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Hertha BSC in der Saison 2021/22 : Kevin-Prince Boateng wünscht sich eine Samstagabendshow

Große personelle Probleme vor dem Auswärtsspiel in Freiburg + Windhorst bereut Investment bei Hertha + So reagiert der Verein auf die Vorwürfe + Mehr im Blog.

Hertha BSC in der Saison 2021/22 : Kevin-Prince Boateng wünscht sich eine Samstagabendshow

Kevin-Prince Boateng (hinten) ist nach seiner Coronainfektion bei Hertha BSC zurück im Training.Foto: imago images/Matthias Koch

Bei Hertha BSC ist weiterhin vieles in Bewegung. Sportlich aber läuft es noch nicht.

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Boateng plant eine TV-Serie mit Sylvester Stallone

Kevin-Prince Boateng, 34, will neben der Karriere als Fußballprofi ins Film- und Fernsehgeschäft einsteigen. Der Spieler von Hertha BSC plant eine Serie zusammen mit Hollywood-Star Sylvester Stallone, wie er der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ sagte: „Mit ihm ist eine Freundschaft entstanden, und ich arbeite an einer TV-Serie, die von meinem Leben inspiriert ist, aber nicht über Fußball.“

Boateng, der am Dienstag nach überstandener Coronainfektion erstmals wieder mit der Mannschaft von Hertha BSC auf dem Trainingsplatz stand, erzählte weiter: „Wir überlegen, dass von Stallone die Erzählerstimme kommt und dass wir beide kleine Rollen übernehmen. Wir wollen Schmerz und Wunden zeigen, die es braucht, um erfolgreich zu sein.“

Boateng spielte in der Bundesliga für Borussia Dortmund, Schalke 04 und Eintracht Frankfurt, nach etlichen Stationen im Ausland in England, Italien, Spanien und der Türkei kehrte er im Sommer zu seinem Jugendverein nach Berlin zurück. 
Boateng sollte bei Hertha BSC eine Führungsrolle übernehmen, auf, aber auch neben dem Platz. Das ist nur bedingt gelungen.
„Natürlich hätte er viel mehr auf dem Platz stattfinden müssen“, hat Herthas Sportvorstand Fredi Bobic am vergangenen Sonntag in der Sendung Doppelpass gesagt. Nur in 12 der bisherigen 24 Saisonspielen ist Boateng für Hertha zum Einsatz gekommen, lediglich fünf Mal stand er in der Startelf, zuletzt Anfang Oktober.

Boatengs Vertrag bei Hertha läuft bis Ende dieser Saison. „Vielleicht höre ich dann auf. Ich habe keine Angst und viele Projekte. Wenn ich ich die Kabine gehe, habe ich aber noch Lust zu spielen“, sagte er. Bei der Europameisterschaft im vorigen Jahr setzte ihn die ARD als Experten ein. „Ich denke, das mache ich für die WM wieder“, kündigte er im Ausblick auf den Herbst 2022 in Katar an. „Außerdem will ich eine eigene Sendung haben. Ich denke an eine Samstagabendshow.“ (dpa)

Lotka oder Körber: Wer steht gegen Freiburg im Tor?

Für Hertha BSC kommt es im Abstiegskampf immer dicker. Beim Auswärtsspiel am Samstag in Freiburg (15.30 Uhr, live bei Sky) müssen die Berliner nun auch noch auf ihren Stammtorhüter Alexander Schwolow verzichten. Der frühere Freiburger ist ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Wir sind schon durchseucht langsam“, sagte Sportgeschäftsführer Fredi Bobic.

 

Schon am vergangenen Wochenende, beim Heimspiel gegen Leipzig, war Hertha von einem massiven Coronaausbruch betroffen. Insgesamt acht Spieler fielen aus. Davon sind inzwischen drei zurück im Training. Nach Suat Serdar, der bereits am Mittwoch wieder auf dem Trainingsplatz stand, konnten sich auch Maximilian Mittelstädt und Jurgen Ekkelenkamp freitesten. Ob von den verbliebenen fünf Spielern – Marvin Plattenhardt, Dongjon Lee, Kevin-Prince Boateng, Lukas Klünter und Niklas Stark – noch weitere für einen Einsatz in Freiburg zur Verfügung stehen werden, ist noch offen. „Wir müssen noch warten, und zwar auf allen Positionen“, sagte Trainer Tayfun Korkut.

