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Offenbar von den eigenen Brüdern getötet : Ermittlungen wegen „Ehrenmordes“ an 34-jähriger Afghanin aus Berlin

Zwei Brüder fühlten sich wohl vom Lebensstil ihrer Schwester gekränkt, sie sollen die zweifache Mutter umgebracht haben. Ihre Leiche war in Bayern verscharrt.

Offenbar von den eigenen Brüdern getötet : Ermittlungen wegen „Ehrenmordes“ an 34-jähriger Afghanin aus Berlin

Zehn Tage nach der Tat durchsuchten Ermittler wegen des Mordverdachts eine Wohnung in Berlin-HellersdorfFoto: Dominik Totaro

In Berlin sollen zwei Brüder aus Afghanistan einen sogenannten Ehrenmord an ihrer älteren Schwester verübt haben. Weil die beide Afghanen sich offenbar in ihrer Ehre von ihrer Schwester gekränkt fühlten, sollen sie die Frau umgebracht haben.

Die Ermittler gehen offiziell von einem sogenannten „Ehrenmord“ an der 34-Jährigen aus, die in Berlin lebte. Der Lebensstil der zweifachen Mutter, die geschieden lebte, habe nicht den Moralvorstellungen der Brüder entsprochen, stellte ein Richter im Haftbefehl gegen die Männer fest.

Die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Berlin ermitteln gegen die beiden 22 und 25 Jahre alten Männer, sie stehen unter dringendem Tatverdacht, ihre Schwester am 13. Juli 2021 „aus gekränktem Ehrgefühl gemeinschaftlich getötet“ zu haben. Den Angaben zufolge sitzen beide seit Mittwoch in Untersuchungshaft. „Wir ermitteln wegen des Verdachts auf einen sogenannten Ehrenmord“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die Männer ihre Schwester gemeinsam getötet und noch am Tattag die Leiche in einem Koffer mit der Deutschen Bahn zum Wohnort des 25-Jährigen nach Bayern gebracht haben. In Neuburg an der Donau sei die Leiche – wohl von beiden zusammen – vergraben worden.

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Die Frau war zunächst als vermisst gemeldet worden, die Hinweise darauf, dass sie getötet worden sein könnte, verdichteten sich jedoch. Zehn Tage nach dem Verschwinden der Frau, am 23. Juli, rückten Mordermittler und Kriminaltechniker an und durchsuchten eine Wohnung in Hellersdorf. Ob dort das Opfer oder einer ihrer Brüder lebte, dazu wollte die Staatsanwaltschaft nichts sagen. Laut Anwohner sollen dort auch Kinder gelebt haben.

Aufgrund der Auswertung von Videoaufnahmen von Überwachungskameras eines Fernbahnhofs in Berlin, Funkzellenauswertungen und Zeugenaussagen erhärtete sich der Mordverdacht gegen die Brüder. Die Staatsanwaltschaft erwirkte daraufhin Haftbefehl gegen beide.
Nach Ermittlungen in Bayern gemeinsam mit den dortigen Behörden konnte am Donnerstag die Leiche einer Frau in der Nähe des Wohnortes des 25-Jährigen in Neuburg an der Donau gefunden werden. Die Obduktion ergab am Freitag, dass es sich um die Schwester handelt – und dass sie getötet wurde.

Weitere Ergebnisse der Obduktion etwa zum Tathergang wollte die Staatsanwaltschaft nicht mitteilen. Die Geschwister haben den Angaben zufolge die afghanische Staatsangehörigkeit und leben seit einigen Jahren in Deutschland.

Der Fall erinnert den Tod Hatun Sürücüs. Am 7. Februar 2005 war die damals 23-Jährige in einer Bushaltestelle in Tempelhof von ihrem jüngsten Bruder mit drei Kopfschüssen ermordet worden. Sie hatte sich aus der Ehe mit ihrem Cousin befreit und war mit ihrem Sohn Can von Istanbul zurück nach Berlin gezogen.

In Berlin holte sie ihren Hauptschulabschluss nach und stand kurz vor ihrer Gesellenprüfung als Elektroinstallateurin. Doch ihre Verwandten sahen durch den westlichen Lebensstil der Frau die Ehre der Familie verletzt.

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