossene Blase für die Olympia-Beteiligten in China sei „einer der sichersten Orte auf diesem Planeten“, sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees am Freitag. Bach zufolge lag die Infektionsrate unter den Teilnehmern der Winterspiele bei 0,01 Prozent. „Die Botschaft an die Welt ist: Wenn jeder die Regeln respektiert und seinen Beitrag leistet, kann man sogar ein Ereignis wie Winterspiele während einer Pandemie veranstalten“, sagte Bach.
Am Freitag vermeldeten die Organisatoren eine weitere Infektion mit dem Coronavirus unter den Olympia-Beteiligten. Der Fall sei am Vortag bei einem Ankommenden am Pekinger Flughafen entdeckt worden. In der abgeschlossenen Olympia-Blase gab es dagegen erneut keine neuen Infektion. Seit Beginn der Anreise zu den Winterspielen am 23. Januar stieg die Gesamtzahl der Infektionen damit auf 436. 
Bei den Winterspielen gelten strenge Vorsichtsmaßnahmen. Die Beteiligten dürfen sich nur in „geschlossenen Kreisläufen“ bewegen und sind vom Rest des Landes abgetrennt. Wer sich mit dem Virus angesteckt hat, wird in einem eigens dafür vorgesehenen Hotel isoliert. Während zum Beginn der Spiele zeitweise über 30 Infektionen pro Tag registriert wurden, lag die Zahl neuer Fälle zuletzt stets im niedrigen einstelligen Bereich, was die Organisatoren als Zeichen für die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen werten. (dpa)

Bobfahrerin bei Olympia positiv auf verbotene Substanz getestet

Die Olympischen Winterspiele in Peking haben ihren dritten Doping-Fall. Nach Angaben der Internationalen Test-Agentur (Ita) wurde die ukrainische Bobfahrerin Lidija Hunko positiv auf eine verbotenen Substanz getestet. Die 28-Jährige hatte in der Monobob-Entscheidung am Montag den 20. und letzten Platz belegt, laut Ita war die Probe während des Wettbewerbs in Yanqing entnommen worden. Das Ergebnis der Analyse lag demnach am Freitag vor. Hunko hat laut Ita das Recht, die Verhängung der vorläufigen Sperre vor dem Schiedsgericht des Internationalen Sportgerichtshofs anzufechten und eine Analyse der B-Probe zu verlangen.
Zuvor waren die ukrainische Langläuferin Valentina Kaminska und der iranische Skirennfahrer Hossein Saveh Shemshaki bei einer Dopingkontrolle positiv getestet worden. Für großen Wirbel sorgte bei den Winterspielen zudem die Doping-Affäre um die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa, die nach dem tagelangen Wirbel um ihre positive Probe Vierte im Damen-Einzel geworden ist. Sie war bereits im Dezember positiv auf ein verbotenes Herzmittel getestet worden. Ihr Dopingvergehen wurde jedoch erst während Olympia in Peking bekannt. (dpa)

Nach Skicross-Drama: Smith erwägt Protest gegen Jury-Entscheidung

Nach dem Skicross-Drama um Daniela Maier will die Schweizerin Fanny Smith nach ihrer verpassten Olympia-Medaille „alle Möglichkeiten prüfen, um die Entscheidung anzufechten“. Dies teilte die 29-Jährige am Freitag (Ortszeit) auf Instagram mit. „Das ist sicherlich der härteste Tag meiner Karriere. Ich kann die Entscheidung der Jury nicht akzeptieren“, schrieb die Vizeweltmeisterin.
Smith war im Skicross-Finale zunächst auf dem dritten Platz ins Ziel gekommen, einen Rang vor Maier. Beim Olympiasieg der Schwedin Sandra Näslund vor der Kanadierin Marielle Thompson wurden von der Jury allerdings nur Gold und Silber sofort bestätigt. Der dritte Platz wurde Smith nach einem minutenlangen Videostudium aberkannt.
Skicross-Renndirektor Klaus Waldner hatte anschließend die Zurückversetzung der Schweizerin verteidigt und als „harte, aber faire Entscheidung“ bezeichnet. Nach Meinung der Jury hatte Smith auf der Zielgeraden ihre deutsche Kontrahentin durch einen Schritt nach links behindert.
Smiths Erfolgschancen im Falle eines Protests werden als sehr gering eingeschätzt. „Die Entscheidung steht“, hatte der Sportliche Leiter, Heli Herth, erklärt. Der Cheftrainer der Schweizer Skicrosser, Ralph Pfäffli, sagte: „Wir haben keine Chance hier noch Einspruch einzulegen, sonst würden die Rennen am grünen Tisch entschieden“. (dpa)