 

Besonders knifflig ist für ihn die Situation auf der Position der Torhüter. Mit Schwolow fehlt die Nummer eins, dazu fallen auch die Nummer zwei und drei – Oliver Christensen und Rune Jarstein – weiterhin verletzt aus. Bleiben Marcel Lotka und Nils Körber. Lotka, 20 Jahre alt und polnischer U-21-Nationaltorhüter, saß mangels Alternativen bei den vergangenen drei Bundesligaspielen Herthas auf der Bank, hat allerdings noch keinerlei Profierfahrung. Körber, 25, ist während seiner Leihe an den VfL Osnabrück immerhin acht Mal in der Zweiten Liga zum Einsatz gekommen. Allerdings war er zuletzt ebenfalls verletzt. Erst am Mittwoch ist er wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

 

„Abschließend entschieden haben wir noch nicht“, sagte Korkut, der sich trotz der Ausfälle demonstrativ gelassen gab: „Wofür ist denn die Nummer zwei da? Wofür ist denn die Nummer drei da? Und die Nummer vier?“, fragte Herthas Trainer. „Die machen ja nicht Urlaub. Die sind heiß.“

 

Wegen Coronainfektion: Stark fehlt gegen RB Leipzig

Am vorigen Spieltag fehlte Innenverteidiger Marc Kempf wegen einer Coronainfektion. Kempf wird am Sonntagabend für Hertha BSC gegen RB Leipzig spielen können (19.30 Uhr Olympiastadion/live bei Dazn), doch nun fehlt der zweite Stamm-Innenverteidiger wegen Corona: Kapitän Niklas Stark ist in häuslicher Isolation, wie der Klub am Freitagmittag mitteilte. Auch Mittelfeldspieler Suat Serdar wird aus diesem Grund nicht zur Verfügung stehen. Sportdirektor Arne Friedrich war ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden.  

Für Stark wird wieder der 17 Jahre alte Linus Gechter einspringen, der beim 1:2 in Fürth zu den Lichtblicken bei Hertha zählte – nicht nur wegen seines Tores. „Wenn ich mir die Leistung von Linus ansehe, mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Ich bin mir sicher, er macht ein gutes Spiel neben Marc“, sagte Trainer Tayfun Korkut.  
Zur heftigen Kritik von Investor Lars Windhorst an der Vereinsführung unter der Woche wollte sich Korkut nicht äußern: „Das ist nicht mein Thema. Mein Verantwortungsbereich ist das Sportliche und die Mannschaft, da fokussiere ich mich drauf.“ Hertha hat in diesem Jahr noch kein Spiel gewonnen, ist 14. in der Fußball-Bundesliga: „An Arbeit mangelt es mir nicht“, sagte Korkut. 

So reagiert Hertha BSC auf Windhorsts Vorwürfe

Die Vorwürfe des Investors Lars Windhorst gegen Hertha BSC sind heftig, die Reaktion des Vereins hingegen fällt eher zurückhaltend aus. Hier der Wortlaut:

„Herr Windhorst hat sich bisher weder in entsprechenden Sitzungen des Vereins noch gegenüber Personen im Verein in dieser Form geäußert. Alle Entscheidungen wurden seit seinem Einstieg bei Hertha BSC einstimmig im Beirat beschlossen. Wir werden ihn dazu befragen.“

