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Kultur und Klima : Wie viel C02 verbrauchen Bühnen, Museen und Bibliotheken?

Die Kulturstiftung des Bundes hat Klimabilanzen von Kulturinstitutionen erstellen lassen. Jetzt soll das Pilotprojekt fortgeführt werden.

Kultur und Klima : Wie viel C02 verbrauchen Bühnen, Museen und Bibliotheken?

Die Schaubühne absolviert viele Gastspiele. Das treibt die C02-Bilanz in die Höhe.Foto: Cay Dobberke

Die Kulturstiftung des Bundes kann ihr Pilotprojekt „Klimabilanzen in Kulturinstitutionen“ fortsetzen. Der Stiftungsrat unter Vorsitz von Claudia Roth hat vier Millionen Euro für ein neues mehrjähriges Programm bewilligt. Die Nachhaltigkeitsinitiative „Zero – klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte“ will mit einem antragsoffenen Fonds Institutionen darin unterstützen, innovative Produktionsformen zu entwickeln, mit dem Ziel einer ökologisch nachhaltigen Neuorientierung in der deutschen Kulturlandschaft. Die Teilnehmer sollen in einer „Akademie Zero“ dafür gezielt fortgebildet werden, außerdem plant die Kulturstiftung des Bundes regionale Netzwerktreffen für Akteur:innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Kultureinrichtungen und freier Kunst.

Beim Pilotprojekt „Klimabilanzen in Kulturinstitutionen“ ging es um eine Datenerhebung zu den C02-Emissionen der 19 teilnehmenden Institutionen. „Der erste Schritt zur Verringerung eines C02-Fußabdrucks ist das Wissen über sein aktuelles Ausmaß“, schreiben Hortensia Völckers und Kirsten Haß vom Vorstand in der Dokumentation des Pilotprojekts (abzurufen unter www.kulturstiftung-des-bundes.de).

Der Berliner Institutionen haben mitgemacht

Aus Berlin beteiligten sich das Konzerthaus, die Schaubühne und die Stadtteil-Bibliothek Berlin Pankow an dem Projekt. Das Spektrum der weiteren Teilnehmer reichte von der Kunsthalle Rostock bis zum Lenbachhaus München, vom Tanzhaus NRW bis zur Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg.

Da die Schaubühne einen Fokus auf die internationale Gastspiel- und Koproduktionstätigkeit legt, entfällt ein großer Teil des C02-Verbrauchs auf die Reisetätigkeit. Gleichzeitig sind die Erlöse aus den Vorstellungen in aller Welt aber ein wichtiger Faktor in der Finanzplanung. In wieweit das Theater aus Klima-Überlegungen die Tourneen reduzieren sollte, ist eine kulturpolitische Frage.

Beim Heizen lässt sich sparen – und beim Reisen

Die Mitarbeiter:innen des Hauses haben eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die Energie-Einsparpotenziale im täglichen Betrieb untersucht, beispielsweise beim Bau der Bühnenbilder. Als „entscheidenden Impuls“ bezeichnet Schaubühnen-Direktor Tobias Veit die Erstellung der Klimabilanz: „Sie schafft ein Bewusstsein für unseren eigenen Anteil an Treibhausgasemissionen und zwingt uns, eine aktivere Rolle im gesamtgesellschaftlichen Transformationsprozess einzunehmen.“

Die Stadtbibliothek Berlin-Pankow verbraucht C02 vor allem für Strom und Heizung an ihren acht Standorten. Dort wurde folglich die Umstellung auf Ökostrom als Einsparziel definiert. Außerdem gibt es die Idee für eine eigene Photovoltaikanlage. Im ersten Schritt muss es aber auch darum gehen, alle Heizkörper mit Thermostaten auszurüsten.

Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt schließlich konnte sich mit den Ergebnissen seiner Klimabilanz erfolgreich für das „Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung“ bewerben. 12 Millionen Euro stehen nun für energetische Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung. Bis zum September dieses Jahres werden die Klimaanlagen saniert, Wärmerückgewinnungsanlagen eingebaut, Fenster sowohl abgedichtet als auch wärmegedämmt und Beleuchtungsmittel gegen energiesparenden LEDs ausgetauscht. So sollen künftig pro Jahr 342 Tonnen C02 eingespart werden.

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