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„Mobile Informationskomplexe“ in Mariupol : Russland fährt offenbar Propagandatrucks in besetzten Gebieten auf

Der Kreml geht im Informationskrieg nun einen weiteren Schritt. Mobile Vans mit russischen TV-Bildern sollen die ukrainische Bevölkerung „aufklären“.

„Mobile Informationskomplexe“ in Mariupol : Russland fährt offenbar Propagandatrucks in besetzten Gebieten auf

Vor einem ehemaligen Theater in Mariupol schauen Passanten den Informationen auf einem russischen Fernsehbildschirm zu.Foto: IMAGO/ITAR-TASS/ Vladimir Gerdo

In der besetzten ukrainischen Stadt Mariupol verbreiten die russischen Truppen offenbar gezielt Propaganda aus dem Kreml. Nach übereinstimmenden Medienberichten schickte Russland drei Vans in den Süden der Ukraine, um den Bürgerinnen und Bürgern „Hintergrundinformationen“ zum Krieg in der Ukraine zu liefern.

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Die sogenannten „mobilen Informationskomplexe“ zeigen demnach russische Nachrichtensendungen und Ausschnitte, die sich für die russische Invasion aussprechen. Auch die Stadtverwaltung von Mariupol verbreitete ein entsprechendes Video auf Facebook. Einer der Vans wird den Berichten zufolge zunächst fest an einem Ort stehen, die anderen beiden fahren quer durch die Ruinen der Stadt am Asowschen Meer.

Weitere Informationen werden über Fernseher an öffentlichen Plätzen, vor allem an Stellen für die Verteilung von Hilfsgütern, verbreitet. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt ein Gesetz erlassen, durch welches die Einbürgerung für Zivilisten aus den unter russischer Kontrolle stehenden Regionen beschleunigt wird. Der ukrainische Außenminister sprach von einer Verletzung der ukrainischen Souveränität.

Nach monatelanger Verteidigung hatten sich vergangene Woche auch die letzten Kämpfer im Asow-Stahlwerk ergeben. Fast 4000 ukrainische Soldaten wurden anschließend in der Hafenstadt laut russischem Verteidigungsministerium gefangen genommen. Die ukrainischen Behörden wollen einen Austausch von Kriegsgefangenen organisieren.

Die ukrainische Regierung befürchtet, dass Russland sich die Regionen Luhansk, Donezk und Cherson nach dem Vorbild der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim einverleiben könnte. (mit Agenturen)

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