Bericht: IOC-Präsident Bach reist immer noch mit deutschen Diplomatenpässen – Bach wegen fehlender Distanz zu China in der Kritik

Der umstrittene Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, reist einem Medienbericht zufolge weiterhin mit deutschen Diplomatenpässen. Die „Rheinische Post“ berichtete, dass einer der besonderen Pässe des Sportfunktionärs eine Gültigkeit bis August 2023, der andere bis 2026 habe. Der Verein Lobbycontrol verlangte eine Überprüfung der Vergabe der privilegierten Pässe. Sie würden den Eindruck vermitteln, Bach sei als „Repräsentant der Bundesregierung“ unterwegs.
Diplomatenpässe sind normalerweise nur den Spitzen des Staates, Bundes- und Landesregierungen, Abgeordneten sowie Topbeamten vorbehalten. In Ausnahmefällen vergibt die Bundesregierung sie aber auch an andere Personen.
Der SPD-Politiker Ralf Stegner kritisierte die Diplomatenpässe für Bach ebenfalls. Solche Pässe sollten nicht vergeben werden, „wo private Interessen gegenüber dem öffentlichen Nutzen klar überwiegen und Vorzugsbehandlung in Diktaturen damit gefördert werden“, sagte er der „Rheinischen Post“. Bach war international kritisiert worden, weil er bei den laufenden Olympischen Winterspiele in Peking zu Menschenrechtsverletzungen in China schweigt.
Die Bundesregierung verteidigte indessen die Erteilung der Diplomatenpässe an Bach, der dieses Privileg Berichten zufolge bereits seit 1994 genießt. „Die Förderung der olympischen Bewegung liegt grundsätzlich im besonderen deutschen Interesse und Herr Bach wirbt in seiner Funktion als Präsident des IOC hierfür in einer Vielzahl von Ländern, für die zum Teil erschwerte Reisebestimmungen gelten“, erklärte das Auswärtige Amt der Zeitung zufolge.
Demnach wollte es auch nicht sagen, wie viele Privatpersonen insgesamt über die privilegierten Pässe verfügen: „Eine statistische Auswertung gibt es nicht“, erklärte das Ministerium.
Lobbycontrol überzeugt die Argumentation des Außenministeriums nicht. Es sollte klare Vergabekriterien geben: „Nur auf ein abstraktes, vermeintlich deutsches Interesse zu verweisen, ist nicht ausreichend“, erklärte der Lobbyismus-Experte Timo Lange. (AFP)

