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„Ein Elfmeter, der kein Elfmeter war” : Dänemark wird im Halbfinale vom bitteren Pech geschlagen

Eine Fehlentscheidung kostete Dänemark den Sieg. Aber auch wenn der moderne Fußball keine Märchen schreibt, bleiben die Dänen die wahren Helden.

„Ein Elfmeter, der kein Elfmeter war” : Dänemark wird im Halbfinale vom bitteren Pech geschlagen

Dänemarks Mannschaft verlor im Halbfinale auch wegen viel Pech.Foto: imago images

Den Frust von Kasper Hjulmand konnte jeder verstehen. Nach einem so großartigen Kampf war seine Mannschaft am späten Londoner Abend an seine Grenzen gekommen. Sie hatten alles gegeben und auf dem dem Feld gelassen. Doch am Ende hatten sie einfach nur Pech.

„So auszuscheiden ist bitter. Ein Spiel zu verlieren ist das Eine, aber so zu verlieren ist enttäuschend, weil die Jungs so sehr gekämpft haben“, sagte Hjulmand nach dem Spiel. Der dänische Trainer beschwerte sich über zwei offensichtliche Fehlentscheidungen, die das englische Siegtor ermöglicht hatten. Zum einen gab es im Spielaufbau kurz einen zweiten Ball auf dem Feld, was normalerweise zu einer Unterbrechung führt. Und zum zweiten ging Englands Raheem Sterling nach einem federleichten Kontakt durchaus dankbar zu Boden gefallen. „Es war ein Elfmeter, der kein Elfmeter war“, sagte Hjulmand.

Dass das angebliche Foul auch noch vom Videoschiedsrichter geprüft wurde, war für die tapferen Dänen die größte Unwürdigkeit. Der Videobeweis soll bekanntlich dafür sorgen, dass es mehr Gerechtigkeit im Fußball gibt. Dass dieser großartige menschliche und fußballerische Kampf mit einer kleinlichen Debatte über die Grenzen zwischen Schwalbe und Foul enden musste, war die größte Ungerechtigkeit überhaupt.

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Der Elfmeter stand. Harry Kane schob den Ball im zweiten Anlauf ins Tor. Am Ende war man mit der bitteren Wahrheit konfrontiert, dass der moderne Fußball bei aller Gerechtigkeit doch keine Märchen schreibt.

Träumen vom Fußballmärchen

Es gab Momente, in denen das Wunder noch möglich schien. Mikkel Damsgaards schillernder Freistoß ließ ganz Dänemark hoffen. Kasper Schmeichel gelangen im dänischen Tor mehrere Heldentaten, die an die unermüdliche Leistung seines Vaters im EM-Finale gegen Deutschland 1992 erinnerten. Aber es ist eben nicht mehr 1992.

Eine Mannschaft wie England, die bei diesem Turnier eine perfekte Energieverwaltung betrieben hat, hatte Vorteile gegen die Dänen, die erschöpft waren. Im Finale treffen die Engländer nun auf Italien, das ähnlich effizient und klinisch gespielt hat. Das Turnier wird unromantisch zu Ende gehen. Doch die wahren Helden dieser EM sind die Dänen. Die glorreichen Außenseiter, die eine menschliche Geschichte erzählt haben, und uns wieder von Fußballmärchen träumen ließen.

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