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Kehrtwende bei der Rundfunkunion : Russland darf nicht am ESC teilnehmen

Die EBU schließt Russland vom 66. Eurovision Song Contest in Turin aus. Zuvor wurde der ESC noch als „nicht-politisches Event“ bezeichnet.

Kehrtwende bei der Rundfunkunion : Russland darf nicht am ESC teilnehmen

Der Eurovision Song Contest ist Europas größte Fernsehshow. Für den Wettbewerb 2022 wurde Russland ausgeschlossen.Foto: dpa

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat am Freitag eine perfekte Kehrtwende hingelegt. Erst wurde der Eurovision Song Contest (ESC) als „nicht-politisches, kulturelles Event“ bezeichnet und damit die Teilnahme Russlands aufrechterhalten.

Dann hieß es am Freitagabend: Russland wird aufgrund der Invasion in die Ukraine vom diesjährigen Wettbewerb in Turin ausgeschlossen. Das teilte die EBU in Genf mit. Europas größte Fernsehshow soll am 14. Mai mit seinem großen Finale über die Bühne gehen. Deutschland will seinen Song kommende Woche küren.

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Die ARD-Vorsitzende Patricia Schlesinger und ZDF-Intendant Thomas Bellut begrüßten die Entscheidung.Der ESC ist ein musikalisches Fest der Völker Europas. Er repräsentiert Werte wie Freiheit und Vielfalt und ist ein friedlicher Wettstreit kreativer Köpfe. Wenn ein Teilnehmerland des ESC von einem anderen angegriffen wird, sind wir innerhalb der europäischen ESC-Familie solidarisch. Deshalb ist die Entscheidung gegen die Teilnahme Russlands an dieser Stelle richtig“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Mehrere Länder forderten Ausschluss

Nachdem Russland in die Ukraine einmarschiert war, hatte die Ukraine gefordert, die EBU-Mitgliedssender sollten so früh wie möglich erwägen, Russland vom diesjährigen ESC in Italien auszuschließen. Auch andere Länder hatten den Ausschluss gefordert. Finnland drohte nach Angaben des zuständigen Rundfunksenders Yle gar damit, keinen Beitrag zum ESC zu schicken, sollte die Europäische Rundfunkunion Russland nicht die Teilnahme verbieten. Der russische Angriff auf die Ukraine verstoße gegen alle Werte, für die man selbst ebenso stehe wie alle anderen europäischen Rundfunksender, erklärte Yle am Freitag.

Mit Russland wollten eigentlich 41 Länder am ESC 2022 teilnehmen. Die Höchstgrenze der EBU liegt bei 44, diese Teilnehmerzahl wurde allerdings bis jetzt noch nie erreicht. Belarus beispielsweise ist nach der Suspendierung des Senders BTRC im vergangenen Jahr auch weiterhin vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Ukraine schickt neuen Kandidaten

Am 16. Februar trat Alina Pash als Kandidatin der Ukraine zurück. Hintergrund waren offene Fragen zu einer Reise der Sängerin auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim im Jahr 2015. Nach dem Rücktritt von Pash schickt die Ukraine nun die Band Kalush Orchestra mit dem Titel „Stefania“ nach Turin. Er muss sich erst noch in einem der Halbfinals (am 10. und am 12. Mai.) qualifizieren. Der russische Beitrag war noch gar nicht gekürt worden. (mit dpa)

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