Mit B-Probe und Opas Hilfe: Walijewa will Unschuld beweisen

Im olympischen Doping-Skandal um Kamila Walijewa will die russische Eiskunstläuferin mithilfe der B-Probe ihre Unschuld beweisen. Die 15-Jährige werde die Untersuchung der B-Probe beantragen, da unter anderem ein technischer Fehler des Stockholmer Anti-Doping-Labors bei der Analyse ihres Dopingtests vorgelegen haben könne, erklärten Walijewas Anwälte. Dies geht aus der 41-seitigen Urteilsbegründung für das Eilverfahren in dem Fall hervor, die der Internationale Sportgerichtshof Cas am Donnerstagabend veröffentlichte.
In ihrer Verteidigung verwiesen Walijewas Rechtsbeistände auf die „extrem niedrige Konzentration“ des gemäß Anti-Doping-Regeln verbotenen Herzmittels Trimetazidin, das in der A-Probe nachgewiesen worden war. Bei Dopingkontrollen geben Athleten Urin ab, der zu zwei Dritteln in eine A-Probenflasche gefüllt wird. Der Rest bildet die B-Probe.
Detailliert ist in dem Urteil der Versuch der Anwälte nachzulesen, den positiven Test mit dem Kontakt Walijewas zu ihrem herzkranken Großvater zu begründen. Dabei sei die verbotene Substanz durch eine Verunreinigung unabsichtlich in den Körper der Athletin gekommen.
Walijewas Opa habe sie oft zum Training gefahren und viel Zeit mit ihr verbracht. Nach einer Herztransplantation nehme er regelmäßig Trimetazidin ein und trage die Medizin meist bei sich. Als Beweismittel diente auch ein Video, das den Großvater in seinem Auto mit einer Packung des Medikaments zeigen soll.
Der positive Dopingtest Walijewas vom 25. Dezember war erst während der Winterspiele in Peking bekannt geworden. Die Cas-Richter erlaubten ihr dennoch mit Blick auf ihren Status als Minderjährige und das nicht abgeschlossene Dopingverfahren einen Start im olympischen Damen-Einzel. Dort wurde die Gold-Favoritin am Donnerstag nach dem tagelangen Doping-Wirbel und einer fehlerhaften Kür Vierte.
Harsche Kritik übte der Cas in seiner Urteilsbegründung an den Abläufen beim Dopingtest der Russin. Von der Dopingprobe bei den russischen Meisterschaften Ende Dezember bis zur Übermittlung des Befunds am 7. Februar hatte es mehr als 40 Tage gedauert. Dass die Welt-Anti-Doping-Agentur argumentierte, die 20-Tage-Frist für die Auswertung in einem Labor sei nur eine Empfehlung, empfanden die Sportrichter als „ziemlich besorgniserregend“.
Schließlich ermahne man doch auch die Athleten zur Einhaltung höchster Standards bei ihren Anti-Doping-Verpflichtungen. Da müsse es möglich sein, Dopingtests schnell und frühzeitig genug vor wichtigen Wettbewerben wie Olympischen Spielen auszuwerten. Der Verweis des Stockholmer Labors, es habe wegen der Corona-Pandemie nicht genug Personal gehabt, sei „nicht überzeugend“. Die Verspätung habe Walijewa in eine „bemerkenswert schwierige Lage“ gebracht.
Die Wada hatte Russlands Anti-Doping-Agentur eine Mitschuld an der Verzögerung vorgeworfen. Die Rusada habe die Dopingprobe Walijewas nicht mit der nötigen Dringlichkeit an das Stockholmer Labor weitergeleitet. Dem Cas warf die Wada vor, die Bestimmungen des Welt-Anti-Doping-Codes nicht angewendet zu haben. Sie würden „keine spezifischen Ausnahmen in Bezug auf obligatorische vorläufige Suspendierungen für „geschützte Personen“, einschließlich Minderjähriger, zulassen“, hieß es zuletzt in einer Mitteilung. (dpa)

Freestyle-Star Gu Olympiasiegerin in der Halfpipe – Cakmakli Zwölfte

Chinas Superstar Eileen Gu hat bei den Olympischen Winterspielen im dritten Wettbewerb die dritte Medaille gewonnen. Nach Gold im Big Air und Silber im Slopestyle landete die 18-Jährige am Freitag auch im Halfpipe-Wettbewerb an der Spitze. Schon im ersten ihrer drei Versuche machte Gu die Goldmedaille klar und legte im zweiten Sprung mit 95,25 Punkten noch einmal nach. Die gebürtige Amerikanerin, die für Gastgeber China startet, ist die erste Freestylerin, die drei Medaillen bei denselben Spielen holte.
„Mein größtes Ziel ist es, junge Mädchen für den Sport zu begeistern“, sagte Gu mit Blick auf ihren historischen Triumph. Sie hoffe, dass Ski-Freestyle in dem Heimatland ihrer Mutter nun an Popularität gewinne. Silber und Bronze ging an die Kanadierinnen Cassie Sharpe und Rachael Karker.
Deutschlands einzige Starterin Sabrina Cakmakli landete im Finale der besten zwölf Athletinnen auf dem zwölften Rang. Im Vergleich zu ihren Konkurrentinnen kurvte die Sportsoldatin mit deutlich weniger Tempo durch die Schneeröhre, ihre Sprünge waren dadurch um einiges niedriger. 2018 in Pyeongchang war die 27-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen Achte geworden. „Ich bin mega enttäuscht, weil ich nicht das zeigen konnte, was ich kann. Es wäre mehr drin gewesen“, sagte Cakmakli, die mit dem starken Wind zu kämpfen hatte. (dpa)

