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Messwerte aktuell im „grünen Bereich“ : Ein Toter und 16 Verletzte nach Explosion im Leverkusener Chempark

Nach der Explosion im Stadtteil Bürrig sind Anwohner angehalten, nicht nach draußen zu gehen. Spielplätze wurden vorsorglich geschlossen und die A1 gesperrt.

Messwerte aktuell im „grünen Bereich“ : Ein Toter und 16 Verletzte nach Explosion im Leverkusener Chempark

Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr stehen unweit einer Zufahrt zum Chempark über dem eine dunkle Rauchwolke aufsteigt.Foto: dpa/Oliver Berg

Nach der verheerenden Explosion im Chempark Leverkusen mit einem Toten und 16 Verletzten besteht noch immer eine Gefährdungslage. Das berichtete Chempark-Leiter Lars Friedrich bei einem eilig anberaumten Pressetermin am Dienstagnachmittag.

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Es seien schwere Stunden, viele Anwohner hätten Angst. Vier der Verletzten am Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig würden weiter vermisst. „Wir sind noch auf der Suche.“ Die Gedanken seien vor allem bei den Angehörigen des Verstorbenen.

Nach der schweren Explosion ist bereits ein vermisster Mitarbeiter tot aufgefunden worden. Die Identität des Todesopfers ist noch nicht abschließend geklärt. Das sagte Chempark-Leiter Lars Friedrich vor Journalisten.

Wie Currenta weiter mitteilte, wurden nach dem Unglück in der Müllverbrennungsanlage noch vier Mitarbeiter vermisst. Bisher gibt es insgesamt 16 Verletzte, vier davon schwer. Unter den 16 Verletzten sei bei einer Person „Lebensgefahr real vorhanden“, so Friedrich weiter. Der Betroffene sei mit schweren Brandverletzungen in eine Kölner Klinik gebracht worden.

Auf Videos ist zu sehen, wie eine große, schwarze Rauchwolke vom Areal nahe der Autobahn aufsteigt. Die Erschütterung ist auch noch viele Kilometer entfernt zu spüren gewesen. Mehrere Stationen des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen hätten die Explosion gemessen, sagte ein Seismologe am Dienstag. Unter anderem sei sie auch an einer Station im Hespertal, rund 40 Kilometer nördlich von Leverkusen, registriert worden.

Ausmaß und Ursache der Explosion weiter unbekannt

Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei sind weiterhin im Großeinsatz. „Ausmaß und Ursache der Explosion sind weiter unbekannt“, erklärte Hermann Greven, Chef der Leverkusener Feuerwehr.

Zudem hat die Stadt vorsorglich Spielplätze in den Stadtteilen Bürrig und Opladen geschlossen. Von einer Eskalation der Lage sei jedoch nicht auszugehen, teilte die Stadt auf ihrer Homepage am Dienstag mit.

Messwerte aktuell im „grünen Bereich“ : Ein Toter und 16 Verletzte nach Explosion im Leverkusener Chempark

Eine dunkle Rauchwolke steigt über dem Chempark auf.Mirko Wolf/dpa

Eine Einschätzung, ob in den Niederschlägen relevante Stoffe zu finden seien, war nach Auskunft des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) noch nicht möglich. Gleichwohl seien die Spielplätze in Bürrig und Opladen „temporär als Vorsichtsmaßnahme bis auf Weiteres“ geschlossen worden.

Die Messwerte seien aktuell aber im „grünen Bereich“. Als Vorsichtsmaßnahme riet die Stadt jedoch, Nahrungsmittel im Garten abzuwaschen. Für den Fall, dass sich Rückstände und Ruß-Niederschlag auf den Grundstücken und Straßen finden, konnten sich die Menschen an eine Telefon-Hotline (0214 406-33333) wenden.

Messwerte aktuell im „grünen Bereich“ : Ein Toter und 16 Verletzte nach Explosion im Leverkusener Chempark

Rauch steigt aus einer Deponie und Müllverbrennungsanlage im Chempark des Betreibers Currenta nach einer Explosion in Leverkusen.Foto: AFP/Roberto Pfeil

Autofahrer wurden aufgefordert, Fahrzeugfenster geschlossen zu halten und die Lüftungen auszustellen. Zahlreiche Autobahnen rund um Köln und Leverkusen waren stundenlang gesperrt. Dazu zähle die A1 in beide Richtungen zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und Köln-Nord.

Auch die Anwohner in Leverkusen wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. „Dringende Bitte: Meiden Sie großräumig den Bereich. Wir brauchen vor Ort alle Rettungswege. Halten Sie die Straßen für die Einsatzkräfte frei“, twitterte die Polizei Köln. Die Messungen würden derweil fortgesetzt.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ordnete das Ereignis zuletzt in die Warnstufe „Extreme Gefahr“ ein.

Der Chempark mit Standorten in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen gilt als einer der größten Chemieparks in Europa. Dort ansässig sind Unternehmen der chemischen Industrie. Der Park wird von der Firma Currenta betrieben und gemanagt. (dpa, AFP, Tsp)

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