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Kämpfe verfeindeter Gangs eskalieren : Mindestens 44 Menschen sterben bei Gefängniskrawallen in Ecuador

Mit Messern kämpfen Mitglieder rivalisierender Banden gegeneinander. Die blutige Eskalation bestätigt ein massives Problem in dem südamerikanischen Land.

Kämpfe verfeindeter Gangs eskalieren : Mindestens 44 Menschen sterben bei Gefängniskrawallen in Ecuador

Bei Kämpfen rivalisierender Banden in einem Gefängnis in Ecuador sind Dutzende Insassen getötet worden.Foto: Innenministerium Ecuador/AFP

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in einem Gefängnis in Ecuador sind mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen. Der Gewaltausbruch erfolgte in der Haftanstalt von Bellavista in der Provinz Santo Domingo de los Tsáchilas im Nordwesten des Landes, wie die ecuadorianische Staatsanwaltschaft am Montag auf Twitter mitteilte.

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Rund 40 Häftlinge hätten demnach versucht, vom anschließenden Chaos zu profitieren und auszubrechen. Sie seien jedoch von der Polizei wieder gefasst worden, erklärte Innenminister Patricio Carrillo.

Die meisten Opfer in der Haftanstalt von Santo Domingo seien demnach mit Hieb- und Stichwaffen getötet worden. „Was am heutigen Morgen in dem Gefängnis von Santo Domingo geschah, ist eine Grausamkeit.“

Das Gefängnis sei mittlerweile wieder unter der Kontrolle der Sicherheitskräfte, sagte Polizeichef Fausto Salinas. Rund 350 Einsatzkräfte durchsuchten über Stunden die Haftanstalt. Die Beamten hätten Schusswaffen, Munition und Granaten sichergestellt.

Zahlreiche Häftlinge versuchten, während der Kämpfe aus der Haftanstalt zu fliehen. Nach Angaben der Behörden wurden 112 Insassen mittlerweile wieder festgenommen.

„Mein Beileid gilt den Familien und Angehörigen jener, die bei den Unruhen im Gefängnis von Santo Domingo ums Leben gekommen sind“, schrieb Präsident Guillermo Lasso auf Twitter. „Das ist das bedauerliche Ergebnis der Gewalt zwischen Banden.“

Mehr als 300 tote Häftlinge seit Anfang 2021

Hintergrund der blutigen Kämpfe war Medienberichten zufolge Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der Gang Los Lobos und deren Splittergruppe R7. Demnach war ein Mitglied von R7 aus einem anderen Gefängnis in die Haftanstalt von Santo Domingo verlegt worden. Das soll die Krawalle ausgelöst haben.

In Ecuador kommt es immer wieder zu Gefangenen-Meutereien und Kämpfen zwischen verfeindeten Banden. Im vergangenen Jahr kamen dabei über 200 Menschen ums Leben. Daraufhin übernahmen Bundespolizei und Streitkräfte die Kontrolle über die Haftanstalten des südamerikanischen Landes.

Wie fast überall in Lateinamerika sind die Gefängnisse in Ecuador überfüllt. Es kommt es immer wieder zu Ausschreitungen, die oftmals von rivalisierenden Drogenbanden ausgelöst werden. Seit Februar 2021 wurden bei einer Reihe von blutigen Aufständen in Ecuadors Gefängnissen fast 350 Häftlinge getötet.

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Allein im vergangenen Jahr kamen bei Meutereien mehr als 200 Menschen ums Leben. Daraufhin übernahmen Bundespolizei und Streitkräfte die Kontrolle über die Haftanstalten des südamerikanischen Landes. „Wir werden vor den Mafias nicht kapitulieren“, schrieb Staatschefs Lasso auf Twitter. „Wir sind fest entschlossen, die Ordnung in den Gefängnissen wieder herzustellen.“

Viele Haftanstalten werden von Verbrechersyndikaten kontrolliert. Oftmals sorgen die Sicherheitskräfte lediglich dafür, dass die Gefangenen in den Haftanstalten bleiben. Innerhalb der Mauern bleiben sich die Häftlinge weitgehend selbst überlassen. Zahlreiche inhaftierte Gang-Bosse steuern die Geschäfte ihrer kriminellen Organisationen aus dem Gefängnis heraus.

Mit seiner Lage zwischen den bedeutenden Drogenproduzenten Kolumbien und Peru ist Ecuador eine wichtige Drehscheibe für den Drogenschmuggel in die USA und nach Europa. In dem Land nimmt die Zahl der Drogenbanden und damit auch die Gewalt stetig zu. (dpa, AFP)

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