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Keine Streiks an Ostern : Tarifeinigung für Flughafen-Sicherheitspersonal

Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber einigen sich überraschend. Damit ist die Streikgefahr an deutschen Flughäfen gebannt.

Keine Streiks an Ostern : Tarifeinigung für Flughafen-Sicherheitspersonal

Ab in den Urlaub: Flugreisende können aufatmen.Foto: dpa/Boris Roessler

Gute Nachrichten für Osterurlauber: Die Streikgefahr an den deutschen Flughäfen ist gebannt. Am Montag Nachmittag verkündete die Gewerkschaft Verdi überraschend eine Tarifeinigung mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen. Die rund 25.000 Sicherheitskräfte an den deutschen Flughäfen bekommen demzufolge Tariferhöhungen in drei Stufen. Der Tarifvertrag läuft bis Ende 2023. Die Tarifkommission von Verdi hat dem Ergebnis bereits zugestimmt.

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Die Einigung ist eine Überraschung. Denn nach dem erneuten Scheitern der Tarifverhandlungen am vergangenen Donnerstag hatten sich die Tarifparteien eigentlich auf den 7. April vertagt. Viele Urlauber, die in den Osterferien mit dem Flugzeug verreisen wollten, hatte das vor Probleme gestellt. Denn in Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein beginnen die Osterferien schon am 4. April, in allen anderen Bundesländern eine Woche später. Arbeitsniederlegungen in dieser Zeit hätten die Urlaubspläne vieler Bundesbürger auf den Kopf gestellt.

Warnstreiks hatten über 100.000 Passagiere beeinträchtigt

Einen Vorgeschmack hatten die Warnstreiks der vergangenen Wochen gegeben. Zuletzt hatte Verdi am Dienstag vergangener Woche die Kontrolleure an neun deutschen Flughäfen zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Nach Angaben des Flughafenverbands ADV waren 756 Flüge ausgefallen und mehr als 100.000 Passagiere waren nicht wie geplant ans Ziel gekommen. Die Airlines hatten Reisenden angeboten, ihre Flüge umzubuchen oder ihnen eine Erstattung angeboten.

Die 25.000 Luftsicherheitskräfte kontrollieren Passagiere und Fracht sowie die Menschen, die auf den Flughäfen arbeiten. Mit Ausnahme Bayerns werden die Kontrollen von privaten Dienstleistern durchgeführt, die von der Bundespolizei, die eigentlich für diese hoheitliche Aufgabe zuständig ist, beauftragt sind. Als Reaktion auf die Warnstreiks hatte der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) vom Staat eine Neuordnung der Sicherheitskontrollen gefordert. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte vorgeschlagen, die Kontrollen wieder in die Hand des Staates zu geben. Die Kontrolleure sollten bei einer „Anstalt des öffentlichen Rechts“ angestellt werden, die unter Aufsicht der Bundespolizei stehen würde, hatte GdP-Vorstandsmitglied Arnd Krummen angeregt. Ob diese Diskussion nach der Tarifeinigung weitergeht, bleibt abzuwarten.

So sieht die Tarifeinigung aus

Verdi hatte eine Erhöhung des Stundenlohns um mindestens einen Euro gefordert. Zudem sollten die nach Verantwortungsbereichen und Regionen differenzierten Entgelte angeglichen werden. Nach Verdi-Angaben wurde nun für eine Laufzeit von 24 Monaten eine dreistufige Tariferhöhung vereinbart, die für die einzelnen Berufsgruppen unterschiedlich hoch ausfällt. Demnach liege die Steigerung für das laufende Jahr zwischen 4,4 und 7,8 Prozent. Zudem soll bis zum 1. Januar 2024 die Angleichung der Löhne zwischen Ost und West abgeschlossen sein.

Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDSL) bestätigte auf Anfrage, dass es eine Einigung gebe. Zu den Details äußerte sich der BDLS aber zunächst nicht. „Die Arbeitgeber haben endlich ein annehmbares Angebot vorgelegt“, teilte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper am Montagnachmittag mit. „Mit diesem Tarifabschluss gelingt es, die Lohnbedingungen in der Luftsicherheitsbranche und die Arbeit trotz ungünstiger Arbeitszeiten und zahlreicher betrieblicher Probleme attraktiver zu gestalten.“ (mit dpa)

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