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Diversity-Konferenz : Vielfalt als gelebte Realität

Annette Widmann-Mauz, Margot Käßmann, Maren Kroymann: Prominente betonen den Wert von Diversität auf einer Konferenz von Tagesspiegel und Charta der Vielfalt.

Diversity-Konferenz : Vielfalt als gelebte Realität

Häufig ist Diversität in der Unternehmenskultur mehr Vorsatz als Realität. Doch langsam ändert sich das.imago images/Panthermedia/Andrey Popov

Um das Wort „Diversity“ kommt man derzeit kaum herum. In Jobausschreibungen, in Unternehmensbeschreibungen, in Reden von Vorstandsvorsitzenden und Politiker*innen. Unter dem Motto „Allyship – gemeinsam für Vielfalt” will die Diversity-Konferenz des Tagesspiegels, die dieses Jahr ihr zehntes Jubiläum feiert, dafür sorgen, dass dieses Schlagwort auch gelebte Realität wird.

Den Anfang machte am Donnerstag in Berlin Annette Widmann-Mauz, bisherige Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Die scheidende Staatsministerin betonte, dass es bei Diversität nicht um einen „Nachteilsausgleich“ gehe, sondern um „Wertschöpfung“.

Problem Doppeldiskriminierung

In dem Gespräch mit der Moderatorin Anne Chebu erklärte Widmann-Mauz außerdem, dass Allyship für sie bedeute, zu erkennen, wo sie selbst herkomme und gleichzeitig seinen Mitmenschen Wertschätzung entgegenzubringen.

Eine Wertschätzung, die gerade Frauen mit Behinderung in der Arbeitswelt zu selten erfahren. Das ist jedenfalls das Ergebnis der Studie „Situation von Frauen mit Schwerbehinderung am Arbeitsmarkt“, die Dagmar Greskamp, Expertin für Inklusion am Arbeitsmarkt bei der Aktion Mensch, auf der Konferenz erstmals vorstellte. Demnach werden Frauen mit Schwerbehinderung nicht nur aufgrund ihrer Behinderung diskriminiert, sondern auch aufgrund ihres Geschlechts.

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Konkret stellt sich das so dar: Weibliche Erwerbstätige mit Behinderung verdienen 667 Euro netto weniger pro Monat als Männer mit Behinderung. Doch diskriminiert werden kann man am Arbeitsplatz auch wegen anderer Dinge.

Auch zur Kirche gehört Vielfalt

Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, räumte in ihrem Vortrag ein, dass auch Religionen bis heute Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität oder ihres Geschlechts exkludieren. Dennoch glaubt die Theologin daran, dass religiöse Menschen Allies, also Verbündete, im Kampf für Vielfalt sein können. Denn Vielfalt, so Käßmann, gehöre zur Kirche dazu.

Diversity-Konferenz : Vielfalt als gelebte Realität

Ebenfalls Rednerin auf der Diversity-Konferenz: Schauspielerin Maren Kroymann.imago images/Future Image/C. Hardt

Tagesspiegel-Redakteurin Dorothee Nolte sprach mit der Schauspielerin Maren Kroymann darüber, wo Humor und Komik anfangen – und wo sie aufhören. Ein schmaler Grat, doch die Entertainerin greift in ihren Videos selbst oft Diversity-Themen auf.

Auf die Frage, ob sich über alles lustig gemacht werden darf, antwortet Kroymann: „Wenn jemandem was einfällt zu einem Thema, kann man das machen.“ Dafür brauche es aber Fantasie. „Beim Thema AfD hat es drei Jahre gedauert, bis uns etwas eingefallen ist.“ Doch dann kam die Idee, Rechtsradikalismus als Krankheit darzustellen – die schließlich auch umgesetzt wurde.

Am Freitag startet der zweite und letzte Tag der Diversity-Konferenz. Sie ist eine gemeinsame Veranstaltung der Charta der Vielfalt und des Tagesspiegel Verlags. Die Charta der Vielfalt ist eine Arbeitgebenden Initiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen. Über 3900 Unternehmen und Institutionen haben die Charta der Vielfalt bereits unterzeichnet.

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