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Kommt das größte Kaufhaus der Welt? : Berliner Ellington-Hotel schließt – KaDeWe-Eigner übernimmt offenbar

Der Mietvertrag des Hotels endet und das Hotel muss schließen. Das Gebäude in der Nürnberger Straße wurde verkauft – womöglich an KaDeWe-Eigner Signa.

Kommt das größte Kaufhaus der Welt? : Berliner Ellington-Hotel schließt – KaDeWe-Eigner übernimmt offenbar

Das Hotel entstand einst als Bürogebäude mit Ladenfront, nun könnte es Teil des Kaufhauses werden.Foto: imago images / Bernd Friedel

Ende einer erfolgreichen Hotelgeschichte: Das Ellington-Hotel in der Nürnberger Straße schließt am 16. August endgültig seine Türen. Aber es ist nicht der Coronakrise zum Opfer gefallen, sondern steht offenbar einem größeren Plan im Weg. Die Eigentümergesellschaft NOG Nürnberger Straße Objekt GmbH & Co. KG – Mehrheitsgesellschafter ist die Ideal-Versicherungsgruppe – wurde verkauft, der Mietvertrag für das Hotel endet am 30. September.

Interessant ist vor allem der neue Eigentümer: Nach Informationen des Internetportals „Gourmetwelten“, das zuerst berichtete, handelt es sich um die österreichische Signa-Gruppe, der auch das KaDeWe gehört. Das gäbe Sinn, denn das Kaufhaus baut gerade auf seinem Grundstück an der Passauer Straße ein neues Parkhaus und andere Einrichtungen – und dieses Grundstück schließt unmittelbar an das Ellington-Gebäude an.

Hotels betreibt Signa nicht, und deshalb wird bereits darüber spekuliert, dass der Kauf im Zusammenhang mit einer weiteren Vergrößerung des Kaufhauses steht, das dann tatsächlich zum größten der Welt werden könnte.

Eine Bestätigung gibt es dafür aber nicht. Signa hat am Mittwoch eine Mail-Anfrage nicht beantwortet, und auch die Berliner Ideal-Gruppe wollte sich nicht äußern. Demnächst werde wahrscheinlich eine Pressemitteilung herausgehen, hieß es. Schönebergs Baustadtrat Jörn Oltmann teilte mit, ihm sei der Verkauf nicht bekannt.

Gebäude entstand Ende der zwanziger Jahre

Das Ellington beschäftigt derzeit rund 80 Mitarbeiter, denen das Estrel-Hotel die Übernahme angeboten hat, wie Ellington-Direktorin Tina Brack sagte. Ellington-Betreiber und Gebäude-Minderheitsgesellschafter Ekkehard Streletzki ist auch Eigner des Neuköllner Hotels, das mit bislang 1125 Zimmern das größte und umsatzstärkste Hotel des ganzen Landes ist. Und: 2024/25 soll in der Sonnenallee der zusätzliche Hotelturm fertig sein, der weitere 750 Zimmer auf den Berliner Markt bringt. Dann wäre es mit 175 Metern auch das höchste deutsche Hotel.

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Das viergeschossige, denkmalgeschützte Gebäude in der Nürnberger Straße entstand in den Jahren 1928-31 als „Femina-Palast“. Bauherr war der jüdische Geschäftsmann Heinrich Liemann, die Pläne stammen von den Architekten Richard Bielenberg und Josef Moser – oft wird irrtümlich Erich Mendelsohn genannt. Der 150 Meter lange Bau mit den runden Erkern und Vorsprünge gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit in Berlin.

Er war als Bürogebäude mit Ladenfront konzipiert. Aber vor allem der Ballsaal im Inneren galt als einer beliebtesten Tanzsäle der 30er Jahre. Nur dieser Saal wurde im Krieg zerstört, das Gebäude selbst diente vielen Zwecken, zunächst als Notverkaufsstelle für das KaDeWe. Später wurde es durch die „Badewanne“ berühmt, den bekanntesten Jazz-Club der Stadt in den 50 und 60er Jahren; 1978 bis 1993 hatte die Diskothek „Dschungel“ einen ähnlichen Ruf.

In den Büroetagen war bis 1996 die Berliner Finanzverwaltung untergebracht. Dann stand das Gebäude mitsamt Läden leer, bis nach Umbau 2007 das Vier-Sterne-Hotel eröffnet wurde. Es profilierte sich, dem Namen entsprechend, auch mit Jazzveranstaltungen.

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