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„FKK“ verboten : Berliner Bezirksamt verteidigt Vorgehen gegen eine Frau ohne Oberteil

Eine Frau lag auf dem Wasserspielplatz Plansche oben ohne in der Sonne und löste damit einen Polizeieinsatz aus. Nun äußerte sich das zuständige Bezirksamt zu dem Fall.

„FKK“ verboten : Berliner Bezirksamt verteidigt Vorgehen gegen eine Frau ohne Oberteil

Das Eingangsschild des Wasserspielplatz „Plansche“ im Plänterwald. Eine Frau mit nackter Brust hat hier einen Polizeieinsatz…Foto: Fabian Sommer/dpa

Nach dem Platzverweis einer am Oberkörper nackten Frau hat das Bezirksamt Treptow-Köpenick das Vorgehen von Parkaufsicht und Polizei verteidigt – und trotzdem die Frau, Gabrielle Lebreton, um Entschuldigung gebeten.

An einem heißen Tag hatte Lebreton mit ihrem sechsjährigen Sohn die „Plansche“ besucht, einen Wasserspielplatz im Plänterwald. Dort war sie von zwei Parkaufsehern aufgefordert worden, sich einen BH anzuziehen oder das Gelände zu verlassen. Dieses sei kein FKK-Bereich.

Die Sicherheitsmänner des Wasserspielplatzes „Plansche“ hätten Gabrielle Lebreton auf „die Richtlinien des Spielplatzes „Plansche“ hingewiesen, nach denen FKK nicht gestattet sei“, teilte das Bezirksamt am Freitag mit. Weshalb das T-Shirt-lose Auftreten Lebretons als FKK gewertet wurde, das oberkörperfreie Auftreten ihres Freundes aber nicht, blieb in der Erklärung offen.

Das Amt schrieb weiter, der Hinweis des Sicherheitsdienstes an die Besucherin sei richtig gewesen, „da es sich bei der „Plansche“ um einen Wasserspielplatz handelt, dessen Nutzung in erster Linie den Kindern vorbehalten ist.“ Der Aufforderung, das FKK-Verbot auf dem Spielplatz zu befolgen, sei Gabrielle Lebreton nicht nachgekommen.

„Entweder Sie tragen einen BH oder Sie müssen gehen.“

„Im Anschluss machte der Sicherheitsdienst von seinem Hausrecht Gebrauch und bat die Polizei um Unterstützung. Zu keiner Zeit gab es die Intention, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einzuleiten“, hieß es weiter. Lebreton erinnert sich, dass sowohl die Securitymänner als auch ein Polizist sie aufforderten: „Entweder Sie tragen einen BH oder Sie müssen gehen.“ Das habe sie auch getan, mit ihrem Kind und ihrem Freund.

Das Bezirksamt schrieb, man wolle sich bei Lebreton „für das entstandene Gefühl der Diskriminierung (…) entschuldigen“. Zur Ausdrucksweise der Sicherheitsmänner hieß es: „Sollte es im Verlauf der Diskussion zu einer unangemessenen Wortwahl des Sicherheitsdienstes gekommen sein, so räumt das Bezirksamt ein, dass diese Art der Kommunikation nicht angebracht war.

Ein schlechtes Beispiel für Gleichstellung

Mit den eingesetzten Mitarbeitern habe man bereits gesprochen. Das Amt unterstütze die öffentliche Diskussion zur Gleichberechtigung. „Dies wurde auch in einem gemeinsamen Gespräch zwischen Besucherin und Gleichstellungsbeauftragter deutlich.“

Allerdings sei der Vorfall auf dem Spielplatz ein „denkbar schlechtes Beispiel“ für Fragen der Gleichstellung, „da dieser Spielplatz nicht gleichzusetzen ist mit einer öffentlichen Liegewiese oder einer Badestelle“.

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In einem Protokoll des Vorfalls beschreibt Lebreton das Ende ihres Parkbesuchs so: „Die Polizisten stehen am Eingang und warten auf unseren Abgang. Mein Sohn ist augenscheinlich verängstigt und sagt: Mama bitte zieh dein T-Shirt an.“

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