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Gottesdienst für Opfer der Flutkatastrophe : „Wir stehen an Ihrer Seite“

Mehr als 180 Menschen starben bei der Flut im Westen Deutschlands. Eine Messe in Aachen erinnert nicht nur an sie. Es geht auch um die Ursachen des Hochwassers.

Gottesdienst für Opfer der Flutkatastrophe : „Wir stehen an Ihrer Seite“

Gedenken an die Opfer der Hochwasserkatastrophe bei einer Messe in AachenFoto: dpa/Oliver Berg/Pool

In Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben die großen Kirchen am Samstag in Aachen der Opfer der Flutkatastrophe gedacht. „Welch eine Zerstörung in so kurzer Zeit!“, sagte Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, am Samstag in seiner Predigt im Aachener Dom. Er rief in Erinnerung, dass Menschen in den Fluten ihre Angehörige, ihr Hab und Gut, Erinnerungsstücke und die Existenzgrundlage verloren hätten.

Durch das Hochwasser waren Mitte Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mehr als 180 Menschen ums Leben gekommen. Einige werden noch vermisst. Zu der Gedenkveranstaltung kamen auch Geschädigte der Flutkatastrophe, Hinterbliebene, Helferinnen und Helfer und Notfallseelsorger. In bewegenden Worten berichteten Betroffene von ihren Erlebnissen in den dramatischen Stunden.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief in einer Ansprache nach dem Gottesdienst dazu auf, den Klimawandel entschlossen zu bekämpfen. Deutschland müsse sich darauf einstellen, in Zukunft häufiger und heftiger von extremen Wetterlagen getroffen zu werden. „Und wir müssen viel umfassender Vorsorge treffen, um uns besser zu schützen“, sagte er.

Steinmeier betonte, die Menschen in den Katastrophengebieten bräuchten Hilfe und Aufmerksamkeit auch dann noch, „wenn die Fernsehkameras abgebaut sind und längst andere Nachrichten die Schlagzeilen beherrschen“. Zugleich versicherte er: „Wir, das ganze Land, stehen an Ihrer Seite“. Bei seinem Besuch im von der Flut getroffenen Erftstadt habe ihn das Ausmaß der Zerstörung und das Leid der Menschen erschüttert.

Gedenken auch an die Opfer in Belgien und den Niederlanden

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, äußerte die Hoffnung, dass das Schicksal der Menschen, an dem alle Anteil nähmen, das Land verändere. „Dass wir alles dafür tun, damit Menschen in der Zukunft solches Leid erspart bleibt“, sagte er. Er ging auch auf die Ursachen des Hochwassers ein. „Die Folgen des menschengemachten Klimawandels sind bei uns angekommen. Das haben wir verstanden“, sagte er. Er hoffe, dass die Menschen in 20 Jahren sagen können, die Dramatik der Ereignisse hätte zum Nachdenken gebracht und zu einem Neuanfang geführt.

„Den Leuten sagen: Es wird Veränderungen geben“

Auch die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sowie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) nahmen an der Veranstaltung teil.

Das Gedenken in der Grenzstadt Aachen sollte auch an die Hochwasseropfer in Belgien und den Niederlanden erinnern. (dpa)

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