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Mehr Geld bei der Postbank : Verdi erreicht neue Tarifabschlüsse

Einmalzahlungen und prozentuale Erhöhung: Banker und Krankenkassenmitarbeiter bekommen Geld. Verhandlungen für Flughafenpersonal werden fortgesetzt.

Mehr Geld bei der Postbank : Verdi erreicht neue Tarifabschlüsse

Der Warnstreik hat gewirkt, bei der Postbank gab es ein Tarifergebnis.Foto: dpa

Das Kalkül ist aufgegangen: Ende vergangener Woche hatte Verdi die Gewerkschaftsmitglieder bei der Postbank zum Warnstreik aufgerufen, um die Zahlungsbereitschaft der Arbeitgeber zu beeinflussen. Und tatsächlich gab es bei den Verhandlungen am Dienstagabend einen Kompromiss. Die 15 000 Beschäftigten der Postbank bekommen ab Juni eine Gehaltserhöhung um 3,1 Prozent und im Februar nächsten Jahres weitere 2,1 Prozent; ferner erhalten sie im kommenden Mai sowie im Januar eine Einmalzahlung von jeweils 750 Euro.

Kündigungsschutz bis 2024

„Das ist ein gutes Ergebnis für die Beschäftigten in extrem unsicheren Zeiten“, sagte Jan Duscheck, der auf Gewerkschaftsseite die Verhandlungen führte. Von einem „fairen Ergebnis“ sprach Philipp Gossow von der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört. Teil des neuen Tarifvertrags ist die Übernahme der Azubis, die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Anfang 2024 sowie ein Anspruch auf mobile Arbeit in einem Umfang von bis zu 60 Prozent. Inwieweit dieser Tarifabschluss beziehungsweise die Verdi-Strategie Schule macht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Am heutigen Donnerstag stehen erneut Verhandlungen an mit den Arbeitgebern über die Einkommen der Sicherheitskräfte an den Flughäfen. Dienstag hatte Verdi neun Flughäfen bestreikt, mehr als 100 000 Personen blieben am Boden.
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Mehr Geld bei der Postbank : Verdi erreicht neue Tarifabschlüsse

Hängematte statt Flugzeug. Am Dienstag war der Flughafen Hamburg streikbedingt lahmgelegt – ein betroffener Passagier legte sich…Foto: BREUEL-BILD/CNTV

In der kommenden Woche werden die Verhandlungen für die öffentlichen Banken fortgesetzt; dazu gehören Landesbanken, Bausparkassen und einzelne Sparkassen mit rund 60 000 Mitarbeitenden. Bislang bietet der Verband der öffentlichen Banken eine Einmalzahlung/Coronaprämie noch in diesem März von 750 Euro, eine dreiprozentige Gehaltserhöhung im November, einmalig zwei freie Tage 2023 sowie 2024 eine Arbeitszeitverkürzung von 39 auf 38 Stunden ohne Gehaltseinbußen. Verdi reicht das nicht. Mit Blick auf die Inflationsrate von deutlich über fünf Prozent kommt der Gewerkschaft die prozentuale Erhöhung der Tarifentgelte zu spät. Eine Lösung am 31. März ist möglich.

200 000 Banker sind betroffen

Schwieriger ist die Situation bei den privaten Banken mit rund 140 000 Beschäftigten. Hier will Verdi erst nach der Einigung mit den öffentlichen Banken einen erneuten Anlauf starten. Erstmals seit 1972 verhandeln öffentliche und private Banken getrennt über die Arbeitsbedingungen. Das überaus zähe Tarifgeschäft mit den Banken ist dadurch nicht einfacher geworden: Die Tarifverträge liefen bereits im Juni 2021 aus.

AOK im Osten zahlt nicht mehr

Im Organisationsbereich der Dienstleistungsgewerkschaft gibt es permanent Tarifverhandlungen und -abschlüsse. Für rund 50 000 Mitarbeiter der AOK setzte Verdi jetzt eine Einmalzahlung von 1100 Euro durch, die noch im März gezahlt wird, sowie eine prozentuale Erhöhung um 3,1 Prozent im Dezember. Das gilt indes nicht für die Mitarbeiter der AOK Nordost, wozu Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern gehören. Die für diesen Bereich zuständigen Arbeitgeber wollen weder Tabellensteigerungen noch eine Coronaprämie zahlen. „Angesichts massiv gesunkener Mitarbeiterzufr<SB320,100,230>iedenheit und enormer Arbeitsverdichtung wäre die Einmalzahlung nach unserer Auffassung auch eine wirtschaftlich tragbare Komponente, um den Beschäftigten Wertschätzung und Respekt entgegenzubringen<NO1> gehört<NO>“, kommentiere die stellvertreten</SB>de Verdi-Vorsitzende Christine Behle.

Entlastungstage in der Kita umstritten

Behle ist auch beteiligt an den Verhandlungen für rund 330 000 Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst (unter anderem Kitas), die am Dienstag in Potsdam ergebnislos geblieben waren und auf Mitte Mai vertagt wurden. „Wir sind sicher, dass es vor der nächsten Verhandlungsrunde am 16. und 17. Mai zu heftigen Reaktionen kommen wird“, kündigte Verdi-Chef Frank Werneke Warnstreiks in den kommenden Wochen an. Die Arbeitgeber lehnen vor allem sogenannte Entlastungstage ab, weil „damit eine weitere Verschärfung der sowieso schon angespannten Personalsituation vorprogrammiert“ wäre.

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