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Erdogan-Kritiker in Deutschland im Exil : Türkischer Journalist Erk Acarer in Berlin angegriffen

Der Journalist wurde nach eigenen Angaben in seiner Wohnung angegriffen. Die Täter gingen wohl auch mit Messern auf ihn los, Acarer kam ins Krankenhaus.

Erdogan-Kritiker in Deutschland im Exil : Türkischer Journalist Erk Acarer in Berlin angegriffen

Der türkische Journalist Erk Acarer teilte nach dem Angriff ein Bild von sich bei Twitter.Fotos: twitter.com/eacarer, dpa

Der regierungskritische türkische Journalist Erk Acarer, der in Berlin im Exil lebt, ist nach eigenen Angaben in seiner Wohnung angegriffen und verletzt worden. Die Täter hätten ihn mit Fäusten und Messern attackiert, schrieb Acarer am Mittwoch im Onlinedienst Twitter.

Er schwebe nicht in Lebensgefahr, stehe jedoch im Krankenhaus unter Beobachtung, da er einige Schwellungen am Kopf habe, berichtete er am späten Mittwochabend in weiteren Tweets. Er und seine Familie ständen unter Schutz. „Ich kenne die Täter“, schrieb Acarer. „Ich werde mich dem Faschismus nie ergeben.“ Die Polizei bestätigte den Angriff auf den Journalisten, nannte aber keine weiteren Einzelheiten.

Acarer war im April 2017 mithilfe von „Reporter ohne Grenzen“ mit seiner Frau und seiner Tochter nach Berlin gekommen, wie die Organisation auf ihrer Website schreibt. Demnach habe er an der Universität von Ankara Sozialanthropologie studiert und zwei Jahrzehnte lang für verschiedene türkische Zeitungen und Zeitschriften, darunter Cumhuriyet, Sabah, Habertürk und Milliyet geschrieben..

Zuletzt sei er Journalist bei der linksoppositionellen Tageszeitung Birgün gewesen und habe schwerpunktmäßig über Themen wie islamistischer Terror, islamischer Fundamentalismus und den Krieg in Syrien berichtet. Schon in der Türkei sei er wegen seiner kritischen Berichterstattung immer wieder bedroht worden, heißt es bei „Reporter ohne Grenzen“. In Berlin habe Acarer Arbeit bei der „taz Gazete“ gefunden, einem türkischsprachigen Nachrichtenportal der „taz“.

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Der ebenfalls im deutschen Exil lebende türkische Journalist Can Dündar wertete den Angriff als „direkte Botschaft“ des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan, der damit deutlich machen wolle, dass die Türkei „einen regimekritischen Journalisten sogar in Berlin angreifen“ könne.

Auch die Journalistin Mesale Tolu, die 2017 mehrere Monate in der Türkei in Untersuchungshaft saß, verurteilte den Angriff. „So viele Menschen suchen Schutz in Deutschland und werden dann auch hier aggressiver Gewalt ausgesetzt. Das muss ein Ende haben“, schrieb sie auf Twitter. (Tsp, AFP)

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