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Grünen-Politiker „als solcher nicht gekennzeichnet“ : RBB löscht „Abendschau“-Video mit Georg Kössler

In einer Umfrage des RBB kam auch Grünen-Politiker Georg Kössler zu Wort – ohne namentliche Nennung. Nach Kritik löschte der Sender den Beitrag.

Grünen-Politiker "als solcher nicht gekennzeichnet" : RBB löscht "Abendschau"-Video mit Georg Kössler

Grünen-Politiker Kössler in der „Abendschau“Foto: Screenshot Twitter @rbbabendschau

Es wirkte wir eine Straßenumfrage: Offenbar zufällig ausgewählte Radfahrer äußerten sich zu den Gefahren auf Berlins Straßen. Eine Minute dauerte der von der „Abendschau“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) am Sonnabend bei Twitter verbreitete Film. Der wurde noch am Abend vom Sender gelöscht.

Der Grund: In dem Film kam ein nicht namentlich genannter Mann mit Fahrradhelm zu Wort: „Es gibt mehr und mehr Popup-Radwege. Das finde ich super. Aber wir brauchen noch so viel mehr.“ So sehen es auch die  Grünen – denn bei dem Mann handelt es sich um den Abgeordneten Georg Kössler, in der Berliner Grünen-Fraktion ist er Sprecher für Klima- und Umweltschutz.

Der Neuköllner will am 26. September wieder ins Abgeordnetenhaus gewählt werden. Doch der Grünen-Politiker „war als solcher nicht gekennzeichnet“, teilte der RBB via Twitter mit.

Der Sender bedauere den „handwerklichen Fehler.“ Nach Hinweisen von Usern und anderen Medien sei der Social-Media-Beitrag entfernt worden. Auf Nachfrage erklärte die Berliner Grünen-Fraktionssprecherin, Laura Hofmann, Kössler sei vor einigen Wochen „spontan“ auf dem Fahrrad von Reportern des RBB interviewt worden. Dabei sei er „selbstverständlich davon ausgegangen, dass er als Abgeordneter des Berliner Abgeordnetenhauses erkannt und gekennzeichnet wird“, so die Sprecherin. Dass dies nicht geschehen sei, sei ein Fehler des Senders, wofür dieser sich bereits entschuldigt habe. Die Löschung sei „dementsprechend angemessen“.

Hinzu kommt noch, dass in dem Film ein sogenannter Fahrradexperte gezeigt wurde, ohne zu erwähnen, dass er als freier Mitarbeiter für den Sender tätig ist.
In den sozialen Netzwerken wurde dem RBB Manipulation vorgeworfen. Das Springer-Blatt „Bild“ fragte: „Kann das es echt alles ,Zufall‘ sein?“ RBB-Sprecher Justus Demmer entgegnete am Sonntag: „Die im Netz auch erhobenen Manipulationsvorwürfe weisen wir in aller Deutlichkeit zurück.“

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Dazu gehört auch die Rolle von Oliver Jarasch, Partner von Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch.

Er war lange Abteilungsleiter „Aktuelle Magazine“ beim RBB und damit auch zuständig für die Nachrichtensendung „Abendschau“. Bereits im Oktober 2020 hatte der Sender auf Tagesspiegel-Anfrage erklärt: „Wir werden dafür Sorge tragen, dass es nicht zu Interessenkonflikten kommt.“ Seither ist Jarasch nicht mehr im operativen Nachrichtengeschäft, sondern plant das neue crossmediale Newscenter des Sender.

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