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Nur jeder vierte Fernzug fährt : „Bitte verschieben Sie Ihre Reise mit der Bahn“

Wegen des erneuten Streiks der Lokführer fallen Montag und Dienstag die meisten Züge aus. Tickets können flexibel genutzt oder gratis storniert werden.

Nur jeder vierte Fernzug fährt : „Bitte verschieben Sie Ihre Reise mit der Bahn“

Fährt er oder nicht? Fahrgäste sollen sich informieren, bevor sie zum Bahnhof gehen.Foto: imago images/Political-Moments

Die Ansage der Bahn an ihre Kundinnen und Kunden ist unmissverständlich: „Bitte verschieben Sie Ihre für Montag und Dienstag geplanten Fernverkehrsreisen, wenn Sie nicht zwingend fahren müssen“, warnte das Staatsunternehmen am Freitag, nachdem die Lokführergewerkschaft GDL für nächsten Montag und Dienstag Streiks im Personenverkehr angekündigt hatte.

Denn klar ist: Die meisten Züge werden nicht fahren, und die Verbindungen, die aufrecht erhalten werden, werden stark nachgefragt sein. Derzeit geht die Bahn davon aus, dass Montag und Dienstag – wie beim ersten Streik der GDL vor einer Woche – nur jeder vierte Fernzug verkehren wird. Im Regionalverkehr und bei der S-Bahn sollen 40 Prozent des Zugverkehrs stattfinden, allerdings wird das je nach Region schwanken.

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Hier finden Sie Infos zu Ihrem Zug

Wer wissen will, ob der gebuchte Zug fährt oder nicht, kann sich auf der kostenlosen Streikhotline 08000 99 66 33, im Internet hier und in der App DB Navigator informieren.

Auf Hauptachsen will die Bahn ein zweistündliches Angebot sicherstellen, vor allem wichtige Bahnhöfe und Flughäfen sollen bedient werden. Der Sylt-Shuttle soll planmäßig verkehren, auch einige internationale Strecken sollen funktionieren, darunter TGV-Verbindungen nach Paris und Marseille oder ICE-Verbindungen nach Brüssel oder Amsterdam. Dänemark- und Polen-Reisende schauen dagegen in die Röhre. Mit diesen Ländern gibt es keinen grenzüberschreitenden Verkehr während der Streiktage.

Nur jeder vierte Fernzug fährt : „Bitte verschieben Sie Ihre Reise mit der Bahn“

Alternative: Viele steigen auf Fernbusse um.Foto: dpa

Kunden, die den Streik umfahren wollen, können auf andere Anbieter umsteigen. So plant der Fernbusanbieter Flixbus von Montag an eine „punktuelle Erhöhung der Kapazitäten“. Man befinde sich noch in der Planung, wo genau und in welchem Umfang mehr Busse fahren sollten, so ein Sprecher. Beim Schienenangebot Flixtrain sollen die Kapazitäten aber nicht erhöht werden. Während des ersten Lokführerstreiks vergangene Woche habe man 70 Prozent mehr Nachfrage im Vergleich zur Vorwoche bei Flixbus verzeichnet und 30 Prozent mehr bei Flixtrain, so das Unternehmen. Der Konkurrent Blablacar plant hingegen für Montag und Dienstag keine zusätzlichen Fernbus-Verbindungen. Das Unternehmen will aber die Nutzer:innen seiner Mitfahr-Plattform bitten, „verstärkt freie Sitzplätze für geplante Fahrten in der kommenden Woche anzubieten“. Ein solcher Aufruf habe schon in der vergangenen Woche das Angebot an Mitfahrgelegenheiten stark erhöht, so Blablacar.

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Tickets können flexibel genutzt oder umgetauscht werden

Bahnkunden können ihre Reise aber auch verschieben, ohne dass sie auf ihren Tickets sitzen bleiben. Wie beim ersten Streik zeigt sich das Staatsunternehmen kulant.

Alle Fahrgäste, die eine von Montag bis Mittwoch gebuchte Zugfahrt verschieben möchten, können das tun. Sie können mit dem Ticket entweder schon früher, also von Freitag bis Sonntag, reisen oder sie können den Streik abwarten und danach starten. Tickets können bis zum 4. September flexibel genutzt werden. Bei Spar- und Supersparpreisen ist die Zugbindung aufgehoben. für die Weiterfahrt kann man auch Züge des Nahverkehrs nutzen.

Wer angesichts der Probleme jedoch die Lust am Reisen gänzlich verloren hat, kann sein Ticket allerdings auch kostenlos stornieren, Sitzplatzreservierungen können ebenfalls kostenfrei umgetauscht werden.

Entschädigung, Taxi oder Hotel

Treten Sie die Reise an und stranden Sie unterwegs, können Sie eine Entschädigung verlangen. Kommen Sie mindestens 60 Minuten später an als geplant, gibt es 25 Prozent des Fahrpreises, bei 120 Minuten 50 Prozent zurück. In bestimmten Fällen kann man auch auf ein Taxi umsteigen oder sich auf Kosten der Bahn in einem Hotel einquartieren. Das setzt aber voraus, dass an diesem Tag kein Zug mehr fährt, der Sie nach Hause bringt.

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