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Jahresbericht der Lebensmittelaufsicht : Welche Produkte Sie krank machen können

Sportlernahrung, Gesichtspflegemasken, roher Keksteig und Obstsalat aus dem Supermarkt sind mit Vorsicht zu genießen, warnt die Behörde.

Jahresbericht der Lebensmittelaufsicht : Welche Produkte Sie krank machen können

Jede Menge Muskeln: Sportlernahrung enthält jedoch oft gefährliche Substanzen.Foto: Getty Images/iStockphoto

Selbstoptimierungen, sei es bei der sportlichen Leistungsfähigkeit oder beim guten Aussehen, können nach hinten los gehen. Das zeigt der aktuelle Jahresbericht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). So enthalten sowohl Sportlernahrung als auch Gesichtsmasken für die Hautkosmetik häufig gesundheitsschädliche Substanzen.

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In Sportlernahrung, die oft in Fitnesscentern oder Drogerien als leistungssteigernde Mittel verkauft werden, fanden die Lebensmittelkontrolleure die Stoffe DMAE und Synaphrin. DMAE kann zu Muskelzucken und Schlaflosigkeit, Synephrin zu Herzproblemen bis hin zum Infarkt führen. Von 87 kontrollierten Pre-Workout-Boostern enthielt fast die Hälfte solche riskanten Stoffe. Man sollte sich lieber ausgewogen ernähren, um fit zu werden, sagte Jan Backmann, Vorsitzender der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz, bei Vorstellung der Ergebnisse am Donnerstag in Berlin.

Jahresbericht der Lebensmittelaufsicht : Welche Produkte Sie krank machen können

Schönes Gesicht: Das geht auch ohne Gesichtspflegemasken.Foto: Mauritius/Alexander Kupka

Auch von Gesichtspflegemasken sollte man lieber die Finger lassen. In mehr als der Hälfte der untersuchten Produkte fanden die Kontrolleure gefährliche Schwermetalle wie Arsen, das nachweislich Krebs erzeugen kann, Cadmium, das im Verdacht steht, Krebs zu verursachen, und Blei, das die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt. Zum Teil wurden die Orientierungswerte „deutlich überschritten“, warnt Georg Schreiber, der beim BVL die Abteilung Lebensmittelsicherheit leitet. Besonders Masken aus dem Onlinehandel seien problematisch.

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Finger weg von rohem Teig

Die Lebensmittelüberwachung ist Sache der Bundesländer. Das BVL stellt jedoch einmal im Jahr die Ergebnisse vor. 2020 hatten die Behörden fast 370.000 Betriebe und knapp 600.000 Erzeugnisse überprüft. So fanden die Behörden Keime in frischen Obstsalaten und STEC-Bakterien im Mehl, die akute Darmentzündungen auslösen können. Gut neun Prozent der 242 Proben von Weizenmehl aus Mühlen waren betroffen. Keksteig sollte man daher nicht roh verzehren, warnt das BVL. Und auch bei Wild-Wurstwaren ist Vorsicht geboten. Bei 54 Proben (72 Prozent) wurden Reste von Blei aus der Jagdmunition gefunden.

Entwarnung beim Holzspielzeug

Gute Nachricht für Eltern und Großeltern, die dem Nachwuchs Spielzeug unter den Weihnachtsbaum legen wollen. Gesundheitsschädliche Phthalate (Weichmacher), die häufig in Lacken eingesetzt werden, sind aus dem Holzspielzeug praktisch verschwunden. Während es bei früheren Untersuchungen noch relativ häufig Überschreitungen des Grenzwertes gab, lagen im vergangenen Jahr nur drei von 211 Proben (1,4 Prozent) über dem Grenzwert, teilte das BVL mit.

Phthalate dürfen in lackiertem Holzspielzeug nur bis zu einer Konzentration von 0,1 g/100 g vorkommen. Tipp: Da altes Spielzeug häufig noch überhöhte Werte enthält, sollte man neue Waren kaufen, rät das BVL.

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