Olympiasiegerin Savchenko: Fall Walijewa schadet olympischer Bewegung

Paarlauf-Olympiasiegerin Aljona Savchenko ist bestürzt über den Doping-Skandal rund um die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa bei den Winterspielen in Peking. „Sowas darf nicht passieren. Ich bin für einen sauberen Sport“, sagte die 38-jährige gebürtige Ukrainerin dem „Tagesspiegel“ (Freitag). Die Affäre schade der Sportart und „auch der gesamten olympischen Bewegung“. Savchenko hatte 2018 in Pyeongchang mit Bruno Massot Olympia-Gold gewonnen.
Allerdings seien die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen und es gebe keine endgültige Entscheidung. Deshalb stehe es „keinem zu, jemanden zu verurteilen“, betonte Savchenko.
In einem Instagram-Betrag tröstete die sechsmalige Weltmeisterin die 15-jährige Walijewa. „Meine liebe süße Kamila! Ich bin mir sicher, dass alles, was du durchgemacht hast, dich nur noch stärker machen wird! Talente wie deines sind eine Seltenheit, du bist einzigartig“, schrieb Savchenko. Es sei nicht Walijewas Schuld, dass dies alles passiert sei: „Du bist die Geisel der Situation. Ich bin für sauberen Sport. Das heißt aber nicht, dass ich gegen dich bin.“ (dpa)

50 Kilometer durch die Kälte: „Brusthaar“ als Langläufer-Ziel

Langlauf-Teamchef Peter Schlickenrieder hat bei der Nominierung seines Männerteams für das abschließende olympische Rennen über 50 Kilometer ein spezielles Ziel ausgegeben. Zur Berufung des 21 Jahre alten Friedrich Moch ins Aufgebot sagte der 52-Jährige: „Auf dass ihm – gemäß unserem Spruch „mit jedem 50er bekommt man ein Brusthaar“ – ein Brusthaar wächst.“ Außer Moch sollen Lucas Bögl, Florian Notz und Jonas Dobler in China starten.
Über 50 Kilometer in der freien Technik zählen die Sportler aus dem Schlickenrieder-Team an diesem Samstag nicht zu den Favoriten. „Wir möchten einfach, dass unsere Jungs a Gaudi haben, dass sie a Spaß haben“, sagte Schlickenrieder am Freitag. „Ich sehe sehr motivierte Gesichter. Das ist nicht ganz einfach, wenn man jetzt schon vier Wochen in gefühlter Quarantäne bis Gefängnis ist.“
Eine besondere Herausforderung dürfte die Kombination aus der langen Distanz und der Kälte werden. Für den Wettkampfort Zhangjiakou sind Temperaturen im zweistelligen Minusbereich vorhergesagt. „Jeder, der noch gehen kann und noch eine Akkreditierung hat, den brauchen wir an der Strecke“, sagte Schlickenrieder. Das Rennen beginnt um 14 Uhr Ortszeit. (dpa)

IOC-Chef Bach über Walijewa-Umfeld: „Enorme Kälte“ und herablassend

IOC-Präsident Thomas Bach hat Mitgefühl für Kamila Walijewa nach deren bitterem Olympia-Finale geäußert und das Umfeld mit der Trainerin der russischen Eiskunstläuferin scharf kritisiert. „Als ich gesehen habe, wie sie von ihrem Umfeld empfangen wurde, mit etwas, was mir wie eine enorme Kälte vorkam – mir lief es kalt über den Rücken, zu sehen, was da geschah“, berichtete Bach am Freitag. „Statt sie zu trösten, statt ihr zu helfen, nachdem was geschehen war, konnte man spüren wie eiskalt die Atmosphäre war. Solch eine Distanz zu erleben, wenn man sich nur die Körpersprache dieser Person angeschaut hat, hat sich das nur noch in der Vorstellung verschlimmert.“

