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Ingeborg-Bachmannpreis 2022 : Unverwüstlich und international

Wieder live vor Ort in Klagenfurt, mit Autoren und Autorinnen wie Eva Sichelschmidt, Juan S. Guse oder Hannes Stein: Der Ingeborg-Bachmannpreis 2022.

Ingeborg-Bachmannpreis 2022 : Unverwüstlich und international

Dürften dieses Jahr wieder belegt werden, die Bachmann-Preis-StühlchenFoto: ORF/Bachmann-Preis

Der Sommer, die drastischen Rückgänge der Inzidenzzahlen und die zuallermeist milden Omikron-Krankheitsverläufe machen es möglich: Das Bachmann-Lesen 2022 findet wieder live vor Ort in Klagenfurt statt, vom 22. bis 26. Juni. Also auch mit Publikum im ORF-Studio, nachdem letztes Jahr nur die Jury anwesend und 2020 der Wettbewerb komplett digital über die Bühne gegangen war.

Am Dienstagvormittag wurde das Feld der vierzehn Autorinnen und Autoren bekanntgegeben, die nach Klagenfurt reisen und dort lesen werden. Wie jedes Jahr ist der Großteil davon kaum bekannt, da bedarf es genauerer Biografie-Lektüre. Dem Feuilleton, vor allem den Leserinnen und Lesern der „Welt“, ist natürlich der Name Hannes Stein ein Begriff.

Stein schreibt für eben jene Springer-Zeitung, lebt in den USA, „im Stadtteil Riverdale am nördlichen Rand der Bronx“, wie es in seiner Biografie heißt, und ist in den vergangenen Jahren auch als Romanautor hervorgetreten. Ebenfalls nicht ganz unbekannt ist Eva Sichelschmidt. Ihr 2020 veröffentlichter Roman „Bis wieder einer weint“ war für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert.

Und dann sind da noch der 1994 geborene Elias Hirschl, der in Österreich ein Superstar ist, als Romanautor, Musiker, und Spoken Word-Künstler, sowie Juan S. Guse, der 2012 den Berliner Open Mike gewann und 2019 mit „Miami Punk“ einen fulminanten Cyberpunk Roman veröffentlichte.

Behzad Karim-Khani betreibt eine Bar in Kreuzberg

Dann wird es schwieriger, in jedem Fall sehr international bezüglich der Herkunft vieler Autorinnen und Autorinnen: Der in der Lyrikszene gut bekannte und in Berlin lebende Alexandru Bulucz ist mit dabei. Bulucz wurde 1987 im westrumänischen Alba Iulia geboren, wo er bis zu seinem 13. Lebensjahr lebte.

Dann der in der Schweiz lebende Usama Al Shahmani, 1971 in Bagdad geboren. Al Shahmani veröffentlichte in seiner Heimat drei Bücher über arabische Literatur und musste 2002 wegen eines Theaterstückes fliehen.

Der 1977 in Teheran geborenen Behzad Karim-Khani wiederum wuchs im Ruhrgebiet auf, studierte in Bochum Kunstgeschichte und Medienwissenschaft und lebt seit 2012 in Berlin, wo er, so heißt es auf der Bachmannpreis-Website, in Kreuzberg eine Bar betreibt.

Vermutlich liest Karim-Khani eine Passage aus seinem Debütroman „Hund, Wolf, Schakal“, der im August 2022 im Hanser Verlag erscheint. Und nicht zu vergessen: die aus dem slowenischen Murska Sobota stammende und in Österreich lebende Ana Marwan. Man kann also sagen: Es wird interessant. Und, klar, das auch: Der Ingeborg-Bachmann-Preis lebt, er ist unverwüstlich.

Zumal er wieder einmal eine Neuerung parat hält: Die Ermittlung der Preise erfolgt anders. Die Jury vergibt Punkte für die von ihr favorisierten Texte, und zwar von 9 bis 1. Danach wird addiert, und am Sonntag verliest der Justitiar „sukzessive“ die Namen der Preisträger – „beginnend mit dem am niedrigsten dotierten Preis“, von wegen der Spannung.

Diesbezüglich langweiliger wird es trotzdem: Es passierte häufiger bei den Abstimmungsrunden, dass ein Autor, eine Autorin ganz nah am Ingeborg-Bachmann-Preis war – und am Ende durchgereicht wurde und ohne Preis von dannen gehen musste.

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