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Ihr Geld reicht nicht für ein ZimmerIn Berlin leben die Tagelöhner unter der Hochbahn

Ihr Geld reicht nicht für ein ZimmerIn Berlin leben die Tagelöhner unter der Hochbahn

Stevan (60, li.) und Ali (50) schuften tagsüber auf Baustellen – wenn sie jemand engagiert, den Rest der Zeit verbringen sie in dem Zeltlager

Foto: Timo Beurich Teilen Twittern SendenVon: Alina Gröning 07.07.2021 – 11:34 Uhr

Berlin – Zelte, Einkaufswagen, Stühle, Matratzen und Müll. Der Mittelstreifen unter der U-Bahn-Hochtrasse an der Skalitzer Straße (Bezirk Kreuzberg) sieht aus wie ein Obdachlosen-Camp. Doch es ist die provisorische Behausung Dutzender Tagelöhner.​

Tagsüber schuften sie meist auf Baustellen, die Nacht verbringen sie bei Wind und Wetter in den provisorischen Unterkünften. Für eine feste Bleibe reicht der klägliche Lohn nicht aus. Ein äußerst verstörendes Bild – im Herzen unserer Stadt.

Ihr Geld reicht nicht für ein ZimmerIn Berlin leben die Tagelöhner unter der Hochbahn

Zu den provisorischen Behausungen gehören Zelte, Stühle, Tische und Matratzen. Überall türmt sich außerdem der Müll

Foto: Olaf Selchow

Zu den Bewohnern gehören auch Ali (50) und Stevan (60). Seit zehn Jahren pendeln die beiden zwischen Bulgarien und Deutschland, seit rund zwei Monaten hausen sie auf dem Mittelstreifen.​

Während Ali sich an einem selbstgebauten Tisch ein Brot schmiert, erzählt er in gebrochenem Deutsch: „Wir arbeiten als Anstreicher und Spachtler auf Baustellen. Die Jobs sind tageweise, manchmal bekommen wir Arbeit, manchmal nicht.“​

Auch am Dienstag wurden sie um 6 Uhr morgens abgeholt und zu einer Baustelle an der Frankfurter Allee gebracht. Die Auftraggeber seien meistens türkische oder arabische Firmen. „Elf Euro gibt es die Stunde, das reicht leider nicht für ein Zimmer“, sagt Ali.

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