Windhorst attackiert Herthas Klubführung

Investor Lars Windhorst hat scharfe Kritik an Hertha BSC geübt. „Ich habe darauf gesetzt, dass bei Hertha rational und in die Zukunft denkende Leute das Sagen haben, die auch nachhaltig den Erfolg wollen“, sagte er in einem Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin „Capital“. In den vergangenen Monaten sei ihm jedoch klar geworden, dass es einigen Leuten bei Hertha in erster Linie um „Machterhalt und Klüngelei“ gehe. Auf die Frage, ob sein Einstieg bei dem Berliner Fußball-Bundesligisten ein Fehler gewesen sei, antwortete Windhorst: „Ehrlich gesagt, aus heutiger Sicht ja, leider. Bislang hat mir das Investment bei Hertha abgesehen von positiven Erfahrungen mit vielen Mitgliedern nur Nachteile gebracht.“ 

Windhorst hat seit dem Sommer 2019 mit der Tennor-Gruppe in mehreren Schritten insgesamt 374 Millionen Euro investiert und dafür 64,7 Prozent der Anteile an der Hertha BSC KgaA erworben. Das Verhältnis zur Vereinsführung war seitdem alles andere als spannungsfrei. Während Windhorst von Beginn an Einfluss auf das operative Geschäft nehmen wollte und mit seinem Investment auch sportlich hohe Erwartungen verbunden hat, stand die Klubführung um Präsident Werner Gegenbauer immer auf dem Standpunkt, dass Windhorst gemäß der im deutschen Fußball geltenden 50+1-Regelung nur über Hertha BSC sprechen könne – und nicht für Hertha BSC.

 

Mit seinen jüngsten Aussagen, noch dazu mitten im Abstiegskampf der Mannschaft, hat Windhorst den Zwist noch einmal zusätzlich angefacht. „Ich lasse mir von niemandem dort 375 Mio. Euro verbrennen und werde darum niemals aufgeben“, sagte er. Er werde „das Investment zum Erfolg führen, auch wenn es viel länger dauern wird als ursprünglich geplant“.

 

Auch Boateng und Dardai nicht auf dem Platz

Marc Kempf hat auch am Mittwoch beim Training von Hertha BSC gefehlt. Der Innenverteidiger, der am vergangenen Wochenende sein Debüt für den Berliner Fußball-Bundesligisten gefeiert hat, ist krank und hatte deswegen auch schon am Dienstag, beim Auftakt der Trainingswoche, gefehlt. Zur Art der Krankheit machte Hertha am Mittwoch keine näheren Angaben.
Außerdem fehlten bei der intensiven Einheit, in der Trainer Tayfun Korkut vor allem Zweikämpfe und Umschaltsituationen üben ließ, auch Marton Dardai und Kevin-Prince Boateng. Dardai hatte sich am Dienstag am Sprunggelenk verletzt und trainierte tags darauf individuell. Boateng fiel wegen Magen-Darm-Problemen aus.
Dazu absolvierte Santiago Ascacibar ein reduziertes Programm, und Jurgen Ekkelenkamp musste die Einheit vorzeitig beenden, weil er sich am linken Fuß verletzt hatte. Beim Gang vom Platz sah es allerdings nicht so aus, als wäre bei ihm ein Ausfall für das Spiel am Samstag beim Tabellenletzten Greuther Fürth zu befürchten. 

Bobic: „Das muss viel, viel schneller gehen“

Das Timing ist nicht besonders gut. Zumindest nicht für Hertha BSC. Bei Fußballspielen sind nach den jüngsten Beschlüssen der Politik zwar künftig wieder bis zu 10.000 Zuschauer zugelassen, für Herthas Heimspiel an diesem Freitag gegen den VfL Bochum (20.30 Uhr, live bei Dazn) aber gilt diese Regelung noch nicht. Der Berliner Senat wird seine Coronaverordnung erst am Dienstag den neuen Begebenheiten anpassen – zu spät für Hertha. Gegen Bochum werden im Olympiastadion erneut nur 3000 Anwesende zugelassen sein.

 

Und überhaupt: „10.000 Zuschauer? Okay“, antwortete Herthas Sportgeschäftsführer auf die Frage nach seiner Einschätzung der jüngsten Beschlüsse. „Aber ich bin überhaupt nicht zufrieden damit.“ Bobic sieht sich gegenüber der Konkurrenz weiterhin benachteiligt, weil die unterschiedliche Kapazität der Stadien auch künftig nicht berücksichtigt werde.

