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Fall Kavala spitzt sich zu : Europarat leitet Vertragsverletzungsverfahren gegen Türkei ein

Das Ministerkomitee des Europarates hat einem Strafverfahren gegen die Türkei zugestimmt. Grund ist die Inhaftierung des Menschenrechtsaktivisten Osman Kavala.

Fall Kavala spitzt sich zu : Europarat leitet Vertragsverletzungsverfahren gegen Türkei ein

Der Europarat hat ein Strafverfahren gegen die Türkei eingeleitet.Foto: Tolga Bozoglu/EPA/dpa

Im Konflikt um den inhaftierten Kulturförderer Osman Kavala hat der Europarat in einem historisch nahezu einmaligen Schritt ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Türkei eingeleitet. Das sogenannte Ministerkomitee mit Vertretern der 47 Mitgliedstaaten stimmte am Donnerstag für das Verfahren, wie die Institution am Freitag mitteilte. Seit Einführung 2010 wurde das Vertragsverletzungsverfahren erst einmal ausgelöst: gegen Aserbaidschan.

Hintergrund ist die Weigerung Ankaras, Kavala aus der Haft zu entlassen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte schon vor rund zwei Jahren dessen Freilassung angeordnet und die Haft als politisch motiviert eingestuft. Als Mitgliedsland des Europarats ist die Türkei verpflichtet, sich an Urteile des Gerichts zu halten. Der Europarat wacht über die Einhaltung der Menschenrechte und ist keine EU-Institution.

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Erst gestern hatte Ankara den Europarat aufgefordert, auf jegliche „Einmischung“ in seine Justizangelegenheiten zu verzichten. „Aus Rücksicht auf das laufende Gerichtsverfahren fordern wir den Europarat auf, keine Entscheidung zu treffen, die eine Einmischung in die unabhängige Justiz darstellen würde“, erklärte das türkische Außenministerium am Donnerstag.

Das Vertragsverletzungsverfahren, das nun läuft, ist mehrstufig und führt keineswegs zwangsläufig zu einem Ausschluss der Türkei aus dem Europarat. Kavala werden in der Türkei ein Umsturzversuch im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten sowie „politische und militärische Spionage“ im Zusammenhang mit dem Putschversuch von 2016 vorgeworfen. Er selbst weist die Vorwürfe strikt zurück. (AFP, dpa)

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