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Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz : Zwei Polizisten bei Verkehrskontrolle erschossen – Täter auf der Flucht

Bei einer nächtlichen Verkehrskontrolle in der Pfalz fallen Schüsse. Eine 24 Jahre alte Polizistin und ein 29 Jahre alter Kollege sterben. Die Täter entkommen.

Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz : Zwei Polizisten bei Verkehrskontrolle erschossen – Täter auf der Flucht

Polizei im Einsatz (Symbolbild).Foto: Patrick Pleul/dpa

In der Nacht zum Montag sind bei einer Verkehrskontrolle im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz zwei Polizeibeamte durch Schüsse tödlich verletzt worden. Das teilte die Polizei in Kaiserslautern mit. Die Hintergründe des Geschehens sind den Angaben zufolge noch unklar.

Die Beamten der Polizeiinspektion Kusel seien auf einer routinemäßigen Streifenfahrt unterwegs gewesen. Bei einer Verkehrskontrolle auf der Kreisstraße 22 in Ulmet etwa um 4.20 Uhr seien die tödlichen Schüsse gefallen.

Die Polizisten hätten noch selbst eine Funkmeldung absetzen können, sagte ein Polizeisprecher. Als die Verstärkung am Tatort ankam, sei es für die 24-jährige Polizistin und ihren 29 Jahre alter Kollegen bereits zu spät gewesen.

Die erschossene Polizistin war der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zufolge Studentin. Die Polizeianwärterin habe noch an der Hochschule der Polizei studiert, teilte die GdP am Montag mit. Der ebenfalls getötete Kollege sei ein „erfahrener, guter Polizist“ gewesen, sagte der Sprecher des in Kaiserslautern ansässigen Polizeipräsidiums Westpfalz, Bernhard Christian Erfort, am Montag dem Tagesspiegel. Er habe den Kollegen gekannt.

„Da ist nur Wald und Wiese“

Die Meldung der „Bild“-Zeitung, die beiden Polizisten hätten den Wagen gestoppt und im Kofferraum totes Wild entdeckt, bestätigte Erfort nicht. Offen ist allerdings auch, warum die Kollegen überhaupt in der Nacht ein Fahrzeug auf der Kreisstraße zwischen zwei kleinen Orten kontrollierten. „Da ist nur Wald und Wiese“, sagte Erfort. Womöglich habe es einen Anlass für eine „Nachfahrkontrolle“ gegeben. Das werde alles überprüft. Verdächtige Ereignisse in der Region habe es in der jüngeren Vergangenheit nicht gegeben. „Die letzten Wochen waren wie immer“, sagte Erfort. Hinweise auf ein gezieltes Attentat oder ein politisches Motiv gebe es nicht.

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Es werde mit Hochdruck nach den flüchtenden Tätern gefahndet, teilte die Polizei mit. Am Tatort würden Spuren gesichert. Eine Beschreibung der Täter oder des benutzten Fluchtfahrzeuges liegen den Angaben zufolge nicht vor. Auch die Fluchtrichtung sei nicht bekannt.

Die Kreisstraße 22 ist bei Mayweilerhof und Ulmet voll gesperrt. Die Polizei bittet die Einwohner, im Landkreis Kusel keine Anhalter mitzunehmen. Mindestens ein Tatverdächtiger sei bewaffnet. Zeugen, die etwas Verdächtiges wahrgenommen haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0631 3692620 mit der Polizei in Kaiserslautern in Verbindung zu setzen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz haben sich „zutiefst schockiert“ über die tödlichen Schüsse gezeigt. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen“, heißt es in einer Mitteilung der beiden SPD-Politiker in Mainz vom Montag. „Die Tat ist entsetzlich. Es bestürzt uns sehr, dass zwei junge Menschen im Dienst ihr Leben verloren haben.“

Die Ministerpräsidentin hat als Zeichen der Trauer im Einvernehmen mit dem Innenminister Trauerbeflaggung im Land angeordnet. Für alle Streifenwagen in Rheinland-Pfalz ist Trauerflor vorgesehen.

Parallelen zu früheren Fällen

Der Fall erinnert an teilweise ähnliche Angriffe auf die Polizei mit tödlichen Folgen. Im April 2007 schossen die NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in Heilbronn mit Pistolen auf zwei Polizisten, die in einem Streifenwagen saßen und eine Pause machten. Die Polizistin Michèle Kiesewetter starb durch einen Kopfschuss, ihr Kollege überlebte wie durch ein Wunder. Auch ihm hatte einer der Neonazis in den Kopf geschossen. Im Februar 1997 tötete der Berliner Neonazi Kay Diesner auf einem Autobahnparkplatz in Schleswig-Holstein einen Polizisten und verletzte einen weiteren schwer, als die beiden ihn kontrollieren wollten. Diesner schoss mit einer halbautomatischen Waffen, einer Art Pumpgun. Erst nach einer Verfolgungsjagd konnten die Polizei den Täter auf einer Landstraße stoppen und überwältigen. Diesner hatte wenige Tage zuvor in Berlin bereits einen Buchhändler angeschossen und schwer verletzt.

Bei der Fahndung nach den Tätern vom Landkreis Kusel wird die Polizei anhand der Schusswunden der getöteten Kollegen wie auch der möglicherweise zu findenden Patronenhülsen untersuchen, mit welcher Waffe oder welchen Waffen gefeuert wurde. Ist ein Waffentyp ermittelt, kann das Spektrum der Tatverdächtigen möglicherweise mit früheren Fällen abgeglichen werden. (mit dpa)

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