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Die besten Comics der Saison : Auf der Suche nach der großen Liebe im Weltall

Tillie Waldens Science-Fiction-Erzählung „Auf einem Sonnenstrahl“ ist von 30 Kritikerinnen und Kritikern zum besten Comic des Quartals gewählt worden.

Die besten Comics der Saison : Auf der Suche nach der großen Liebe im Weltall

Weltraumarchitektur: Eine Seite aus „Auf einem Sonnenstrahl“.Foto: Reprodukt

Mia, frisch gebackene Absolventin eines exklusiven Internats, kommt neu an Bord des Raumschiffs Aktis. Dessen Crew reist durchs All, um zerfallene Weltraumarchitektur zu restaurieren.

Mia trifft auf ein eingeschworenes Team: Die schüchterne Kapitänin Charlotte und ihre zupackende Gattin Alma, die vorlaute Jugendliche Jules und die schweigende nonbinäre Person Elliot öffnen sich ihr mehr oder weniger schnell.

Mia wächst in ihre neuen Aufgaben hinein, doch etwas lässt ihr keine Ruhe: Sie kann ihre große Liebe Grace nicht vergessen, der sie fünf Jahre zuvor im ersten Internatsjahr begegnet ist, die die Schule aber abrupt verlassen musste.

Deren in geschickt montierten Zeitsprüngen erzählte Geschichte, so stellt sich nach und nach heraus, ist verknüpft mit dem Schicksal der gesamten Crew der Aktis – der Name des Schiffs, so wird erklärt, ist altgriechisch für „Sonnenstrahl“. Also führt Mias Suche nach Grace das Team schließlich auf eine gefährliche Mission in einen abgeriegelten Teil der Galaxie.

Tillie Waldens Science-Fiction-Comic„Auf einem Sonnenstrahl“ (aus dem Englischen von Barbara König, Handlettering von Olav Korth, Reprodukt, 544 S., 29 €) ist eine packende Abenteuer- und Liebesgeschichte – und der aktuelle Favorit von 30 Kritikerinnen und Kritikern, die alle drei Monate die besten Comics des Quartals küren.

Die Auswahl präsentiert der Tagesspiegel zusammen mit der Zeitschrift „Buchreport“, der Website comic.de und dem Radiosender rbbKultur. Die weiteren Titel der Top-10-Liste stellen wir weiter unten vor.

Verschnörkelte Fantasiewelten

Von außen wirkt der Comic „Auf einem Sonnenstrahl“ geradezu kühl: Auf dem Cover blinken türkisfarbene und weiße Sterne im schwarzen Weltall, ein blasses Mädchen schaut traurig aus dem Fenster eines mit Ornamenten verzierten Raumschiffs. Doch dann entfaltet sich auf den Seiten des Buches eine emotionsgeladene Erzählung, die in düsteren, kraftvollen Farben gezeichnet ist und direkt ins Herz trifft.

Die besten Comics der Saison : Auf der Suche nach der großen Liebe im Weltall

Eine weitere Szene aus „Auf einem Sonnenstrahl“.Foto: Reprodukt

Waldens Strich ist weich und locker, Licht und Kontraste schaffen besondere Stimmungen und die Figuren – allesamt weiblich oder queer – sind empfindsam wiedergegeben.

Der Comic ist nicht nur eine spannende Geschichte über das Heranwachsen und eine abenteuerliche Reise. Er lädt dazu ein, sich auf den Seiten mit immer neuen Panelaufteilungen, üppigen Panoramen und pointierten Dialogen in verschnörkelten Fantasiewelten zu verlieren.

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In ihrem ersten auf Deutsch erschienenen Comic „Pirouetten“ hatte Walden mit sparsamem, lockerem Strich, in zartem Aquarell, kräftigen Farbakzenten und luftigem Weißraum von ihrer Kindheit und Jugend als Eiskunstläuferin, von ihrem Coming-Out und ihrer Emanzipation.

Die besten Comics der Saison : Auf der Suche nach der großen Liebe im Weltall

Das Titelbild des besprochenen Buches.Foto: Reprodukt

Walden erhielt dafür 2018 mit Anfang 20 einen Eisner-Award – und für ihren jüngsten Comic „West, West Texas“ 2020 einen weiteren.

„Auf einem Sonnenstrahl“ ist vor den beiden entstanden, Tillie Walden hat ihn ursprünglich als Webcomic veröffentlicht und war damit 2017 für einen Eisner-Award nominiert.

Die Favoriten der Kritiker*innen

Die Top-10-Titel der vierteljährlichen Comic-Bestenliste von 30 Kritikerinnen und Kritikern sind neben „Auf einem Sonnenstrahl“ folgende Titel:
„Tunnel“ (Rutu Modan)
„Penelopes zwei Leben“ (Judith Vanistendael)
„Will Eisner – Graphic Novel Godfather“ (Alexander Braun)
„Bella Ciao“ (Baru)
„My Genderless Boyfriend“ (Tamekou)
„Residenz Fahrenbühl“ (Anna Haifisch)
„Vervirte Zeiten“ (Ralf König)
„Prisma“ (Joe Kessler)
„Niemals“ (Bruno Duhamel)

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