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Enthüllungen der „Pandora-Papers“ : Steueroasen-Leak belastet mehr als 300 Politiker

Ein internationales Recherchenetzwerk hat die Geschäfte zahlreicher Politiker mit Briefkastenfirmen enthüllt. Etwa von Tschechiens Regierungschef Babis.

Enthüllungen der „Pandora-Papers“ : Steueroasen-Leak belastet mehr als 300 Politiker

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis.Foto: ATTILA KISBENEDEK / AFP

Hochrangige Politiker, Oligarchen und Prominente sollen ihr Geld in Steueroasen versteckt haben. Das berichten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“. Die Journalisten haben mit rund 600 Kollegen auf der ganzen Welt ein riesiges Datenleck ausgewertet.

Die sogenannten „Pandora-Papers“ sollen Informationen über Offshore-Geschäfte von mehr als 330 Politiker aus 91 Ländern enthalten. Darunter sollen sich auch 35 amtierende und ehemalige Staats-und Regierungschefs befinden.

Der Datensatz soll rund 11,9 Millionen Dokumente enthalten. Wie die entsprechenden Medien berichten, sollen die Daten von einer anonymen Quelle dem Internationalen Konsortium für Investigative Journalistinnen und Journalisten (ICIJ) zugespielt worden sein.

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Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis soll mit dieser Art von Geschäften weitgehend anonym ein Landschloss in Südfrankreich für mehr als 15 Millionen Euro erstanden haben. Für ihn ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung besonders brisant, weil in Tschechien kommende Woche ein neues Parlament gewählt wird.

Auch etwa der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, zahlreiche Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Jordaniens König Abdullah II. und viele Prominente wie etwa das Model Claudia Schiffer sind oder waren laut „Süddeutsche“ Kunden bei Offshore-Firmen. Der Präsident des EU-Landes Zypern, Nikos Anastasiadis, war demnach selbst aktiv im Offshore-Geschäft tätig mit seiner Kanzlei, die mittlerweile von seinen Töchtern geführt wird.

Die Regierung von Panama hatte bereits vor der Veröffentlichung der Pandora Papers vor schweren Schäden für das Image des Landes wie infolge der Panama Papers 2016 gewarnt. Damals hatte ein anonymer Whistleblower der „Süddeutschen Zeitung“ mehr als elf Millionen interne Dokumente der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca zugespielt. Eine Auswertung in Zusammenarbeit mit dem ICIJ enthüllte ein ausgeklügeltes System zur globalen Steuervermeidung. (Tsp/AFP)

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