Nach dem tagelangen Doping-Wirbel und einer Führung aus dem Kurzprogramm hatte Gold-Favoritin Kamila Walijewa am Donnerstagabend mehrere Fehler in ihrer Kür gemacht und war Vierte geworden. Von ihrer Trainerin Eteri Tutberidse erhielt die 15-Jährige daraufhin keinen Trost, sondern harsche und verstörende Worte.
Er sei „sehr enttäuscht und verstört“ gewesen, als er die Eiskunstlauf-Kür im Fernsehen verfolgt habe, berichtete Bach und sprach von einer „herablassenden Geste“. „Kann man denn so gefühlskalt sein gegenüber den eigenen Sportlern?“ Er habe sich seine Gedanken gemacht, sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees. „Alles das vermittelt bei mir kein besonderes Vertrauen in dieses Umfeld von Kamila – weder in Bezug auf die Situation, die in der Vergangenheit sich abgespielt hat, noch die Zukunft.“
Bach stellte die Frage, wie man mit minderjährigen Athleten im Alter von 15 Jahren zukünftig umgehen werde und sprach die Situation von Walijewa noch einmal konkret an. „Ich kann mir für sie nur wünschen, dass sie die Unterstützung bekommt, die Unterstützung ihrer Familie, die Unterstützung von Freunden und schlussendlich von Menschen, die ihr helfen, diese enorm schwierige Situation hinter sich zu lassen.“
Ein positiver Dopingtest Walijewas vom 25. Dezember war erst während der Winterspiele in Peking bekannt geworden. Die Cas-Richter erlaubten ihr dennoch mit Blick auf ihren Status als Minderjährige und das nicht abgeschlossene Dopingverfahren einen Start im olympischen Damen-Einzel. (dpa)

Trusowa fühlt sich um Olympia-Sieg gebracht: „Hasse diesen Sport“

Die Russin Alexandra Trusowa hat sich nach der olympischen Damen-Kür von den Preisrichtern um eine mögliche Goldmedaille gebracht gefühlt. „Ich hasse diesen Sport. Ich werde nie wieder aufs Eis gehen“, schrie die 17 Jahre alte russische Eiskunstläuferin am Donnerstag am Rande des Eisrings wütend. Trotz fünf Vierfach-Sprüngen bekam sie nur Silber zuerkannt. Olympiasiegerin wurde ihre Trainingspartnerin Anna Schtscherbakowa. Kamila Walijewa wurde nach dem Doping-Wirbel der vergangenen Tage Vierte hinter der japanischen Bronze-Gewinnerin Kaori Sakamoto.
„Ich bin froh, die fünf Vierfachen geschafft zu haben, aber verärgert über das Ergebnis“, sagte Trusowa. Allerdings erklärte sie ihren Ausbruch später als sehr emotional und antwortete auf Fragen, ob sie es ernst gemeint habe: „Man wird sehen.“ Festlegen ließ sie sich trotzig aber auch auf einen Start bei den Weltmeisterschaften im März in Montpellier nicht. „Man wird sehen“, sagte Trusowa erneut. (dpa)

Katharina Witt wird emotional

Die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt hat nach der verpatzten Olympia-Kür der Russin Kamila Walijewa in einem emotionalen Interview scharfe Kritik am Umgang mit der 15-Jährigen geübt. „Das, was jetzt passiert ist, ist das Allerschlimmste. Sie ist daran zerbrochen“, sagte Witt in der ARD. Sie kämpfte während ihres emotionalen Auftritts immer wieder mit den Tränen, drehte sich weg und rang um Fassung. „Könnt ihr erstmal wegschalten?“, fragte sie zu Beginn des Gesprächs sichtlich mitgenommen. „Das ist eigentlich nicht zu ertragen.“

Walijewa hatte zuvor nach dem tagelangen Doping-Wirbel dem Druck nicht standgehalten und am Donnerstag im Damen-Einzel ihre Führung aus dem Kurzprogramm nicht verteidigen können. Sie beendete den Wettbewerb auf dem vierten Platz. „Sie ist ein 15-jähriges Kind und ist daran zerbrochen. Man hat sie jetzt wirklich der Welt zum Fraß vorgeworfen“, kritisierte die frühere Weltklasse-Eiskunstläuferin, die sich immer wieder die Tränen aus dem Gesicht wischte.

