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Kolonialismus: Politikerin für Rückgabe von Nofretete und Pergamonaltar

Kolonialismus: Politikerin für Rückgabe von Nofretete und Pergamonaltar

Die Linke-Politikerin Saraya Gomis kommt zu einer Pressekonferenz. Freitag, 30.12.2022, 16:00

Die Linke-Politikerin und Berliner Staatssekretärin für Vielfalt und Antidiskriminierung, Saraya Gomis, hat sich für eine Rückgabe der Büste der Nofretete und des Pergamonaltars ausgesprochen. «Ich persönlich bin dafür, dass der Pergamonaltar und die Nofretete-Büste zurückgegeben werden», sagte Gomis dem «Tagesspiegel» in Berlin. «Aber darüber zu befinden und zu entscheiden haben andere.»

An anderer Stelle des Interviews fasste sie ihre Sicht noch weiter. «Aus einer Antidiskriminierungsperspektive muss man sagen: All die Kulturgüter aus anderen Weltregionen gehören nicht uns, sie sind unrechtmäßig hier», sagte Gomis. Das Interview war nach Angaben eines Sprechers der Senatsverwaltung für Justiz, wo die Stelle von Gomis angesiedelt ist, in dieser Form autorisiert. Es sei um Stücke aus kolonialen Kontexten gegangen.

Die Nofretete ist ein Touristenmagnet. Die um 1340 vor Christus gefertigte Büste der Hauptgemahlin von Pharao Amenophis IV. steht im Berliner Neuen Museum, das zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehört. Sie wurde nach Stiftungsangaben nicht illegal außer Landes gebracht. Sie sei im Rahmen einer durch die ägyptische Antikenverwaltung genehmigten Grabung gefunden worden. Dabei sei wie damals üblich eine Fundteilung vereinbart worden.

James Simon, der die Grabung finanziert hatte, schenkte die Büste zusammen mit anderen Grabungsfunden 1920 den Berliner Museen. Diese Grabungs- und Fundteilungsgeschichte ist laut Stiftung dokumentiert, aufgearbeitet und publiziert. Von ägyptischer Seite gibt es immer wieder private Initiativen für eine Rückgabe der Nofretete. Eine entsprechende Forderung von Seiten des Ägyptischen Staates liegt laut Stiftung nicht vor.

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