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Falschparker und Radler auf dem Bürgersteig : Dauer-Ärger um den beliebten Havelradweg in Spandau

Der Havelradweg führt in der Altstadt über eine kleine Brücke. Doch Autos parken oft davor – diskutiert wird seit Jahren. Gibt es jetzt die Lösung?

Falschparker und Radler auf dem Bürgersteig : Dauer-Ärger um den beliebten Havelradweg in Spandau

Hier müssen alle rüber: der Möllentorsteg über dem Graben, der einmal um die Altstadt führt.Foto: André Görke

Ring, Ring! Schöne Grüße vom beliebten Havelradweg in Berlin-Spandau, konkret: vom Möllentorsteg in der Altstadt. Um den gibt es gerade Knatsch.

Der Möllentorsteg hat seinen hübschen Namen vom „Mühlentor“, das sich dort befand. Ist 400 Jahre her, aber ganz schön alt ist mittlerweile auch dieses Problem: Es geht um die Falschparker am Havelradweg – hier ein Google-Streetview-Foto von 2008.

Weil die kleine Brücke so oft zugeparkt ist, müssen Kinderwagen an Autos vorbeigequetscht werden. Und Radfahrer weichen auf den Bürgersteig aus – finden Fußgänger und Anwohner auch extrem doof. Über den Fall hat jetzt der Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau berichtet.

Lars Leschewitz, Linke, schiebt das Problem immer wieder zurück auf die Rathaus-Agenda und drängelt. 2018, 2019, 2020 und jetzt wieder: Deshalb spaziert der Ordnungsausschuss mit Stadtrat Stephan Machulik, SPD, zum Außentermin ans Problem-Örtchen. Der Auftrag: „Havelradweg am Möllentorsteg endlich frei machen.“

Denn das Problem ist nicht gelöst, berichtet Leschewitz. Der Bordstein wurde abgesenkt, aber das erkennen Autofahrer nicht. Also doch ein absolutes Halteverbotsschild hinstellen?

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Doch die Sache mit dem Halteverbotsschild geht nicht so leicht, denn: „Die Absenkung des Bordes ist deutlich erkennbar, daraus ergibt sich zweifelsfrei ein Parkverbot“, hatte Stadtrat Frank Bewig, CDU, 2019 erklärt. Daher gelte das Gesetz: „Verkehrszeichen, die lediglich die gesetzliche Regelung wiedergeben, sind nicht anzuordnen.“

Der Stadtrat plädierte für mehr Kontrollen durchs Ordnungsamt. Leschewitz fordert wiederum den Bau einer Parknase oder das Aufpinseln von Linien aufs Kopfsteinpflaster.

Falschparker und Radler auf dem Bürgersteig : Dauer-Ärger um den beliebten Havelradweg in Spandau

War schon 2018 Thema im Tagesspiegel – und bei Google noch viel früher….Screenshot: André Görke

„Ich fahre da fast täglich mit dem Fahrrad vorbei“, erzählte mir dagegen Stadtrat Stephan Machulik, SPD. Das Problem nimmt er anders wahr: „Fast immer komme ich ungehindert von der Brücke auf die (St)Holperstein-Straße, um mit dem Fahrrad zum Lindenufer zu gelangen. Vereinzelt ragen Pkw in den abgesetzten Bordsteinbereich hinein. Da sich daneben die Außenterrasse einer Gastronomie befindet, stehen wir mit dieser in Kontakt.“ Kontrolleure seien dort regelmäßig, Autofahrer müssen sensibilisiert werden.

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Allerdings gibt’s da noch ein zweites Problem: Radfahrer auf dem Bürgersteig. „Weiterhin gefährden Radfahrer, die nicht vom Rad absteigen wollen, die Fußgänger beim Befahren des Fußweges an der schlecht einzusehenden Kurve“, erzählt Leschewitz.

Radfahrer fahren auf dem Bürgersteig – das nervt Fußgänger

Die Beobachtung hat auch Anwohner Peter Behr gemacht. Er hat eine Vermutung – es liegt an der holprigen Ruckelpiste: „Der Bürgersteig wird von sehr vielen Fahrradfahrer*innen als Verlängerung des Radwanderweges missverstanden. Vielleicht auch, weil die Straße Kopfsteinpflaster hat?“ Das Pflaster könnte man glatt schleifen. In Berlin-Gatow beispielsweise hat man das am Havelradweg so gemacht: hier das Foto vom Newsletter.

Falschparker und Radler auf dem Bürgersteig : Dauer-Ärger um den beliebten Havelradweg in Spandau

Vorbild für den Kolk? In Gatow wurde der Havelradweg glatt geschliffen.Foto: André Görke

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Ärger gibt es oft auf der Nord-Süd-Strecke des Havelradwegs, der so wichtig für Pendler ist: In Gatow aber gibt es eine 800-Meter-Lücke – kann die nicht geschlossen werden?

Anderes Thema: Der Senat verschiebt die Sanierung des maroden Havelstegs in Hakenfelde – hier lesen Sie die Details.

Diskutiert wird auch über die neue Fahrrad-Piste für Pendler und Ausflügler durch den Gutspark Neukladow, der für 15 Mio umgebaut wird.

Oder noch ein Beispiel: Pendler klagen über den schlechten Zustand des Radwegs von Berlin nach Potsdam – bislang unterbricht eine 300-Meter-Lücke diese wichtige Strecke. Kann der Bezirk da nicht endlich was machen?

Ebenfalls jüngst Thema im Tagesspiegel: Der Senat wollte bis 2020 endlich einen neuen Radweg an der Heerstraße bauen – jetzt wird es frühestens 2026.

Die Posse um den Radweg auf der Stößenseebrücke ist ja ebenfalls bestens bekannt.

Und auch das war Thema im Frühjahr: Die Politik schlug eine Fahrradbrücke über die Spree neben der Siemensbahn vor – doch jetzt winkte der Senat ab: zu kompliziert.

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– Warum die Bundeswehr tagelang in Gatow landete – das Einsatzkommando meldet sich im Newsletter

– Ehepaar aus der Schweiz über die Havel und eine tolle Weinbar am Havelkaiserplatz: das Newsletter-Interview

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– Luftwaffenmuseum am Flugplatz Gatow öffnet wieder – und der Newsletter zeigt einen Zug der US Army

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– Posse um Havelradweg am Kolk: Dauernd ist der Möllentorsteg zugeparkt – stimmt nicht, sagt der Stadtrat im NEwsletter

– 6 neue Stadtrats-Posten: Das sind die Ressortzuschnitte

– Pichelsdorfer Straße: Der Baustart ist jetzt fix – Stadtrat nennt ihn im Newsletter

 Ärger in der Carl-Schurz-Grundschule in Hakenfelde („Patchwork-Bauarbeiter“) – das Rathaus antwortet im Newsletter

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– Oberleitungsbus soll 2026 wieder in Spandau rollen: „So ein O-Bus fuhr bei uns bis 1950“, erinnern sich Newsletter-Leser und zeigen Fotos aus Staaken

– Tipp: Promenadenkonzerte am Havelufer

– Falkencam in St. Nikolai: Vögel geschlüpft

– Seegottesdienst im Glienicker See: Pfarrer schreibt an Newsletter

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