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Jobcenter schickt Brief an tote Frau (60)„Sie sind am 23.12.2021 verstorben“

Jobcenter schickt Brief an tote Frau (60)„Sie sind am 23.12.2021 verstorben“

Detlef König trauert um seine geliebte Frau Ina. 2016 erblindete er infolge eines Ärztefehlers bei einer Augen-OP​

Foto: christian lohse Teilen Twittern SendenVon: Johannes Malinowski 16.02.2022 – 11:40 Uhr

Senftenberg – Detlef König (61) ist erblindet, im Dezember starb seine geliebte Frau Ina mit nur 60 Jahren nach einer Herz-OP. Unvorstellbares Leid, das dieser Mann ertragen muss.​ Mitten in der Trauer erreichte König am 4. Februar ein Anhörungsbrief des Jobcenters Oberspreewald-Lausitz, adressiert an seine tote Frau.

Der unfassbare zweite Satz: „Sie sind am 23.12.2021 verstorben. Die Leistungen für den Monat Februar 2022 wurden daher leider zu Unrecht erbracht.“​

Jobcenter schickt Brief an tote Frau (60)„Sie sind am 23.12.2021 verstorben“

Ina König starb letztes Jahr am​ Tag vor Heiligabend. Am 3. Januar​ wäre sie 61 Jahre alt geworden

Foto: christian lohse

Der Schmerz mischt sich mit Wut und Empörung. „Wo bei anderen Menschen ein Herz schlägt, haben die Leute im Jobcenter ein Eisfach, in dem ihre Paragrafen liegen“, schimpft König. „Man ist dort nur eine Nummer und kein Mensch.“ ​

► Absurd: Am selben Tag kam ein Brief vom Jobcenter, in dem man ihm kondoliert. Technisch sei es allerdings nicht möglich, die Anhörung gegen ihn zu richten.​ König arbeitete 40 Jahre lang hart als Polier auf dem Bau, war stolz auf seinen Beruf.

Jobcenter schickt Brief an tote Frau (60)„Sie sind am 23.12.2021 verstorben“

Diesen pietätlosen Brief schickte​ das Jobcenter Anfang Februar an Ina ​König. In einem zweiten Schreiben ​ kondolierte man dem Witwer und ​teilte mit, dass es technisch nicht ​möglich sei, den Anhörungsbrief ​an ihn zu richten​

Foto: Privat

Im April 2016 der erste Schicksalsschlag. Er erblindete infolge einer fehlgeschlagenen Augen-OP. 1090 Euro Erwerbsunfähigkeitsrente erhält er im Monat, seine geliebte Ina bekam monatlich 192 Euro für die Unterstützung ihres Mannes vom Jobcenter. Die beiden waren seit knapp 34 Jahren verheiratet.​

Dann das nächste Drama: Ärzte hatten Ina König am 22. Dezember 2021 in einem Cottbuser Krankenhaus einen Herzschrittmacher eingesetzt. Am 23. Dezember – einen Tag vor Heiligabend – um 13.04 Uhr starb sie.​

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