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Feuer in Kapstadt : Großbrand in Südafrikas Parlament unter Kontrolle

Ein Feuer richtet großen Schaden an Südafrikas Parlament an, der Wiederaufbau könnte Hunderte Millionen kosten. Ein Verdächtiger wird festgenommen.

Feuer in Kapstadt : Großbrand in Südafrikas Parlament unter Kontrolle

Rauch steigt aus dem Gebäude der Nationalversammlung des südafrikanischen Parlaments in Kapstadt.+Foto: dpa/Xinhua/Lyu Tianran

Ein Feuer hat am Sonntag Südafrikas Parlament in der Touristenmetropole Kapstadt schwer beschädigt. Mehr als 70 Feuerwehrleute kämpften von den frühen Morgenstunden bis zum späten Abend gegen lodernde Flammen und versuchten, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Am Montagmorgen kam die Entwarnung. Kapstadts Sicherheitsbeauftragter Jean-Pierre Smith rechnet damit, dass der Wiederaufbau mehrere Millionen, wenn nicht sogar Milliarden Rand kosten wird.

Das Feuer sei zunächst an der Rückseite des Gebäudekomplexes, der die Alte Versammlungskammer und den Nationalrat der Provinzen beherbergt, ausgebrochen, sagte Patricia de Lille, die Ministerin der Provinz für Öffentliche Arbeiten und Infrastruktur. Wenige Stunden später habe es sich auf das Gebäude der Nationalversammlung, in dem das Parlament sitzt, ausgeweitet. Videoaufnahmen zeigten, wie dicke, schwarze Rauchsäulen aus dem Gebäude aufstiegen. Die Flammen hätten auch die Kammer, in der die Nationalversammlung tage, zerstört, teilte ein Sprecher des Parlaments mit.

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Das Dach des Alten Plenarsaals sei eingestürzt, während einige Mauern des Regierungskomplexes große Risse aufwiesen, hieß es. Das Parlamentsgebäude beherbergt viele nationale Artefakte. Es sei noch unklar, in welchem Ausmaß diese beschädigt worden seien, sagte ein Mitglied des städtischen Sicherheitskomitees, JP Smith.

„Wir werden mehrere hundert Millionen, wenn nicht sogar Milliarden Rands für den Wiederaufbau benötigen“, sagte Kapstadts Sicherheitsbeauftragter Jean-Pierre Smith am Montag dem Nachrichtensender eNCA. Dies entspräche auch mehreren hundert Millionen Euro. Nach Angaben des Rettungsdienstes der Stadt Kapstadt gab es keine Verletzten.

Das Gebäude wies schwere Mängel auf

Smith sprach von schweren Mängeln, die auf mangelhafte Wartung zurückzuführen sein könnten. So habe sich das Elektrizitätssystem nicht automatisch ausgeschaltet und die Belüftungsanlagen weiter laufen lassen. Auch sei der automatische Feueralarm erst mit großer Verspätung ausgelöst worden.

Ein 49-Jähriger Verdächtiger sei zunächst verhört und im Anschluss verhaftet worden, sagte De Lille. Der Mann sei demnach in einem der Parlamentsgebäude gefasst worden und sei auf Aufnahmen von Sicherheitskameras zu sehen. Der Verdächtige soll nach Polizeiangaben am Dienstag vor Gericht erscheinen. Die Brandursache blieb am Sonntag unklar; Ermittlungen seien eingeleitet worden.

Präsident Cyril Ramaphosa, der einen Tag nach der Trauerfeier für den vor einer Woche gestorbenen weltbekannten Menschenrechtler und emeritierten anglikanischen Erzbischof Desmond Tutu noch in Kapstadt verweilte, sprach von einem verheerenden Ereignis. „Der Erzbischof wäre ebenfalls erschüttert gewesen, denn dies ist ein Ort, für den er betete, den er unterstützte und als Hort unserer Demokratie sah“, sagte Ramaphosa vor laufenden Kameras. Das Parlament liegt nur wenige Meter von der St.-Georgs-Kathedrale entfernt, in deren Mausoleum Tutus Asche am Sonntagmorgen beigesetzt wurde. Ramaphosa hatte am Samstag Tutus Trauerfeier in der Kathedrale beigewohnt. (dpa, AFP)

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