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Eine Stunde warten mit Knochenbruch : Berliner Pflegekräfte drohen mit Streik wegen Personalnot

Die Beschäftigten der landeseigenen Kliniken protestieren. Sie fordern einen „Entlastungstarifvertag“, doch bisher weigern sich die Krankenhäuser.

Eine Stunde warten mit Knochenbruch : Berliner Pflegekräfte drohen mit Streik wegen Personalnot

Sollte der „Entlastungstarifvertag“ nicht zustande kommen, wollen die Pflegekräfte streiken.Foto: Paul Zinken/dpa

Beschäftigte der landeseigenen Kliniken fordern zur Halbzeit ihres Ultimatums erneut Verhandlungen für mehr Personal. Die in Verdi organisierten Pflegekräfte wollen sich mit Vivantes und der Charité auf einen „Entlastungstarifvertag“ einigen, was die Krankenhausvorstände bislang ablehnen – sie verweisen die Gewerkschaft an den Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV).

Wie berichtet hatte Verdi am 12. Mai ein 100-Tage-Ultimatum gesetzt: Wenn sich Gewerkschaft und die Landeskliniken bis 20. August nicht auf einen solchen Entlastungstarifvertrag einigen sollten, werden die Pflegekräfte streiken.

Beschäftigte aus Vivantes-Kliniken schilderten am Donnerstag auf einer Verdi-Pressekonferenz wiederholt die Lage: Patienten mit Knochenbruch könnten in der Rettungsstelle schon mal sechs Stunden warten, weil sich die wenigen Kollegen erst um schwerere Fälle kümmern müssten.

Die Personalnot ist eine der Verhandlungsfragen, die anderen sind die Löhne und der Status der Tochterfirmen. Während in den Stammhäusern der Vivantes-Krankenhäusern und der Universitätsklinik nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVÖD) bezahlt wird, erhalten in der gemeinsamen Tochterfirma „Labor Berlin“ mindestens 300 Mitarbeiter deutlich weniger Lohn.

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Sie fordern den TVÖD für alle, die Labor-Spitze lehnt das ab. Am Dienstag hatte Verdi – das ist die dritte Front in den Kliniken – die Vivantes-Tochterfirmen für Reinigung, Transport und Wachschutz bestreikt.

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