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Es war einmal ein Schland : Das deutsche Fußballgeschäft muss sich bewegen!

Bei Älteren ist die Sehnsucht nach Siegen groß. Die Realität junger Menschen hingegen weicht stark von der Welt der Fußballprofis ab. Ein Kommentar.

Es war einmal ein Schland : Das deutsche Fußballgeschäft muss sich bewegen!

Bei dieser EM war Schland nur eine trübe Kurzgeschichte.Foto: privat

Schland war wieder einmal nur eine trübe Kurzgeschichte. Die Europameisterschaft im Männerfußball ist für die meisten Menschen nach der Niederlage gegen England hierzulande vorbei. Die Rechnung ist einfach: Spielt Deutschland, schaltet das Volk ein. Spielt Deutschland nicht mehr, schaltet es ab.

Das ist an sich auch völlig verständlich und international austauschbar, denn die Millionenverdiener in kurzen Hosen sind schließlich dafür da, vielen von uns stellvertretend ein nationales Erfolgserlebnis zu verschaffen. Mit Neuer und Kollegen fiebern wir mit auf dem Weg zum möglichem Sieg – von dem wir dann, genau betrachtet, vielleicht ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl, ein besseres Klima im Lande gehabt hätten?

Das Mitleiden mit dem Fußballnationalteam ist auch Nostalgie und Sehnsucht. Die Älteren von uns verbinden mit diesem Team, das bei jedem Turnier ein anderes ist, Erfolge, die es zuverlässig in jedem Jahrzehnt seit den Siebzigern gab. Dazu ist es auch die Sehnsucht nach dem schunkeligen Jahr 2006, als sich Deutschland bei der Weltmeisterschaft märchenhaft offen zeigte.

Selbst das Wetter stimmte im Sommer ohne Diskussionen um das Klima damals, heute ist nach den diversen Korruptionsaffären um 2006 herum nicht mehr viel übrig von diesem Gefühl.

Bewegen, um nicht abgehängt zu werden

Sicher, die Sehnsucht nach Siegen ist nach wie vor groß, geleitet von diesem Wunsch nach einem neuen Hochgefühl – bei den reifen Zuschauer:innen. Den Jungen bringt diese Art von gekauften Fußball wohl immer weniger, die Spieler taugen nicht durchweg als Vorbilder für eine Generation, die sich „Fridays for Future“ verschrieben hat, sich nachhaltig ernährt und an die Umwelt denkt.

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Und wer sich nicht nur für die Zukunft interessiert, der findet seine Vorbilder eher im Esports oder auf Youtube. Die Diggen dort haben mehr Glanz als ein Thomas Müller. Den klebt die Generation 40 plus ins Panini-Sammelalbum. Die Realität junger Menschen ist anders als die der Fußballprofis, auch wenn sie das schon lange war und auch, wenn sich einzelne Spieler, wie etwa Leon Goretzka, da Mühe geben sich nicht zu weit zu entfernen.

Was heißt das für die Zukunft des Fußballgeschäftes? Es muss sich bewegen, um nicht abgehängt zu werden. Zumindest in Deutschland, in anderen Länden mag das anders aussehen. In welchen, das werden wir nun in den kommenden Tagen sehen. Wir, die nicht abschalten wollen und sich über gute Fußballspiele freuen können, auch ohne Schland.

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