 

Im Olympiastadion mit 74.000 Plätzen entsprächen 10.000 Zuschauern einer Auslastung von gerade mal 13,5 Prozent. Der Lokalrivale Union hingegen dürfe in seiner weit kleineren Alte Försterei 45 Prozent der Plätze belegen. Bobic forderte daher, „dass die Politik das mal besser reflektieren muss“. Die Erhöhung der Zuschauergrenze „kann nur der Anfang sein“, sagte er. „Das muss viel, viel schneller gehen.“ 

„Genau das gemacht, was wir uns vorgenommen haben“

Fredi Bobic erlebte eine entspannte Endphase der Transferperiode. „Man redet immer über den großen Deadline-Day, aber eigentlich war es total ruhig“, sagte der Sportgeschäftsführer von Hertha BSC am Dienstag. In Coronazeiten sind die meisten Vereine zurückhaltend. 
Nur ein Klub in der Fußball-Bundesliga holte vier Spieler: Hertha BSC. Allerdings für recht kleine Summen oder ablösefrei und nicht auf den letzten Drücker. Bobic zeigte sich damit zufrieden: „Wir haben genau das gemacht, was wir uns vorgenommen waren. 
Bei den Zugängen sieht er zwei, „die direkt weiterhelfen können“. Es sind Marc Oliver Kempf (vom VfB Stuttgart) und Fredrik-André Björkan (FK Bodö/Glimt). Dazu kommt Dongjun Lee von Ulsan Hyundai, der „eine unheimliche Geschwindigkeit“ habe und der 19 Jahre alte Kélian Nsona (SM Caen), für Bobic „ein Vorgriff auf den Sommer“. Er sprach noch von einem weiteren Zugang: Mittelfeldspieler Anton Kade (18) aus dem eigenen Nachwuchs, der nun dauerhaft bei den Profis mittrainiert. 
Vor allem über einen neuen Rechtsverteidiger sei auch nachgedacht worden, sagte Bobic. Aber in der Hinsicht habe sich nichts ergeben: „Es ging nicht darum, aktionistisch zu handeln.“ Vierter Neuzugang: Kélian Nsona kommt
Hertha BSC hat den vierten Spieler dieser Transferperiode verpflichtet: Flügelspieler Kélian Nsona, der vornehmlich auf der linken Seite spielt, wechselt vom französischen Zweitligisten SM Caen. Das teilten die Berliner am Montagmittag mit, nachdem es schon länger Gerüchte um den Wechsel gegeben hatte. Der 19-Jährige unterschreibt einen Vertrag bis 2026. Die Ablösesumme soll im mittleren sechsstelligen Bereich liegen. 
„Kélian Nsona ist ein junger Spieler, der großes Entwicklungspotenzial besitzt. Mit seinen 1,89 m ist er groß gewachsen und bringt neben seiner Technik auch eine enorme Schnelligkeit mit“, wird Sportgeschäftsführer Fredi Bobic in der Mitteilung zitiert: „Er passt damit sehr gut in unser Anforderungsprofil für die Außenposition, die er sowohl auf der rechten als auch linken Seite bekleiden kann.“

Der Neuzugang sagte: „Hertha BSC ist ein großer Klub in Deutschland, der mich direkt sehr beeindruckt hat. Ich habe ein gutes Gefühl, dass der Wechsel die nächste Stufe in meiner Karriere darstellt. Ich hatte gute Gespräche mit den Verantwortlichen und freue mich sehr auf die kommenden Aufgaben.“

