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Nach jahrelangem Streit über Berliner Stadtautobahn : Bund will A100 so schnell wie möglich verlängern – bis Prenzlauer Berg

Die Bundesregierung will die Verlängerung der A100 vorantreiben. Die Planung des 17. Bauabschnitts bis zur Storkower Straße wird nun überarbeitet.

Nach jahrelangem Streit über Berliner Stadtautobahn : Bund will A100 so schnell wie möglich verlängern – bis Prenzlauer Berg

Noch laufen die Arbeiten für den 16. Bauabschnitt der A100 zwischen Neukölln und Treptow.Foto: Stefan Jacobs

Die Bundesregierung treibt offenbar die Pläne für die Verlängerung der Stadtautobahn A100 bis nach Prenzlauer Berg voran. „Es wird weiter gebaut. Die Ausschreibungen für die Planungen des 17. Bauabschnitts sind heute von der 2018 gegründeten Autobahngesellschaft des Bundes veröffentlicht worden“, sagte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium Daniela Kluckert (FDP) im Interview mit der „Berliner Morgenpost“.

Mit den neuen Planungen solle demnach die Streckenführung des Autobahnbaus überarbeitet werden, da die bisherigen Pläne mittlerweile veraltet seien. Bis 2025 solle dies geklärt sein, so die FDP-Politikerin.

Über den 17. Bauabschnitt der A100 wird seit Jahren gestritten. Er soll an den derzeit im Bau befindlichen 16. Bauabschnitt von Neukölln zum Treptower Park anschließen und nach einer Überquerung der Spree bis zur Storkower Straße führen.

Insbesondere Grüne und Linke in Berlin sowie Teile der SPD sprechen sich gegen den Ausbau der Fernstraße aus. Wie in den vergangenen fünf Jahren hatte sich die Koalition der drei Parteien daher auch im neuen Koalitionsvertrag darauf geeinigt, die Pläne für die Verlängerung in der Legislaturperiode nicht vorantreiben zu wollen.

Allerdings handelt es sich bei dem Autobahnbau um ein reines Bundesprojekt. Die Verlängerung ist auch weiterhin im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen „Der Bundestag hat den Bundesverkehrswegeplan beschlossen, in dem der 17. Bauabschnitt mit Priorität vorgesehen ist – und mit der Ausschreibung der Planungen für den 17. Bauabschnitt der A100 ist nun auch klar, dass weiter gebaut wird“, stellte Staatssekretärin Kluckert klar.

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Berlins Verkehrssenatorin Bettina Jarasch reagierte mit Unverständnis auf das Straßenbauvorhaben. „Was der Bund hier plant, wirkt wie aus der Zeit gefallen“, sagte sie dem Tagesspiegel. „Das ist Verkehrspolitik von vorgestern. Wir brauchen keine neue Autobahn in der Stadt, wir brauchen die Mobilitätswende. Statt die Städte mit vielspurigen Schneisen weiter zu zerstören, muss in den ÖPNV investiert werden, in Bahnen und Busse, in Rad- und Fußwege, in die Vernetzung der Mobilität“, sagte Jarasch.

Die rot-grün-rote Koalition habe beschlossen, die A100-Planungen auf Eis zu legen, weil man den Platz für ein lebenswertes Berlin, für Wohnungen und Grünflächen brauche, sagte die Verkehrssenatorin. „Den Weiterbau der A100 brauchen wir nicht. Ich gehe davon aus, dass sich das Bundesverkehrsministerium hier noch eines Besseren besinnt.“

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