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Merkel räumt Fehler ein : Kanzlerin nennt Entwicklung in Afghanistan „bitter, dramatisch und furchtbar“

Die Evakuierung deutscher Staatsbürger und afghanischer Ortskräfte aus Kabul gestaltet sich schwierig. Merkel räumt eine Fehleinschätzung der Lage ein.

Merkel räumt Fehler ein : Kanzlerin nennt Entwicklung in Afghanistan „bitter, dramatisch und furchtbar“

Bundeskanzlerin Angela Merkel räumte eigene Fehleinschätzungen ein.Foto: imago images/photothek/Felix Zahn

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den 20 Jahre dauernden internationalen Einsatz in Afghanistan als Enttäuschung bewertet. Jenseits der Bekämpfung des Terrorismus sei alles „nicht so geglückt und nicht so geschafft worden, wie wir uns das vorgenommen haben“, sagte die CDU-Politikern am Montag in Berlin.

„Das ist eine Erkenntnis, die ist bitter.“ Es seien „keine erfolgreichen Bemühungen“ gewesen, sagte Merkel mit Blick auf den Versuch, das Land zu Demokratie und Frieden zu führen und dort eine freie Gesellschaft zu entwickeln.

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Daraus müsse man Lehren ziehen und bei solchen Einsätzen „seine Ziele auch kleiner fassen.“ Die Taliban hätten das ganze Land erneut unter ihre Kontrolle gebracht. „Das ist eine überaus bittere Entwicklung“, sagte Merkel. „Bitter, dramatisch und furchtbar ist diese Entwicklung natürlich für die Menschen in Afghanistan.“

Bitter sei die Entwicklung aber auch für Deutschland. Merkel erinnerte an die vielen Soldaten der westlichen Verbündeten, die den Einsatz in Afghanistan mit dem Leben bezahlt haben, darunter 59 deutsche Soldaten.

Die Regierung sei nach dem Abzug der internationalen Truppen davon ausgegangen, dass es mehr Zeit gebe, um Lösungen für die afghanischen Ortskräfte zu finden. Die Dinge hätten sich jedoch beschleunigt, die afghanische Armee habe „aus welchen Gründen auch immer“ kaum oder keinen Widerstand gegen die Taliban geleistet.

„Da haben wir eine falsche Einschätzung gehabt. Und das ist nicht eine falsche deutsche Einschätzung, sondern die ist weit verbreitet“, sagte Merkel. Sie schließe sich dieser Bewertung von Außenminister Heiko Maas (SPD) an. (dpa)

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