Nsona spielte früher in verschiedenen französischen Nachwuchsnationalteams. In der zweiten Liga absolvierte er bisher 35 Einsätze. In der laufenden Saison kam Nsona wegen eines im Sommer erlittenen Kreuzbandrisses noch nicht zum Einsatz.  
Nach der Bekanntgabe des Transfers schrieb Hertha bei Twitter: „Mit der Verpflichtung von Kélian Nsona haben wir unsere Aktivitäten in der diesjährigen Winter-Transferperiode abgeschlossen.“ Gekommen sind außerdem Fredrik André Björkan (FK Bodö Glimt), Marc Oliver Kempf (VfB Stuttgart) und Dong-Jun Lee (Ulsan Hyundai).  
Auch auf der Seite der Abgänge hat sich wieder einiges getan: Krzysztof Piatek (zum AC Florenz), Jordan Torunarigha (KAA Gent) und Deyovaisio Zeefuik (Blackburn Rovers) sind bis Saisonende verliehen worden, Dennis Jastrzembski wechselte zu Slask Wroclaw.  

Wie erwartet: Hertha holt Lee

Dritter Winter-Neuzugang bei Hertha: Vom südkoreanischen Vizemeister Ulsan Hyundai wechselt Dongjun Lee mit sofortiger Wirkung nach Berlin, wie Hertha am Samstag mitteilte. Der 24 Jahre alte südkoreanische Nationalspieler erhält einen Vertrag bis 2025 und soll den Angriff auf der rechten Außenbahn beleben. Zu Ablösemodalitäten machten die Berliner keine Angaben. Laut Medienberichten soll es eine Ablöseklausel knapp unter einer Million geben.

Beim südkoreanischen Werksclub erzielte der 1,73 Meter große Stürmer in der vergangenen Saison wettbewerbsübergreifend in 37 Spielen zwölf Tore und steuerte fünf Vorlagen bei. Im März 2021 gab Dongjun Lee sein Debüt in der A-Nationalmannschaft und nahm im Sommer an den Olympischen Spielen in Tokio teil.

Dongjun sei sehr schnell, wendig, dribbelstark, mit Zug zum Tor und trotz seiner geringen Körpergröße durchsetzungsstark und mit einem guten Kopfballspiel ausgestattet, sagte Herthas Geschäftsführer Sport, Fredi Bobic, über den dritten Neuen nach der Verpflichtung der defensiven Spieler Fredrik André Björkan und Marc Oliver Kempf. (dpa)

Boyata mit Bänderverletzung

Hertha BSC muss vorerst auf Dedryck Boyata verzichten. Der Kapitän hat sich im Testspiel gegen Posen eine Bänderverletzung im rechten Sprunggelenk zugezogen, wie die Berliner am Samstag mitteilten. Wie lange der 30 Jahre alte belgische Nationalspieler aussetzen muss, ließ der Verein offen. Der im Sommer 2019 von Celtic Glasgow nach Berlin gewechselte Innenverteidiger hat in seiner Zeit bei Hertha immer wieder Verletzungspausen einlegen müssen. So kommt Boyata in zweieinhalb Jahren auf 63 Spiele für die Berliner, in denen dem Abwehrspieler fünf Tore gelangen. (dpa)

Torunarigha-Wechsel fix

Am Abend nach dem Spiel gegen Posen machte Hertha die Leihe von Jordan Torunarigha dann auch offiziell. Der 24-Jährige wird bis zum Sommer zum belgischen Klub KAA Gent ohne Kaufoption wechseln, wie Hertha mitteilte. 

2:4 im Testspiel gegen Lech Posen

Marcel Lotka war ziemlich bedient. Und das zeigte der Torwart von Hertha BSC auch lautstark. Soeben hatte Antonio Milic im Testspiel ohne Zuschauer ein weiteres Tor für Lech Posen erzielt, nachdem direkt davor Joao Amaral die Latte getroffen hatte. Damit lag Hertha am Freitagmittag auf dem Hanns-Braun-Platz 1:4 zurück, verlor am Ende 2:4 (1:2).

Das Spiel habe ihm „einige Erkenntnisse gebracht“, sagte Herthas Trainer Tayfun Korkut. Unter anderem eine nicht ganz neue: „Wir haben wieder zu viele Gegentore bekommen.“ Der Tabellenführer der polnischen Ekstraklasa, die am kommenden Freitag die Winterpause beendet, war früh durch Amaral (6.) und Jakub Kaminski (11.) in Führung gegangen.

