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Gazprom-Aktie bricht 30 Prozent ein : Der Krieg lässt die Börsen einbrechen – vor allem in Moskau

Russische Unternehmen verlieren so stark an Wert, dass die Notenbank eingreifen will. Die Reaktion der Märkte könnte auch bei den Verbrauchern ankommen.

Gazprom-Aktie bricht 30 Prozent ein : Der Krieg lässt die Börsen einbrechen – vor allem in Moskau

In Frankfurt ist der Dax am Morgen nach der russischen Invasion mit rund 4 Prozent im Minus gestartet.Arne Dedert/dpa

Der Einmarsch Russlands in der Ukraine hat die Börsen weltweit abstürzen lassen. Der deutsche Leitindex Dax lag am Vormittag rund 4 Prozent tiefer als am Vorabend und unterschritt damit die Marke von 14.000 Punkten.

Es ist der tiefste Stand seit vergangenem März. In Asien rutschen die Börsen in Tokio und Shanghai um jeweils etwa zwei Prozent ab – sie konnten die Invasion wegen der Zeitverschiebung live einpreisen. Der Ölpreis sprang erstmals seit 2014 über die Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter).

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Vor allem hat Russlands Präsident Wladimir Putin mit seiner Entscheidung für einen Krieg aber die heimischen Märkte getroffen. Der russische Rubel sank auf ein Rekordtief und verlor gegenüber dem Euro und dem US-Dollar rund zehn Prozent. Noch deutlicher war die Reaktion des Moskauer Leitindex RTS: Der Kurs stürzte am Vormittag um 50 Prozent ab. Daraufhin wurde der Handel ausgesetzt. Nach Wiederaufnahme konnte sich der Kurs am Mittag auf einem Minus von 33 Prozent stabilisieren.

Auch die größten Aktien des Landes, wie zum Beispiel die Bank Sberbank oder die Energieunternehmen Gazprom und Lukoil Waren vor der Aussetzung um rund 30 Prozent gefallen. Gazproms Papiere lagen auch am Mittag noch rund 27 Prozent im Minus.

Russische Notenbank will eingreifen

Dass diese auch die russische Wirtschaft empfindlich trifft, zeigt die Tatsache, dass sich die Zentralbank sofort zu Wort meldete. Sie kündigte an, erstmals seit 2014 wieder mit Stützungskäufen in den Markt einzugreifen. Außerdem kündigten die russischen Notenbanker an, dass die Liste von Sicherheiten, die gegen Zentralbankgeld akzeptiert werden, erweitert werde. Für die Banken des Landes wurden zusätzliche Liquiditätshilfen von rund einer Billion Rubel (etwa elf Milliarden Euro) in Aussicht gestellt.

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Doch wie genau sehen die Szenarien aus, die hinter den Kurseinbrüchen stehen? Abgesehen von der allgemeinen Unsicherheit?

„Anleger flüchten in sichere Häfen wie Bundesanleihen, deren Rendite deutlich nachgegeben hat“, kommentiert Michael Holstein, Chefökonom der DZ Bank die Reaktion an den Märkten. Die Inflationsrate werde wohl zumindest kurzfristig noch weiter steigen, skizziert er die weiteren Auswirkungen.

„Vor allem über eine weiter steigende Energierechnung für die Verbraucher.“ Die Folge für die Konjunktur: „Das schwächt deren Kaufkraft und tendenziell die Nachfrage von Haushalten nach anderen Gütern und erhöht die Kosten auch für die Unternehmen“, meint Holstein.

Deutsche Wirtschaft unterstützt Sanktionen

Aus Sicht von Carsten Fritsch von der Commerzbank ist eine drohende Angebotsverknappung auf dem Energiemarkt der Grund für Sorgen an den Börsen. „Sollten die Sanktionen den Zahlungsverkehr, russische Banken und möglicherweise auch die Versicherung der russischen Öl- und Gaslieferungen betreffen, sind Lieferausfälle nicht auszuschließen“, erklärt er.

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Die deutsche Wirtschaft stellt sich auf erhebliche Rückschläge ein. „Die wirtschaftlichen Folgen dieser Invasion sind noch nicht absehbar, sie sind aber ganz sicherlich schwerwiegend“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, der Deutschen Presse-Agentur.

Deutschlands exportorientierte Maschinenbauer rechnen damit, dass Strafmaßnahmen gegen Russland auch ihr Geschäft treffen werden. Der Präsident des Branchenverbandes VDMA, Karl Haeusgen, betonte aber zugleich: „Der VDMA unterstützt die Entscheidung, die Aggression hart zu sanktionieren.“

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