„Sie war ein Schatten ihrer selbst, als sie hier rausgegangen ist. Sie konnte nicht gewinnen in diesem ganzen Spiel“, urteilte die 56-Jährige über den Auftritt Walijewas. Am Ende des Interviews mit Moderatorin Jessy Wellmer entschuldigte sich Witt noch für ihren emotionalen Auftritt: „Das tut mir leid, ich muss mich echt entschuldigen für meinen Ausbruch“, sagte sie. (dpa)

Fazit vom 13. Wettkampftag

Heute gab es zwar keine Goldmedaille für Deutschland, dennoch war es mit Bronze im Skicross für Daniela Maier und der Silbermedaille bei den Nordischen Kombinierern Manuel Faißt, Julian Schmid, Eric Frenzel und Vinzenz Geiger, ein erfolgreicher Tag aus deutscher Sicht.

Den Abschluss des Tages machten die Eiskunstläuferinnen in der Kür. Mit dabei die umstrittene Kamila Walijewa vom Russischen Olympischen Komitee, die unter Dopingverdacht steht. Die 15-Jährige konnte am Ende dem Druck nicht standhalten und wurde nur Vierte.

Insgesamt gab es heute sechs Entscheidungen: Die Schweiz (Ski Alpin), Kanada (Eishockey), Schweden (Ski Cross), Japan (Eisschnelllauf), Norwegen (Nordische Kombination) und das Russische Olympische Komitee (Eiskunstlauf) dürfen Goldmedaillen bejubeln. 

Nur Rang vier für Walijewa in der Kür im Eiskunstlauf 

Nach dem tagelangen Wirbel um ihr Dopingvergehen hat die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa im olympischen Damen-Einzel Platz vier belegt. Die 15-Jährige konnte am Donnerstag in Peking ihre Führung aus dem Kurzprogramm nicht verteidigen. Gold ging mit 255,95 Punkten an die russische Weltmeisterin Anna Schtscherbakowa. Silber sicherte sich deren Teamkollegin Alexandra Trusowa, Bronze ging an die Japanerin Kaori Sakamoto. Walijewa zeigte Nerven und patzte in der Kür gleich mehrfach. Sie stürzte beim Vierfach-Salchow und auch der Vierfach-Toeloop gelang nicht ganz.

Als um kurz vor 22.00 Uhr Ortszeit der letzte Ton des „Bolero“ von Maurice Ravel verklungen war, schlug Walijewa die Hände vors Gesicht. „Man hätte sie schützen müssen. Sie war ein Schatten ihrer selbst“, analysierte die ehemalige Eiskunstläuferin und heutige ARD-Expertin Katharina Witt. Mit diesem Ergebnis ist auch klar, dass es eine Medaillenzeremonie geben wird. Das Internationale Olympische Komitee hatte angekündigt, dass das Ergebnis als vorläufig angesehen und mit einem Sternchen versehen wird. Hintergrund ist der positive Dopingtest Walijewas, die zuvor auch das russische Team zu Gold in Peking geführt hatte.

Sprungwunder Trusowa zeigte zwar das schwierigste Technik-Programm der Damen bei Olympischen Spielen mit fünf vierfachen gestandenen Sprüngen – all dies aber auf Kosten der Eiskunst und Ausdrucksstärke.

Nicht optimal lief es für die deutsche Meisterin Nicole Schott. Die 25-Jährige aus Essen fiel von Rang 14 nach dem Kurzprogramm noch auf den 17. Platz zurück. 2018 in Pyeongchang war sie 18. Nachdem Schott die Kombination aus den je dreifachen Flip und Toeloop tadellos auf das Eis gesetzt hatte, stürzte sie beim zweiten Dreifach-Flip. Außerdem musste sie sich beim dreifachen Salchow mit der Hand abstützen. „Es hätte besser laufen können, aber ob man Vierzehnter oder Achtzehnter wird, juckt doch keinen“, sagte sie. (dpa)

Olympische Spiele in Peking : Russischer Politiker bezeichnet Bach-Aussagen zu Walijewa als „unangemessen und falsch“

Bild: UPI photo/imago images Charlotte Bruch

Dass es für mich jetzt wirklich ein Happy End wird, muss ich erst noch ein bisschen verkraften. Gerade hadere ich noch ein bisschen mit mir selbst, aber ich bin überglücklich, dass wir Silber gewonnen haben.

Eric Frenzel über seine Leistung im Team-Wettbewerb der Nordischen Kombinierer

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