Beim ersten Tor sah die vor der Pause von Niklas Stark und Neuzugang Marc Oliver Kempf gebildete Innenverteidigung nicht so richtig gut aus. Insgesamt bescheinigte Korkut dem vom VfB Stuttgart gekommenen Kempf eine „ordentliche Leistung“. Es war an seinem 27. Geburtstag das Debüt des Abwehrspielers. Beim 0:2 wurde Peter Pekarik auf der rechten Seite überspielt. Die Berliner verkürzten in der 33. Minute durch Vladimir Darida, weil Torwart Mickey van der Hart den Weitschuss aus fast 30 Metern durchrutschen ließ.

Einen guten Eindruck hinterließ Stevan Jovetic, der sich mehrere Chancen erarbeitete. Nach seinem Kurzeinsatz gegen den FC Bayern am vorigen Sonntag spielte der Stürmer nun erstmals nach seiner Wadenverletzung von Beginn an. „Jove ist zurück. Man hat gesehen, dass er ein belebendes Element für uns ist“, sagte Korkut. Der Trainer wechselte in der Pause viel. Es kam auch der im Dezember verpflichtete Fredrik André Björkan: Der Norweger probierte viel nach vorn, hatte aber auch einmal hinten Glück, als ein Fehlpass fast zum fünften Gegentor geführt hätte.

Neben dem durchspielenden Torwart Lotka blieben nach dem Wechsel zunächst auch Jovetic und Marco Richter auf dem Rasen. Beim dritten Gegentor leistete sich Dedryck Boyata gleich zwei Fehler hintereinander: Erst verlor er den Ball in der Nähe des eigenen Strafraums, dann foulte er Filip Marchwinski. Dabei verletzte sich Boyata leicht und musste später ausgewechselt werden. Den Elfmeter verwandelte Amaral (64.). 

Als dann Milic acht Minuten später nachlegte, sah es sehr trüb für Hertha aus. Denn auch nach vorn ging lange Zeit ziemlich wenig. Aber immerhin erspielten sich die Berliner noch einige Gelegenheiten. Eine davon nutzte Linus Gechter per Kopf zum Endstand (80.). 

Nicht im Kader standen unter anderem Torwart Alexander Schwolow, sowie Maximilian Mittelstädt und Myziane Maolida, die geschont wurden. Stürmer Davie Selke ist nach seiner Coronainfektion freigetestet worden und wird bald wieder bei Hertha ins Training einsteigen. 

Das wird auf Jordan Torunarigha nicht mehr zutreffen – zumindest vorerst. Der Innenverteidiger wird bis zum Saisonende an den belgischen Erstligisten KAA Gent verliehen, wie beide Klubs am späten Nachmittag bestätigten. Unterdessen soll Hertha kurz vor der Verpflichtung des südkoreanischen Nationalspielers Dong-Jun Lee stehen. Der 24 Jahre alte Rechtsaußen steht derzeit noch bei Ulsan Hyundai unter Vertrag. 

Ultras lehnen Entschuldigung ab

Der Besuch bei der eigentlich nicht-öffentlichen Trainingseinheit endete mit einer deutlichen Ansage. „Ihr reißt euch jetzt am Riemen, sonst zünden wir die nächste Stufe“, sagte der Vorredner einer rund 80 Mann starken Abordnung der organisierten Fans von Hertha BSC. Sie war am Tag vor dem Heimspiel des Berliner Fußball-Bundesligisten auf dem Trainingsplatz erschienen und hatte die Mannschaft nach der Pokalniederlage gegen den 1. FC Union zur Rede gestellt.

Im Nachgang hatten die Verantwortlichen von Hertha BSC – namentlich Trainer Tayfun Korkut und Sportdirektor Arne Friedrich – Verständnis für die hochkochenden Emotionen bei den Fans nach der frustrierenden Derby-Niederlage geäußert, allerdings auch Kritik geübt an der Art und Weise. Am Donnerstag wurde Hertha in einer offiziellem „Stellungnahme zu den Vorfällen am vergangenen Samstag (22.01) auf dem Trainingsplatz“ noch deutlicher. 
Demnach haben Herthas Geschäftsführer Fredi Bobic und Ingo Schiller in einem Gespräch mit Vertretern der Ultras „klar zum Ausdruck gebracht, dass der Verein seitens dieser Gruppe der Ultras eine Stellungnahme in Form einer öffentlichen Entschuldigung für dieses Vorgehen und den Vorfall erwartet“. Die Fanvertreter hätten erklärt, „dass sie dazu in keiner Form bereit sind. Dies bedauern wir sehr.“

Einer kommt, einer geht

Kurz nachdem Hertha BSC die Verpflichtung von Innenverteidiger Marc Oliver Kempf verkündet hat, gibt es nun den nächsten Abgang zu verkünden. Eigengewächs Dennis Jastrzembski, 21, verlässt Hertha ablösefrei und schließt sich dem polnischen Erstligisten Slask Breslau an.
„Für einen Spieler in seinem Alter ist Spielzeit für die Entwicklung das Wichtigste“, wird Fredi Bobic, Geschäftsführer Sport bei Hertha BSC, in einer Vereinsmitteilung zitiert. „Die Aussicht darauf war aber bei uns nicht gegeben, daher sind wir seinem Wunsch nach einem Wechsel nachgekommen.“
Jastrzembski kam 2015 im Alter von 15 Jahren aus Kiel zu Hertha, gewann 2018 mit der U 19 den deutschen Meistertitel und unterschrieb im selben Jahr einen Profivertrag. Nachdem er zwischenzeitlich an den SC Paderborn und Waldhof Mannheim ausgeliehen war, kehrte er zu Saisonbeginn nach Berlin zurück.
Für Herthas Profis kam der Offensivspieler insgesamt 16-Mal in Liga und Pokal zum Einsatz, dabei bereitete er zwei Tore vor. Bei Instagram schrieb er zum Abschied: „Ich muss mich von euch, dem Verein und Berlin verabschieden. Da mein Abschied nicht ganz freiwillig ist, fällt es mir um so schwerer.“

Trainer Korkut vertraut Torhüter Schwolow

Alexander Schwolow kann durchaus von sich behaupten, dass er seine Mannschaft am Sonntag gegen den FC Bayern München vor einer noch höheren Niederlage bewahrt hat. Von den rekordverdächtigen 20 Schüssen, die auf sein Tor kamen, parierte der Torhüter von Hertha BSC einige; einige sogar spektakulär. Und doch blieb nach dem Spiel und der 1:4-Niederlage ein zwiespältiger Eindruck zurück. Wieder einmal, muss man fast sagen.

Denn bei all seinen Glanztaten unterlief Schwolow auch ein schwerer Fehler, der wieder einmal ein Gegentor zur Folge hatte. Beim Stand von 0:2 spielte er den Ball quer durch seinen Strafraum; Adressat war der junge Linus Gechter, der allerdings auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Leroy Sané erkannte die Situation, sprintete dazwischen und setzte den Ball zum 3:0 für die Bayern ins leere Tor.

Angesichts solcher Patzer kursiert unter den Hertha-Fans schon länger der Gedanke, ob nicht Oliver Christensen einmal eine Chance bekommen sollte. Der junge, talentierte Torhüter, den Hertha zu Saisonbeginn als Reaktion auf den langwierigen Ausfall von Rune Jarstein verpflichtet hat. „Das ist überhaupt gar keine Überlegung“, sagte Tayfun Korkut, Herthas Trainer, am Montag auf eine entsprechende Nachfrage. „Ich bin sehr froh, dass ich sehr, sehr gute Torhüter habe. Aber der Alex ist unsere Nummer 1.“

Zum Abschluss des Tages hier noch unser Bericht zu Herthas Mitgliederversammlung: tagesspiegel Das war’s. Gerade noch in dem Zeitkorridor, den der Versammlungsleiter Dirk Lentfer am Anfang der Sitzung festgelegt hat. Weitere Beiträge

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